Daniel Strele-Ramonis Renegade-CEO: “Negative Kommentare haben mich mitgenommen”

Die Finanzmarktaufsicht Liechtenstein (FMA) hat die Warnmeldung für Renegade gelöscht. Der CEO über das Token-Ökosystem, zweifelnde Investoren und N26.

Dominic Döllel
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Renegade

Beitragsbild: Renegade

| Daniel Strele-Ramonis auf der App Launch Party

In der Welt der Kryptowährungen lauern viele Gefahren für Anleger. So konnten Cyberkriminelle im letzten Jahr 3,8 Milliarden US-Dollar in Kryptowährungen entwenden. Behörden und Investoren stehen vor Herausforderungen, was die Branche regelmäßig zu verstärkten Sicherheitsbemühen motiviert.

So ist zu verzeichnen, dass Behörden ihr Know-How mittlerweile signifikant erweiterten und eng mit Krypto-Unternehmen zusammenarbeiten, um Risiken effizienter zu erkennen und zu kommunizieren. Zu dieser effizienteren Kommunikation gehören auch Warnmeldungen von Institutionen wie der BaFin oder FMA, die als präventive Maßnahmen dienen und Investoren aufklären.

Das Krypto-Startup Renegade war im Januar 2023 Gegenstand einer solchen Warnmeldung der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein (FMA). DIese wurde allerdings zurückgezogen, nachdem die bestehenden Unklarheiten, geklärt wurden. Abgesehen davon besteht aktuell eine allgemeine Warnmeldung, die vor Investitionen in Krypto-Projekte warnt. Diese Warnmeldung ist jedoch generell für alle Krypto-Projekte gültig und sensibilisiert die Investoren vor möglichen Risiken.

Im Folgenden Interview äußert sich der Renegade-CEO Daniel Strele-Ramonis zu Fragen zum Ökosystem, Warnmeldungen der BaFin und Krypto-Sicherheit im Allgemeinen:

BTC-ECHO: Es gab auch nach der Rücknahme der Warnmeldung Nutzer, die Renegade kritisch sehen. Wie reagierst du darauf und wie könnt ihr das Vertrauen dieser potenziellen Investoren gewinnen?

Daniel Strele-Ramonis: Am Anfang war es eine Herausforderung, mit kritischen Kommentaren umzugehen. Mittlerweile können wir sagen, dass dieser Prozess für Renegade sogar positiv war, da mehr Vertrauen bei den Investoren erzeugt wurde. Wir sind mit dem Thema und der Warnmeldung sehr transparent umgegangen. Mittlerweile ist unsere App mit der IBAN-Konto-Funktion in den App Stores und unsere Warteliste füllt sich täglich.

BTC-ECHO: Was macht Renegade anders als N26 oder Bitpanda?

Daniel Strele-Ramonis: Laut unserer Recherche bieten einige Startups zwar ebenso IBAN Accounts und Krypto Integration an, jedoch kann man zum Beispiel bei N26 keine Kryptowährungen senden und empfangen. Das zerstört den Grundgedanken von Kryptowährungen.

Renegade hingegen bietet eine echte Krypto-Integration, bei der man Kryptos empfangen und versenden. Darüber hinaus sind andere Blockchain-Funktionen, wie Staking und Farming möglich.

Zusätzlich integrieren wir traditionelle Bankdienstleistungen wie IBAN und VISA-Karten. Im Vergleich dazu bietet Bitpanda nur einen IBAN für Einzahlungen an, jedoch keinen vollwertigen IBAN Account, wie man ihn von seiner Hausbank kennt.

BTC-ECHO: Also eine Symbiose zwischen Krypto-Börse und Bankkonto?

Daniel Strele-Ramonis: Unser Partner ist keine Bank, sondern ein Electronic Money Institute (EMI). Sie bieten einen vollwertigen IBAN-Account, jedoch ohne Überziehungsrahmen. Wir haben eine Partnerschaft mit Orka Ventures, um Mikrokredite anzubieten und möglicherweise in Zukunft weitere Finanzierungsoptionen zu entwickeln.

BTC-ECHO: Wann können wir die App voraussichtlich erwarten?

Daniel Strele-Ramonis: Seit einigen Tagen befindet sich die erste Version der App in den offiziellen App Stores von Google und Apple. Diese Version beinhaltet reguläres Banking mit einer virtuellen VISA-Karte, gefolgt von der Integration von Google- und Apple-Pay und dem Versand physischer Karten. In der nächsten Phase wird die volle Krypto-Integration implementiert.

