Millionen für eine Blockchain-Stadt in Nevada
Leopold Bosankic

von Leopold Bosankic

Am · Lesezeit: 3 Minuten

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Eine Blockchain, 250 Millionen US-Dollar und ein Grundstück, das dreimal so groß wie München ist. Das ist Jeffrey Berns’ Vision einer Blockchain-Stadt. Die Stadt soll alles haben, was eine normale Stadt auch hat – nur auf Blockchain-Basis. Doch Steuern (und offenbar auch Wasser) gibt es nicht, dafür Strom über die Blockchain und einen Campus für Programmierer, der siebenmal so groß ist wie die TU Berlin.

Die Firma Blockchains, LLC hat 250 Millionen US-Dollar in ein Grundstück im Bundesstaat Nevada investiert. Die Fläche von ca. 300 km2 ist dreimal so groß wie München. Der Firmengründer Jeffrey Berns war Anwalt und ist nun Krypto-Millionär mit einer Vision: eine Stadt zu bauen, wie jede andere, mit Häusern, Schulen und Firmen. Doch er möchte alles mit einer Blockchain verknüpfen. Dabei handelt es sich für Jeffrey Berns um keine Stadt im herkömmlichen Sinne, sondern um „eine Reihe von verschiedenen Projekten, um die Macht der öffentlichen Blockchain aufzuzeigen“, wie er in der Präsentation erklärt.


Wohnungen und eigene Identitäts- und Krypto-Custody-Systeme als Grundstein

Wie in jeder Stadt wird es Wohnungen, Geschäfte und Schulen geben. Darüber hinaus gibt es für die Stadt bereits ein eigenes Identitäts- und Krypto-Custody-System.

Die Custody-Lösung besteht aus sogenannten Executable Distributed Code Contracts (EDCC), einer Art Smart Contract. Details dazu verrät Jeffrey Berns keine. Für die Aufbewahrung hat Blockchains, LLC Bunker in den USA, Schweden und der Schweiz gekauft.

Eigene Entwicklungs- und Produktionsstudios

Ein weiterer zentraler Teil der Stadt ist das Graphene Valley; ein Campus für Blockchain-Entwickler mit einer Größe von ca. 4 Millionen m2. Zum Vergleich: Die TU Berlin hat eine Fläche von etwa 604.000 m². Der Campus muss groß sein, denn die Entwickler sollen nicht nur an Blockchains forschen, sondern auch an Künstlicher Intelligenz, Nanotechnologie und 3D-Druck. Bei der Arbeit darf aber auch der Spaß nicht zu kurz kommen. Deshalb plant Blockchains, LLC zudem eine E-Sport-Arena und ein Studio, welches Filme, Musik und Spiele verlegt. Dabei will Jeffrey Berns die Blockchain-Technologie nutzen, um Spielstände abzuspeichern oder das produzierte Material zu vertreiben.

Strom über die Blockchain, verteilte Organisation aber keine Steuern

All diese Aktivitäten benötigen Strom. Auch dieser kommt über Blockchains. Dafür hat Blockchains, LLC mit NV Energy eine Absichtserklärung unterschrieben. NV Energy ist ein Energielieferant aus Las Vegas. Gemeinsam mit Blockchains, LLC wollen sie blockchainbasierte Konzepte für den Handel mit Energie entwickeln. Um die Stadt zu verwalten, hat Jeffrey Berns die Distributed Collaborative Entity (DCE) erfunden. Das ist eine Art Dezentrale Autonome Organisation (DAO), welche alle Einnahmen und Entscheidungen verwaltet. Fünf bis sechs Gruppen sollen diese DCE leiten und eine Gruppe davon sollen Entwickler sein. Diese Gruppen sollen alle Entscheidungen treffen und verdienen 90 Prozent der Gewinne. Und diese Gewinne könnten sehr attraktiv sein: Investoren müssen sie gar nicht bzw. kaum versteuern. Einwohner Nevadas zahlen gar keine Einkommensteuer und ausländische Investoren erhalten eine Vergünstigung (Nevada gehört zu den sogenannten Opportunity Zones).


Ähnlich den Steuern (aber deutlich problematischer) fehlt anscheinend (abgesehen von Elektrizität) jegliche Infrastruktur. Über den öffentlichen Transport, das Gesundheitswesen oder die Wasserversorgung hat Jeffrey Berns in seiner Präsentation nicht gesprochen.

Bewusst ambitioniert

Die Idee von Smart Citys wie sie Blockchains, LLC plant, ist nicht neu. Ein Beispiel bietet etwa auch die südkoreanische Planstadt Songdo City. Auch modernisieren sich viele Städte, indem sie Blockchains einsetzen. Zuletzt das Emirat Dubai; mit der „Dubai Blockchain Platform“ will es die staatliche Verwaltung voranbringen.

Sinnvoll sind auch die einzelnen Projekte, die Blockchains, LLC plant. Dass sie sehr ambitioniert sind, weiß auch Jeffrey Berns:

„Das wird entweder das größte Ding aller Zeiten oder der spektakulärste Crash in der Geschichte der Menschheit“.

EDIT (7.11.2018): In der ursprünglichen Version dieses Artikels wurde die Fläche des erworbenen Gebiets als „dreimal so groß wie Bayern“ bezeichnet. Gemeint war jedoch die Fläche der Landeshauptstadt München. 

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