Vom Fließband ins Regal Nike und Universität Auburn testen Lieferketten-Blockchain
David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Quelle: Shutterstock

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Gemeinsam mit den Forschern der Universität Auburn und weiteren Partnern hat der US-Sportartikelhersteller Nike eine Machbarkeitsstudie zum Einsatz der Blockchain-Technologie im Bereich seiner Lieferketten durchgeführt. Ziel des Projekts war es, Produktdaten zwischen den unterschiedlichen Stationen der Lieferketten zu teilen und so für transparente Absatzwege zu sorgen. Nun soll die Technologie in einem Pilotprojekt erprobt werden.

Ob am Urlaubsstrand, beim Online-Shopping oder im Geschäft um die Ecke – immer häufiger sind Kleidungs- und Textilhersteller Opfer von Produktpiraterie. Gefälschte Markenprodukte sind ein Milliardengeschäft und kosten die großen Marken jährlich beachtliche Summen. Um die Echtheit seiner Produkte zu garantieren und gleichzeitig Fälschungen sowie großangelegtem Diebstahl das Handwerk zu legen, könnte der US-Sportartikelhersteller Nike künftig auf Blockchain-Technologie setzen.


Am Mittwoch, dem 4. März, veröffentlichten Forscher der Universität Auburn die Ergebnisse einer gemeinsamen, großangelegten Machbarkeitsstudie zur Anwendung von Blockchain-Lösungen im Lieferkettensegment. Weitere Teilnehmer der Studie waren neben dem Textilkonzern PVH zudem die Labels wie Tommy Hilfiger und Calvin Klein, der Jackenhersteller Herman Kay sowie die beiden Kaufhausketten Kohl’s und Macy’s.

Ziel des gemeinsamen „Chain Integration Project“ war es, die serialisierten Produkt- und Lieferdaten zwischen den unterschiedlichen Parteien der Lieferketten auszutauschen. Hierfür wurden Schuhe, Damenunterwäsche und Winterjacken mithilfe von Magnetsensoren markiert und sämtliche Transaktionen anschließend auf der Blockchain registriert. Zum Einsatz kam dabei die Technologie aus dem Hause Hyperledger.

Von Januar bis Dezember 2019 konnten so insgesamt über 220.000 Produkte auf ihrer Reise um den Globus zurückverfolgt werden – ohne dass diese auf dem Weg vom Fließband ins Regal verlorengingen oder sich Fälschungen unter die Markenware mischten.


Tadellos verlief der Testlauf jedoch nicht. Wie es in der Studie heißt, gestaltete sich der Datenaustausch zwischen Produzenten, Lieferanten und Verkäufern sehr viel langsamer als erwartet. Eine dauerhafte, flächendeckende Anwendung in den Unternehmen sei demnach noch nicht möglich. Für die Zukunft gelte es nun, weiter an der Technologie zu feilen.

Dies wollen die Forscher anpacken und das Projekt angesichts der „wachsenden Reife der Blockchain“ in einem weiteren Pilotversuch vorantreiben. In diesem zweiten Probelauf soll die Technologie dann unter realeren Bedingungen zum Einsatz kommen.

Blockchain in Lieferketten – Ein bewährtes Rezept

Weltweit setzen derweil bereits zahlreiche Handelsorganisationen und Unternehmen auf die Versprechen der Blockchain. Vor allem für die Absicherung und Überwachung von Lieferketten ist die Technologie ein ebenso bewährtes wie beliebtes Rezept. So sind es in erster Linie Hersteller von Produkten mit sensiblen Absatzwegen wie etwa Kaffee, Meeresfrüchten oder Gold, die deren Potentiale ins Visier nehmen.

Doch auch abseits der Lieferketten kommen Distributed-Ledger-Lösungen zum Einsatz. Nike, als wohl gewichtigster Teilnehmer des Auburn-Studie, zeigt sich seit Längerem offen für die Potentiale der Blockchain. Während der Handel gefälschter Sneaker weltweit boomt – besonders in China – hat sich der Sportartikel-Riese aus dem US-Bundesstaat Oregon zuletzt einen eigenen Schuh-Token patentieren lassen. Mit diesem sollen Sneaker-Besitzer die Echtheit ihres begehrten Schuhwerks prüfen und gegenüber anderen garantieren können.


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