BTC-ECHO: Noch einmal zurück zur Warnmeldung. Wie ist es zu dieser Meldung gekommen?

Daniel Strele-Ramonis: Renegade hat bewusst Liechtenstein als Standort gewählt und war stets transparent bezüglich der Kommunikation mit der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein (FMA). Obwohl die Rückmeldung der FMA negative Auswirkungen hatte, zeigte sie gleichzeitig, dass Renegade in einer regulierten Jurisdiktion tätig ist und uns auf die Finger geschaut wird.

Die FMA störte sich an einigen Formulierungen auf der Webseite, die den Eindruck erwecken könnten, dass Renegade über eine Banklizenz oder Kryptoverwahrlizenz in Liechtenstein verfügt, was jedoch nicht der Fall ist.

Renegade kommunizierte diese Missverständnisse offen und die Klärung hatte oberste Priorität. Die Rücknahme der Warnmeldung durch die FMA dauerte länger als erwartet, aber am Ende konnten wir mit noch mehr Enthusiasmus an der Verwirklichung unserer Vision arbeiten.

BTC-ECHO: Wie lange hat es gedauert, bis die FMA die Warnmeldung wieder löschte?

Daniel Strele-Ramonis: Der ganze Prozess dauerte knapp 5 Monate, was natürlich eine Herausforderung für uns darstellte. Wir sind allen Anforderungen der FMA nachgekommen, was mit enormer Arbeit und Kosten verbunden war. Unsere Rechtsanwaltskanzlei hat eine 57-seitige Legal Opinion verfasst, um zu erklären, warum wir momentan keine Lizenz benötigen.

Nach einem persönlichen Gespräch, einem Kennenlernen unseres Projekts und nachdem wir allen Anforderungen der FMA nachgekommen sind, hat die FMA entschieden, die Warnmeldung zu löschen. Dies war ein bedeutender Schritt für uns und hat dem Projekt viel Vertrauen geschenkt.

BTC-ECHO: Kannst du zusammenfassen, was in dieser Legal Opinion steht?

Daniel Strele-Ramonis: In der Legal Opinion wird detailliert erklärt, wie unsere App funktioniert, insbesondere der Fluss der Krypto-Funds in Euro (FIAT) und welche Lizenzen unsere Partner besitzen. Die rechtliche Analyse kommt eindeutig zu dem Schluss, dass wir derzeit keine Lizenz benötigen. Ähnlich wie andere Fintech-Start-ups binden wir Partner per API im Hintergrund ein.

BTC-ECHO: Plant ihr in Zukunft auch, selbst eine Bank- oder Kryptoverwahrlizenz zu erwerben?

Daniel Strele-Ramonis: Unser Ziel ist es, eine eigene EMI Lizenz zu erhalten. Wir haben bereits eine Virtual Asset Service Provider Lizenz beantragt. Obwohl dieser Schritt schon in die richtige Richtung geht, ist eine EMI Lizenz eine größere Herausforderung, da man dafür erhebliches Kapital benötigt. Wir planen, diesen Prozess wahrscheinlich im nächsten Jahr zu starten.

BTC-ECHO: Wie sind die Tokenomics des RNG-Token?

Daniel Strele-Ramonis: Die Tokenonomics werden aktuell noch etwas verfeinert, um unseren Usern wirklich einen soliden Token anzubieten. Die Rewards werden in RNG ausgeschüttet, daher ist eine große Reserve notwendig. Aktuell ist unser Token ein Ethereum ERC20-Token mit insgesamt zehn Milliarden Token, es ist aber eine Multichain Lösung geplant.

BTC-ECHO: Laut Etherscan gibt es derzeit nur 14 RNG-Holder, obwohl Renegade über eine große Community verfügt. Wie passt das zusammen?

Daniel Strele-Ramonis: Die Token wurden bereits gemintet, aber noch nicht versandt. Sie werden erst nach dem Listing im Jahr 2024 auf die Wallets der Käufer übertragen. Wir haben in unserem ICO Dashboard über 2.000 Investoren, die Token gekauft haben.

BTC-ECHO: Handelt es sich bei der Freischaltung dann um lineares Vesting oder Klippen-Vesting?

