Weltweit besitzen 135.694 Menschen digitale Vermögenswerte im Wert von mindestens einer Million US-Dollar. Das geht aus dem Crypto Wealth Report 2026 hervor, den die Beratungsfirma Henley & Partners am Dienstag veröffentlichte. 92.272 dieser Millionäre verdanken ihr Vermögen Bitcoin. Nach oben wird die Pyramide allerdings schnell schmal, denn nur 290 Personen halten digitale Vermögenswerte im Wert von mehr als 100 Millionen US-Dollar
An der absoluten Spitze stehen die insgesamt 23 Krypto-Milliardäre. Die Basis bilden hingegen 742 Millionen Menschen, welche Kryptowährungen in beliebiger Höhe besitzen. Auffällig ist auch hier die Rolle von Bitcoin, denn bei den Millionären entfallen 68 Prozent auf die älteste Kryptowährung, bei den Centi-Millionären 52 Prozent und bei den Milliardären nur noch 40 Prozent. Je größer das Vermögen, desto breiter ist es also über verschiedene Assets gestreut.
Bemerkenswert ist der Zeitpunkt, denn der Bitcoin-Kurs lag Ende August rund 38 Prozent unter seinem Allzeithoch vom Oktober 2025, zur Jahresmitte waren es zeitweise über 50 Prozent. Die Zahl der Investoren weltweit wuchs trotzdem weiter.
“Kryptowährungen mögen grenzenlos sein, die Familien, denen sie gehören, jedoch nicht”
Henley & Partners betrachtet den Bericht nicht als bloßen Selbstzweck. Die Firma berät Vermögende bei Wohnsitz- sowie Staatsbürgerschaftsfragen und beobachtet steigende Nachfrage aus dem Krypto-Sektor. Dominic Volek, Leiter der Privatkundenabteilung, erklärt diesbezüglich: “Kryptowährungen verändern die traditionelle Gleichung: Das Vermögen selbst benötigt zwar keine bestimmte Gerichtsbarkeit mehr, der Eigentümer jedoch schon. Immer häufiger konkurrieren Länder nicht nur um Kapital, sondern auch um die Menschen, die es kontrollieren.”
Der Henley Crypto Adoption Index bewertet 36 Staaten anhand von über 900 Datenpunkten, wobei Singapur zum vierten Mal in Folge führt. Die Vereinigten Arabischen Emirate rücken von Platz fünf auf zwei vor und erhalten die volle Punktzahl bei der Steuerfreundlichkeit, da weder Handel noch Staking besteuert werden. Hongkong belegt Rang drei, die USA folgen als einziges Land mit der Höchstwertung bei “Verbreitung in der Bevölkerung”. Die Schweiz komplettiert die Top Five, Malta erreicht Platz sechs mit der besten Bewertung beim regulatorischen Umfeld.
In Europa können sich einzelne EU-Staaten allerdings kaum noch über eigene Krypto-Regeln abheben, seitdem die MiCA-Verordnung vollständig gilt. Der Wettbewerb verlagert sich daher auf andere Aspekte wie die steuerliche Behandlung und das Aufenthaltsrecht. Portugal etwa, im Index auf Rang 23, stellt Gewinne aus Beständen steuerfrei, die länger als ein Jahr gehalten werden. In Deutschland zeichnet sich aktuell eine Verschärfung ab: Ein Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums sieht vor, Krypto-Gewinne ab 2028 pauschal mit 25 Prozent Abgeltungsteuer zu belegen, unabhängig von der Haltedauer.
Ein methodischer Hinweis zum Schluss: Henley & Partners hat die Berechnung für diese Ausgabe umgestellt. Die Zahlen lassen sich deshalb nicht mit früheren Berichten vergleichen, Veränderungsraten weist die Firma bewusst nicht aus.
