Übereifrige Geldwäscheprüfung 

Kraken befragt Kunden nach Verwendung ihrer Coins – Chef entschuldigt sich

Wer Monero kaufte und auf die eigene Wallet übertrug, bekam plötzlich unangenehme Post von seiner Börse. Was steckte dahinter?

Jan-Malte Minnerup
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Zwei Monero Münzen auf lila Hintergrund mit Kraken Schriftzug

Beitragsbild: Fotomontage

| Monero steht wegen seiner starken Privatsphäre-Funktionen seit Jahren im Fokus der Geldwäschebekämpfung

Seit der Einführung der europäischen MiCA-Verordnung sind die regulatorischen Anforderungen an Krypto-Börsen weiter gestiegen. Sie müssen unter anderem die Identität ihrer Kunden überprüfen und bei Auffälligkeiten die Herkunft von Geldern hinterfragen. Die Handelsplattform Kraken hat die Grenzen solcher Kontrollen aber offenbar überschritten, sodass sich der Geschäftsführer nach öffentlicher Kritik entschuldigen musste.

Kraken will Arbeitgeber und Verwendungszweck wissen

Betroffen waren Kunden, die den auf Privatsphäre ausgelegten Coin Monero gekauft und anschließend auf eigene Wallets übertragen hatten. In einer E-Mail wollte Kraken dann erfahren, bei welchem Unternehmen sie arbeiten und was sie mit den abgehobenen Geldern vorhatten.

Nun meldete sich Kraken Co-CEO Arjun Sethi zu Wort und bestätigte, dass die Schreiben von seiner Börse stammten. Dabei räumte er auch ein, dass keine Vorschrift diese Fragen verlangt hat und nannte als Auslöser einen jungen Kunden mit hohem Vermögen, den ein Mitarbeiter fälschlicherweise als verdächtig eingestuft hatte. Kraken zog die Anfragen daraufhin zurück und die betroffenen Kunden müssen nicht mehr auf das Schreiben antworten.

Was bedeutet das für deutsche Kraken-Kunden?

Weil Monero die wichtigsten Informationen bei Transaktionen verschleiert und für extreme Privatsphäre steht, gerät die Kryptowährung seit Jahren in Konflikt mit den Anforderungen zur Geldwäschebekämpfung. Auf der Krypto-Börse Kraken gelten deshalb auch seit August 2026 strengere Regeln für den Handel mit XMR. So dürfen innerhalb von 30 Tagen höchstens 1.500 US-Dollar ausgezahlt und 3.500 US-Dollar in Form des Privacy-Coins eingezahlt werden. In Deutschland ist Monero ohnehin seit Oktober 2024 nicht mehr bei Kraken handelbar.

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