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Illegal, legal, egal? OpenSea: Insider-Trading wird von der Community bestraft

Ein Mitarbeiter nutzt Insider-Wissen, um sich die Taschen mit NFT-Geld vollzustopfen. OpenSea zieht nun Konsequenzen.

Marlene Müller
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Handy mit geöffneter OpenSea Seite liegt auf Geldscheinen

Beitragsbild: Shutterstock

Dass das Verhalten einzelner Mitarbeiter den Ruf eines ganzen Unternehmens beschmutzen kann, hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt. Dass es jetzt OpenSea, eine Handelsplattform für NFT, trifft, hat dann aber wohl niemand kommen sehen. Nun wird allerdings der Leiter der Produktentwicklung, Nate Chastain, beschuldigt, Insider-Trading betrieben zu haben. Damit ‘schafft’ es das 1,5 Milliarden US-Dollar wertvolle Unternehmen sogar in die Mainstream-Nachrichten des US-amerikanischen TV-Senders CNBC.

Das “Ebay der NFT” hat das “enttäuschende” Verhalten in einer Pressemitteilung vom 15. September bereits bestätigt. Darin schrieben sie:

Gestern haben wir erfahren, dass einer unserer Mitarbeiter Artikel gekauft hat, von denen er wusste, dass sie auf unserer Titelseite angezeigt werden sollten, bevor sie dort öffentlich erschienen.

OpenSea

Die Pressemitteilung nennt jedoch keinen Namen. Stattdessen veröffentlicht @ZuwuTV auf Twitter ein Statement, mit dem er Nate Chastain zum Hauptverdächtigen macht. OpenSea hat das bislang nicht bestätigt. Ebenfalls hat sich das Unternehmen noch nicht zu seinem Vorgehen geäußert.

Hey @opensea, warum sieht es so aus, als hätte @natechastain ein paar geheime Wallets, die anscheinend eure Frontpage-Drops kaufen, bevor sie gelistet werden. [Es sieht so aus, als würde] er sie dann kurz nach dem Frontpage-Hype mit Gewinn verkaufen und die Erlöse danach in seine Wallet purzeln lassen?

@ZuwuTV, Twitter

OpenSea zieht Konsequenzen

OpenSea gab in der Pressemitteilung bekannt, dass das Unternehmen mit sofortiger Wirkung ihre Unternehmensleitlinien angepasst hätten. Diese würden nun explizit besagen, dass OpenSea-Teammitglieder weder von Sammlungen noch Schöpfer:innen Produkte kaufen oder verkaufen dürfen, während die OpenSea-Plattform sie darstellt oder fördert. Und, dass Teammitglieder keine vertraulichen Informationen zum Kauf oder Verkauf von NFT verwenden dürfen. Davon sei unabhängig, ob sie auf der OpenSea-Plattform verfügbar sind oder nicht.

Zugleich sprechen sie davon, dass sie eine “sofortige und gründliche Überprüfung dieses Vorfalls durch eine dritte Partei” vornehmen lassen würden. Ob Chastain bereits eine Kündigung erhalten hat, ist hingegen noch nicht öffentlich.

Rechtlich wird er durchkommen

Solange NFT nicht als Wertpapiere oder Rohstoffe klassifiziert sind, ist Insider-Trading gesetzlich nicht verboten. Doch, wie die Aussagen des Vorsitzenden der Börsenaufsicht SEC (United States Securities and Exchange Commission) annehmen lassen, wünschen es sich die Aufsichtsbehörden anders. Gary Gensler sagte in einer Zeugenaussage vor der Bankenaufsicht etwa, dass “sehr viele” der Kryptowährungen, einschließlich Stablecoins, in Wirklichkeit Wertpapiere oder Anlageverträge seien. Aktuell wird über die Aufgabenbereiche der SEC und die Einstufung von Kryptowährungen als Wertpapiere diskutiert.

Vermutlich hat Chastain nochmal Glück gehabt und kann sich mit seinen Gewinnen von OpenSea verabschieden. Das Unternehmen muss sich derweilen der Twitter Community gegenüber rechtfertigen, warum es eine zentrale und keine dezentrale Plattform anbietet. Auch hinterfragen einzelne bereits die Stellung OpenSeas als größte NFT-Handelsplattform. Somit ist es nicht überraschend, dass das tägliche Transaktionsvolumen von OpenSea in den letzten Tagen bereits um 80 Prozent seit August eingebrochen ist.

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