Das Feuer der Erde Mehr als nur ein Meme: Wieso Bitcoin-Vulkan-Mining bald Realität werden könnte
David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Ein Vulkan bricht aus.

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El Salvador bastelt fleißig weiter an einer Bitcoin-getriebenen Zukunft. Mining aus Vulkanenergie könnte schon bald in die Tat umgesetzt werden.

Bitcoin: Das ist die direkte Umwandlung von Energie in ein monetäres Medium. Sei es Wasserkraft, Atomkraft, Kohlekraft oder Windkraft – Bitcoin-Minen suchen überall auf der Welt nach günstigem Strom. Schließlich ist der Mining-Markt derart kompetitiv, dass Stromkosten über 0,2 US-Dollar pro Kilowattstunde (KWh) schon prohibitiv werden. In Deutschland kann man profitables Mining also von vorneherein vergessen. Mit Strompreisen von durchschnittlich 0,31 Euro pro KWh Strom sind die einfach zu hoch.


Nun könnte das Bitcoin-Netzwerk aus einem weiteren Energieträger gespeist werden, den so noch niemand auf dem Schirm hatte. Die Rede ist von Geothermie. Spätestens seit El Salvadors Präsident Bukele angekündigt hat, in dem mittelamerikanischen Kleinstaat BTC mittels Vulkanenergie zu schürfen, ist die Community außer Rand und Band. Bukele habe den Vorsitzenden des Stromkonzerns angewiesen, einen entsprechenden Plan auszuarbeiten, schreibt er am Morgen des 9. Juni auf Twitter.

Gesagt getan. Denn bereits zwei Tage später twittert Bukele ein Drohnenvideo von dem künftigen Kraftwerksstandort. Schon bald sollen dort Bitcoin-Minen stehen, die “100 Prozent sauber und aus günstigem Strom” gespeist werden.

Ein guter Tag für El Salvador

Der Schritt ist gleich aus mehreren Gesichtspunkten bemerkenswert. Einerseits ist das schiere Tempo, in dem die Regierung des Landes ihre Pläne für ein Krypto-freundliches El Salvador in die Tat umsetzt, beeindruckend. Wir erinnern uns: Erst am Mittwoch erreichte uns die Nachricht, dass das Parlament des Landes das Bitcoin-Gesetz verabschiedet hatte. Seitdem ist Bitcoin in El Salvador gesetzliches Zahlungsmittel und dem US-Dollar rechtlich gleichgestellt.

Außerdem sind die Bestrebungen El Salvadors ein Beleg dafür, dass der Trend immer mehr in Richtung erneuerbare Mining geht. Statt dreckigem Kohlestrom nutzt das Land eine natürliche und saubere Energieform: Geothermie. Die Wärmeenergie aus den Vulkanen ist ohnehin vorhanden – warum diese also nicht nutzen um damit die finanzielle Inklusion des Landes voranzutreiben?


Das bringt uns zu einem weiteren Vorteil des Bitcoin-Kurses der Regierung. Denn anstatt von US-Dollar-Devisen (El Salvador hat keine eigene Fiatwährung), kann das Land jetzt auf die “Produktion” eigener Währungseinheiten setzen. Sofern geschürfte BTC im Land bleiben, können diese etwa für den Aufbau einer digitalen Infrastruktur eingesetzt werden. Diese ist auch dringend geboten. Schließlich ist der Einsatz von Bitcoin als Zahlungsmittel nur dann gangbar, wenn die Bürger:innen des Landes über einen stabilen Internetzugang verfügen – auch in ländlichen Regionen.

Bitcoin Mining wird grüner

Gerade für den Ausbau erneuerbare Energien könnte sich das Bitcoin Mining künftig als wahrer Segen herausstellen. Denn wie etwa während der Regenzeit im chinesischen Sichuan zu sehen ist, können BTC-Minen als flexibler Abnehmer für ein Überangebot an Strom fungieren. Sollte der Vulkan also einmal auf Hochtouren sprudeln, könnte El Salvador seine Rigs anschmeißen und mit wenig Aufwand digitales Gold schürfen. Steigt die Nachfrage nach Strom in anderen Sektoren, könnte man die Minen aber auch ohne große Verluste kurzfristig abschalten und anderen Industrien den Vortritt lassen. So dienen Miner quasi als Ausgleich für Spannungsspitzen und -Täler.

Dass das Mining immer grüner wird, zeigt auch ein Blick nach China. In mehreren chinesischen Provinzen ist das Schürfen nach digitalen Wertspeichern ab sofort verboten, sofern dabei fossile Brennstoffe zum Einsatz kommen.

Zuletzt gab es eine Reihe von Interessensbekundungen an dem Bitcoin-Kurs El Salvadors aus Lateinamerika. Wir haben die Ereignisse in unserem Newsticker zusammengetragen.

Dieser Artikel erschien bei BTC-ECHO bereits am 12. Juni. Er wurde nun erneut geprüft und aktualisiert.


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