Voll ins Schwarze Schweizer Post erlebt Ansturm auf Krypto-Briefmarken
Marlene Müller

von Marlene Müller

Am · Lesezeit: 5 Minuten

Die Post

Quelle: Shutterstock

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Heute, am 25. November um 6 Uhr in der Früh, startete die Schweizer Post den Verkauf von Briefmarken, die digitale Zwillinge (NFTs) mit einschlossen. Zwei Stunden später war die Website nicht mehr zu erreichen, drei Stunden später die gestempelte Sonderedition ausverkauft. Liebe Schweizer Post: Was war da los?

Dass manch eine Briefmarkenedition auf besonders große Nachfrage stößt, ist nichts Neues. Stefan Dauner, Mediensprecher der Schweizerischen Post AG erklärt gegenüber BTC-ECHO jedoch, “dass [die Nachfrage nach den Crypto Stamps] am ersten Tag allerdings schon derart groß ist, hätten wir nicht erwartet.”

Mit ihrer Idee, das Sammeln und Tauschen von Briefkarten in die digitale Welt zu holen, erreichte sie ein beachtlicher Ansturm. Die Post der Schweiz kreierte in einem einjährigen Projekt zusammen mit der Schweizer Inacta AG eine Sonderedition an physischen Briefmarken, zu denen die Erwerber:innen ein digitales Non-fungible Token (NFT) erhielten. Die Vergangenheitsform ist hier bewusst gewählt, vier Stunden nach Startschuss ist der Großteil der Krypto-Briefmarken (“Swiss Crypto Stamps”) bei der Post ausverkauft.

Seit heute Morgen, 6 Uhr, ist die Swiss Crypto Stamp erhältlich. Von den 175.000 Exemplaren hat die Post in den ersten 3 Stunden bereits rund drei Viertel verkauft. Die Nachfrage war sehr hoch, was zwischenzeitlich zu technischen Störungen auf postshop.ch führte. Unsere Techniker sind aber dran, die letzten Störungen zu beheben.

Stefan Dauner, Die Schweizerische Post AG

NFT-Briefmarken “to the moon”?

Wie auf dem Bild ersichtlich, zeigt die linke Seite des Papiers eine Briefmarke, während in der Mitte die Token ID (Token-Typ), der Public Key und die Wallet-Adresse sowie ein QR-Code zu sehen sind. Rechts findet sich eine graue Fläche, die nach freikratzen, ähnlich wie bei Rubbel-Losen, den Privat Key offenlegt.

Physische und Digitale Briefmarke Helvetia, Die Schweizerische Post AG

Alle Stücke zeigen einen berühmten Schweizer Berg und den Mond. Die selteneren haben dazu noch Sternenbilder von unterschiedlichen Tieren aufgedruckt. Dieses Motiv wurde mit Absicht gewählt:

Krypto-Trader verwenden den Ausdruck «To the Moon», wenn die Preise am Steigen sind. Den Gedanken «mondwärts» wollten wir mit der Schweiz verbinden. Was ragt hoch in den Sternenhimmel und hinauf zum Mond? Klar: unsere Berge! Und was ist ikonischer als das Matterhorn? Das war die Geburtsstunde unseres Designs für die physische Briefmarke.

Stefan Dauner, Die Schweizerische Post AG

Von den 13 verschiedenen Motiven zeigen zwei das 4478 Meter hohe Matterhorn, eines davon mit dem Sternenbild Murmeltier. Nun gibt es die physische und digitale Briefmarke des Matterhorns insgesamt 65.000 Mal, die mit dem Murmeltier nur 350 Mal. Die seltensten Marken zeigen den 2128 Meter hohen Pilatus mit einem Drachen. Dieses Sammlerstück gibt es nur 50 Mal. Dauner dazu: “Da liegt es auf der Hand: mit der Swiss Crypto Stamp wird Briefmarken sammeln, tauschen und handeln auch digital.”

Nun können die Kaufwilligen im Vorfeld nicht bestimmen, welche der Briefmarken sie erwerben. Stattdessen kaufen sie für 8,90 CHF (8,49 Euro) beziehungsweise 10,90 CHF (10,40 Euro) nur eine Briefmarke dieser Sonderreihe. Erst nach Erhalt können sie sehen, wie das Glück mit ihnen umgegangen ist. Deswegen wurde der Verkauf auf maximal 30 Stück pro Person beschränkt. Auch den Vorteil für die Schweizerische Post erklärt Dauner gegenüber BTC-ECHO:


Die Briefmarke wird zum digitalen Sammlerobjekt. Damit sprechen wir nicht nur klassische, sondern auch kryptoaffine Sammlerinnen und Sammler an. Außerdem stoßen Krypto-Briefmarken auch über die Landesgrenzen hinaus auf Interesse und wir erreichen damit auch international interessierte “crypto collectibles”-Sammler.

Stefan Dauner, Die Schweizerische Post AG

Viele Begriffe, aber eigentlich nicht so schwer zu verstehen

Mit dem linken Teil der Briefmarke kann der oder die neue Besitzer:in wie herkömmlich eine Sonderedition an physischen Briefmarken sammeln und tauschen. Hinzu kommt nun der mittlere und rechte Teil. Nach Erwerb der Briefmarke kann der QR-Code gescannt oder die Token-ID auf der Website der Post eingegeben werden. Damit erhält die Person den digitalen Zwilling. Mit dem freigerubbelten Private Key wird sichergestellt, dass die Veräußerung und Verschiebung des digitalen Stückes nur möglich ist, wenn der Private Key eingegeben wird.

Ob es in Zukunft noch mehr dieser Briefmarken geben wird, ließ Dauner vorerst offen. Er sagte: “Vorerst beobachten wir, wie der Markt auf unsere Innovation reagiert und was sich im Ausland entwickelt. Ob wir weitere Krypto-Briefmarken lancieren oder etwas Neues entwickeln, ist zurzeit noch nicht entschieden.”

Für die Tech-Interessierten

Technisch wird dieser Vorgang auf der Polygon-Blockchain abgewickelt. Für diese Blockchain hätte sich die Schweizerische Post aus folgendem Grund entschieden:

Die wichtige Eigenschaft von Polygon ist, dass sie einen hohen Durchsatz (schnelle Transaktionszeiten) und niedrige Transaktionsgebühren bietet. Zudem ist die Polygon-Blockchain umweltfreundlicher als andere. Sie braucht weniger Energie.

Stefan Dauner, Die Schweizerische Post AG

Dabei handelt es sich um eine Ethereum-Tochter, die besonders für ihre Klimafreundlichkeit bekannt ist. Damit kann jede Token-ID eine beliebige Anzahl an Token erhalten, was man in diesem Zusammenhang als semi-fungible bezeichnet. Das bedeutet, dass es nun nicht 175 000 Token-IDs gibt, sondern 13. Somit kann auf Marktplätzen anhand der Token-ID spezifisch aber leichter nach einem bestimmten Crypto-Stamp-Motiv gesucht werden. Gleichzeitig erhöht man dadurch die Interoperabilität, um den einfachen Austausch auf anderen NFT-Marktplätzen zu gewährleisten.

Fakt ist, um auf Polygon mit den Briefmarken-NFTs zu handeln, benötigt es die MATIC Token der Polygon-Blockchain. Dabei notiert der MATIC-Kurs zum Redaktionsschluss bei 1,77 US-Dollar.


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