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Sicher durch die Krise  Krypto-Bärenmarkt: 5 Tipps, wie man einen kühlen Kopf bewahrt

Bitcoin und Altcoins stürzen ins Bodenlose. Grüne Vorzeichen haben sich bislang als Bärenmarktrallye entpuppt. Umso wichtiger ist es nun, mit den richtigen Strategien beziehungsweise mit dem richtigen Mindset, der aktuellen Marktphase zu begegnen. Nachfolgend daher fünf Tipps, wie man rationale Entscheidungen im Kryptomarkt trifft, die sich langfristig bezahlt machen können.

Sven Wagenknecht
 |  Lesezeit: 5 Minuten
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Beitragsbild: Shutterstock

| Beitragsbild: Shutterstock | Der Kryptomarkt ist schwer von der Makrolage getroffen.

Es ist schwierig, dieser Tage über ein anderes Thema zu schreiben und zu sprechen, als die Krise am Kryptomarkt. Die allermeisten Investoren verlieren gerade sehr viel Geld mit ihren Kryptowährungen und Tech-Aktien. Entsprechend groß ist die Nachfrage nach Orientierungshilfe, um als Investor schnell wieder aus der Verlustzone zu kommen. Folgende fünf Tipps könnten dabei helfen.

1) Soll ich jetzt alle Kryptowährungen verkaufen?

Die Antwort auf diese Frage ist relativ simpel. Wer nicht daran glaubt, dass sich Kryptowährungen als Anlageklasse durchsetzen werden und lediglich einen temporären Hype darstellen, der sollte mit der Überlegung schwanger gehen, alles zu verkaufen.

Wer hingegen davon überzeugt ist, dass sich Kryptowährungen weiter durchsetzen, muss lediglich einzelne Positionen hinterfragen, nicht aber sein Investment in den Sektor. Mit gerade einmal 800 Milliarden Marktkapitalisierung ist der gesamte Markt kleiner als jeweils die fünf größten Unternehmen auf dieser Welt. Wer also daran glaubt, dass Web 3.0, NFTs, DeFi, Metaverse etc. in Zukunft eine größere Wertschöpfung generieren können als beispielsweise eine Microsoft, Apple oder Amazon, kann auch sehr optimistisch in die Zukunft Bitcoin, Ether und Co. blicken. Schließlich unterliegt der gesamte Kryptosektor einem gewissen Wachstumszwang. Wenn er nicht scheitern will, dann muss er langfristig das jetzige Niveau deutlich übersteigen, ergo signifikant andere Bewertungslevel hervorbringen.

2) Rauszoomen hilft

Wer auf eine der einschlägigen Kurs-Chartseiten wie auch die von BTC-ECHO geht, der stellt fest, dass er in der Regel die Monatsansicht oder die 24-Stundenansicht voreingestellt ist. Kurzfristig mag einen dieser zeitliche Ausschnitt am meisten interessieren, er kann aber auch dazu führen, dass man Entwicklungen überbewertet. Manch einer verfällt gar in Panik.

Es empfiehlt sich daher, gelegentlich rauszuzoomen und sich die letzten Jahre der Kursentwicklung anzuschauen. Beispielsweise steht der aktuelle Bitcoin-Kurs ungefähr da, wo wir im Herbst 2020 standen. Bei Ether ist es der Januar 2021. Für Krypto-Neulinge mögen ein bis zwei Jahre viel sein. Die Realität ist allerdings, dass derart große und marktverändernde Innovationen viele Jahre an Findungs- und Umsetzungphasen benötigen. Dass diese von Marktschocks heimgesucht werden, ist normal.

3) Aktien, Anleihen und Rohstoffe: Makrolage im Blick halten

Kryptowährungen sind eine Anlageklasse von vielen. Es ist daher ratsam, den gesamten Finanzmarkt im Blick zu haben, um aktuelle Kursentwicklungen in den makroökonomischen Gesamtkontext einordnen zu können. Die Kurse von unprofitablen Tech-Aktien sind genauso unter die Räder geraten wie Kryptowährungen.  