Daniel Strele-Ramonis: Die Tokeninhaber erhalten ihre Token schrittweise über einen Zeitraum von sechs Monaten. Monatlich entsperren wir ein Sechstel der gekauften Token.

BTC-ECHO: Bei einem Token-Scan fallen drei Sicherheitsrisiken auf. Eine davon: “Der Token-Eigentümer kann bis zur maximalen Vorratsobergrenze von 10 Milliarden neue Token minten.” Ändert Renegade das noch?

Daniel Strele-Ramonis: Im Token-Contract haben wir die Möglichkeit, das Minting zu beenden. Bisher haben wir das noch nicht umgesetzt. Wenn wir beschließen, Token zu verbrennen, werden wir voraussichtlich auch das Minting beenden. Wir möchten diese Entscheidung jedoch noch offen lassen, bis die endgültige Version der Tokenonomics fertig ist.

BTC-ECHO: Wie finanziert sich Renegade?

Daniel Strele-Ramonis: Bis jetzt haben wir uns durch eine Kombination aus eigenem Investment und dem Token Sale finanziert. Da die App nun live ist, haben wir zwei weitere Komponenten für unsere Einnahmen. Im Gegensatz zu Unternehmen wie Revolut und N26, die bisher viel Venture-Capital eingesammelt und Schwierigkeiten haben, profitabel zu werden, haben wir ein Geschäftsmodell, das auf Crypto Exchanging basiert und uns damit als Cashcow dient.

BTC-ECHO: Wie viele der Token gingen bereits an Familie und Freunde?

Daniel Strele-Ramonis: Die Family-Friends-Runde hat uns insgesamt 300.000 Euro eingebracht, der Preis pro Token betrug fünf Cent. Mein persönliches Investment betrug 700.000 Euro. Im aktuellen Private Sale haben wir weitere 1,5 Millionen Euro eingesammelt. Insgesamt sind also bereits 2,5 Millionen Euro in Renegade investiert.

BTC-ECHO: Ihr wollt den RNG-Token auf einer Tier-1-Börse bringen. Klappt das?

Daniel Strele-Ramonis: Wir sind derzeit im Gespräch mit mehreren Börsen, jedoch ist unsere Reichweite aktuell noch nicht ausreichend. In Kürze startet unser Marketingteam und wir erwarten ein starkes Wachstum der Community, was uns schließlich die Möglichkeit geben sollte, auf einer Tier Eins Exchange zu listen.

BTC-ECHO: Was plant Renegade in Zukunft?

Daniel Strele-Ramonis: Obwohl unser Hauptsitz in Liechtenstein ist, haben wir ein Büro in Madrid, weil wir auch den lateinamerikanischen Markt anvisieren wollen. Unser Ziel ist es, die App nicht nur im deutschsprachigen Raum zu etablieren, sondern auch nach Lateinamerika zu bringen.

Wir sehen dort großes Potenzial für unsere App, da viele Menschen Geld nach Hause schicken und wir eine benutzerfreundliche Crypto On/Off Ramping Funktion in die App integrieren können. Wir möchten Banken und Kryptowährungen nicht als konkurrierend sehen, sondern Synergien schaffen und beide Systeme in einer nützlichen App verschmelzen.

BTC-ECHO: Es gibt Gerüchte zu deiner Person und einem Unternehmen namens Cloud7. Wie ist deine Stellungnahme?

Daniel Strele-Ramonis: Bei einer Online-Recherche trifft man auf verschiedene Personen mit meinem Namen, einige davon in Verbindung mit Insolvenzen. Für mich ist das kein Problem, denn ich sehe Insolvenz nicht als Makel. In Deutschland und Österreich wird Insolvenz oft negativ wahrgenommen, anders als im Silicon Valley, wo sie als wertvolle Erfahrung gilt. Dort wird das Gründen mehrerer Start-ups, auch wenn einige scheitern, als Teil des Lernprozesses angesehen.

Hier hingegen lastet oft der Druck, bereits im ersten Anlauf erfolgreich zu sein. Einen Misserfolg betrachtet man oft kritisch. Ich sehe das anders: Es ist wichtig, unsere Sichtweise zu ändern und Scheitern als Chance zum Lernen und Wachsen zu betrachten. Vielen Dank für dieses aufschlussreiche Gespräch.

Disclaimer: Dieses Interview dient lediglich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar.

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