SAMPL – sicherer 3D-Druck auf der Blockchain
Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Quelle: SAMPL Projekt

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Mit SAMPL sollen Wertschöpfungsketten im Bereich additiver Fertigung vor Fälschungen gesichert werden.

Blockchain meets additive Manufacturing – passt das zusammen und ist das nur eine Kombination von Buzzwords? Kollege Maximilian Kops stellte dieses Projekt in seinem Bericht über die Distribute kurz vor. Diese Vorstellung soll hier etwas vertieft werden.

3D-Druck – Blockchain trifft auf die reale Welt


SAMPL steht für Secure Additive Managing Platform und möchte eine durchgängige Sicherheitslösung für additive Fertigungsverfahren beziehungsweise den 3D-Druck realisieren. Dabei soll der gesamte Wertschöpfungsprozess von der Erzeugung der 3D-Druckdaten über die Weitergabe, die Lizenzierung und schließlich die Produktion selbst auf der Blockchain abgesichert sein. Für die Verbindung zur realen Welt sollen zum Einen hardwaretechnische Absicherungen der 3D-Drucker selbst und zum Zweiten eine Markierung des Endproduktes über RFID-Chips sorgen.

Warum ist das interessant? Wirtschaftlich betrachtet besteht das Problem, dass die Stärke der additiven Fertigung gleichzeitig ein Risiko ist: der 3D-Druck ermöglicht jedem auf der Basis von Konstruktionsdaten die Produktion von 3D-Komponenten mit beliebiger Losgröße. Mit dem unglaublichen Potential einher geht verständlicherweise auch die Sorge um Fälschungssicherheit. Gerade im Blickwinkel weltumspannender Supply Chains möchten Unternehmen sicherstellen, dass nur autorisierte Institutionen die produktionsrelevanten Daten nutzen können, dass nur Originaldaten verwendet werden und dass die Anzahl der gefertigten 3D-Drucke vom Auftraggeber kontrolliert werden kann. Zum Einen möchte kein Auftraggeber, dass Sublieferanten mehr Komponenten als ausgemacht fertigen und beispielsweise an Marktbegleiter liefern können, zum Zweiten ist gerade bei sicherheitsrelevanten Bauteilen dies nicht nur ein wirtschaftliches Argument.

Natürlich sind derartige Dinge an sich schon vertraglich geregelt. Doch solche Verträge können einen Missbrauch der produktionsbezogenen Daten nicht ausschließen. Eine technische Lösung, die derartiges Verhalten von vornherein unterbindet, würde hier neue Sicherheit schaffen.

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Umgekehrt kann man fragen, warum ein Lieferant für additiv gefertigte Bauteile SAMPL nutzen sollte. Wieso sollte er oben erwähnte hardwaretechnische Absicherungen in seine Produktionssysteme einbauen? Das Stichwort ist hier die “Chain of Trust”: Durch Teilnahme an diesem Projekt wird die eigene Supply Chain auch für den Endabnehmer transparenter.

Insgesamt ist interessant, dass SAMPL, ähnlich wie slock.it, letztlich einen Blockchain-Use Case zum Anfassen entworfen hat: Am Ende geht es um reale, handfeste Objekte und Produkte.

Smart Contracts und RFID zur Absicherung gegen Fälschungen

Um das zu erreichen setzt das Projekt SAMPL auf die Blockchain-Technologie in Verbindung mit der auf Sicherheit setzenden Datenaustauschlösung OpenDXM Global X von PROSTEP AG. Durch die Blockchain-Technologie und besonders die Nutzung von Smart Contracts ist eine digitale Lizenzvergabe zum Druck einer definierten Anzahl an Kopien eines Bauteils möglich.

An diese Blockchain werden die 3D-Drucker über sogenannte Secure-Elements angebunden. Schließlich sollen in RFID-Chips, die auf dem finalisierten Bauteil aufgebracht werden, relevante Informationen über das Produkt wie beispielsweise die Seriennummer gespeichert werden.

An dem Projekt arbeitet ein Konsortium aus verschiedenen Unternehmen aus Deutschland: Neben PROSTEP AG arbeiten die 3D MicroPrint GmbH, die consider it GmbH und die NXP Semiconductors GmbH an diesem Projekt mit. Schließlich sind mit dem Fraunhofer Institut für elektrische Nanosysteme, dem Institut für Kabinensysteme der TU Hamburg, dem Hamburg Research Center for Information Systems und dem Institut für verteilte Systeme der Universität Ulm verschiedene Forschungseinrichtungen ebenfalls vertreten.

Wie Maximilian schon berichtet hat, hat die Idee das Interesse seitens des Wirtschaftsministeriums gefunden. Konkret hat der Projektträger DLR, der im Auftrag des BMWi das Förderprogramm “Digitale Technologien für die Wirtschaft (PAiCE)” administrativ leitet, dem Projekt eine Förderung in Höhe von über zwei Millionen Euro gewährt. Wer mehr über das Projekt wissen möchte und bezüglich Veröffentlichungen auf dem aktuellen Stand bleiben will sei auf die Projekt-Homepage verwiesen.

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