Der Kryptomarkt korreliert mehr denn je, bei entsprechend hoher Volatilität. Wer die Perspektive von Kryptowährungen aufgrund der Kurskorrektur anzweifelt, müsste dies folgerichtig auch bei Tech-Aktien diverser Couleur machen. Zu verstehen, dass sich gerade der gesamte Finanzsektor in Alarmbereitschaft befindet – hohe Cashquote und Umstrukturierung in Sicherheit – kann wiederum helfen, die Krypto-Korrektur nicht überzubewerten. Die Zeiten, in denen der Kryptomarkt entkoppelt vom Finanzmarktgeschehen funktionierte, sind allemal vorbei.

4) Kryptowährungen: eine irrationale Anlageklasse?

Der Kryptomarkt ist im Vergleich zu anderen Anlageklassen recht irrational und vergleichsweise schlecht zu bewerten. Zumal viele unprofessionelle Retail-Anleger relativ zu institutionellen Investoren vertreten sind. Das bedeutet wiederum auch, dass die Kurse vor allem stimmungsgetrieben sind. Kritisch formuliert könnte man von Fantasiekursen sprechen, da ihre Bewertung vor allem auf der erwarteten zukünftigen Nutzbarkeit aufbaut (beachtet man Kennziffern wie Netzwerkdaten und Transaktionsvolumen, dann ist das sicherlich zu kurz gegriffen).

Investoren können sich jene Marktpsychologie zunutze machen, indem sie sich mit Modellen der Behavorial Finance und den damit verbundenen Phasen beziehungsweise Zyklen auseinandersetzen. Diese Grundlagen der Verhaltensökonomie helfen dabei besser zu verstehen, warum wir und andere Marktteilnehmer so ticken wie wir ticken. Daraus wiederum lässt sich eine gesunde Distanz zum eigenen Handeln ableiten und einordnen, in welch einer Marktphase wir uns gerade befinden. Hilfreiche Modelle sind unter anderem der Gartner Hype Cycle oder die Fünf Sterbephasen nach der Neuinterpretation des Finanzanalytikers Barry Ritholtz.

5) Sparsamkeit zahlt sich aus

Kluges Investieren fängt nicht erst bei der Auswahl unserer Assets an. Wer zu viel für den Konsum ausgibt, kann folglich weniger Geld anlegen. Gerade in Zeiten von hoher Inflation, in der die meisten Menschen ärmer werden und mehr für den Supermarkteinkauf oder die Tankfüllung ausgeben müssen, kann sich eine gewisse Sparsamkeit auszahlen. Insbesondere dann, wenn die Preise für Vermögenswerte als günstig zu bewerten sind. Jeder Euro, den man aus Bequemlichkeit für den Coffee-To-Go zu viel ausgibt, könnte, richtig angelegt, drei, fünf oder mehr Euro in wenigen Jahren bedeuten. Die Opportunitätskosten der “Nicht-Sparsamkeit” sind aktuell so hoch wie seit sehr vielen Jahren nicht mehr. Vom Auto aufs Fahrrad umzusteigen oder sein Mittagessen vorzukochen, anstatt sich bei Lieferando etwas zu bestellen, kann aus diesem Grund ebenfalls Teil der eigenen Investmentstrategie sein.

Schließlich sind gute wie schlechte Werte oftmals im Kollektiv abgestraft wurden. Soll bedeuten: Während beispielsweise Memecoins voraussichtlich nicht mehr zur großen Erholung ansetzen werden, werden dies bestimmte DeFi- oder NFT-Protokolle sehr wohl tun. Die Kunst besteht nun darin, die Perlen zu finden, die übermäßig mit im Sog nach unten gezogen wurden.

Wer mehr Einordnungen zur aktuellen Marktlage möchte, dem sei das aktuelle BTC-ECHO Magazin empfohlen.

Disclaimer: Der Artikel spiegelt lediglich die persönliche Meinung des Autors wider und ist keinesfalls als Anlageberatung zu verstehen.

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