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Justin Sun und das All-you-can-shill-Buffet – Das Meinungs-ECHO

Es kommt nicht häufig vor, dass Meldungen, die sich nicht um Bitcoin-Kursereignisse drehen, aus dem Krypto-Space in den Mainstream sickern. Tron-Mitgründer Justin Sun hat dies mit seinem jüngsten Marketing-Coup geschafft. Doch die Reaktionen auf das geplante Lunch mit Warren Buffet bleiben verhalten. Unter anderem auch deshalb, weil Sun im Vorfeld der Ankündigung die Werbetrommel besonders laut rührte. Das Meinungs-ECHO.

Christopher Klee
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Beitragsbild: Shutterstock

Justin Sun hat es wieder getan. Der Co-Founder des TRON-Projekts hat einmal mehr bewiesen, dass er der Meister des Hypes im Krypto-Space ist. Sein neuester Streich: Ein Mittagessen mit der Investorenlegende und Bitcoin-Toxikologe Warren Buffett. Die Rechnung hat Sun bereits bezahlt: das Buffet mit Buffett ersteigerte er für stolze 4,57 Millionen US-Dollar. Bevor Sun die Welt über sein erfolgreiches Gebot informierte, peitschte der Tron-Chef die Erwartungen seiner Jünger in luftige FOMO-Gefilde. Er sei an einer „Riesensache“ für Tron und das Blockchain-Ökosystem dran und habe eine 70-prozentige Chance, den Deal an Land zu ziehen.

Als er die Bombe dann – nach einer weiteren Ankündigung einer Ankündigung – am Montag, dem 10. Juni, auf Twitter platzen ließ, reagierte die Krypto-Community zuverlässig ambivalent auf Suns PR-Coup.

Ich kündige offiziell an, dass ich das rekordverdächtige Charity-Lunch zum 20-jährigen Jubiläum gewonnen habe, das vom @WarrenBuffett veranstaltet wird. Überdies werde ich auch #blockchain-Branchenführer einladen, um sich mit einem Titan der Investitionen zu treffen. Ich hoffe, dass dies allen zugute kommt. #TRON #TRX #BTTT #BitTorrent #BitTorrent

Zahlreiche Tron-Fans haben sich unter Suns großem Deal etwas anderes vorgestellt als ein teures Mittagessen mit dem Bitcoin-Feind Buffett – Wohltätigkeit hin, Werbewirkung her.

Da half auch nicht, dass Justin Sun angekündigt hat, sieben Vertreter aus der Blockchain- und Kryptowährungsindustrie mitzubringen. Wie er dem US-amerikanischen Nachrichtensender CNBC verriet, befindet sich neben Busenfeind und Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin auch Litecoin-Erschaffer Charlie Lee und Changpeng Zhao, Chef der Bitcoin-Börse Binance, auf seiner Liste.

CZ zu Justin Sun: Danke, aber nein danke

Zhao, der für Suns PR-Coup lobende Worte fand, lehnte die Einladung aus organisatorischen Gründen ab. Statt seiner solle der Tron-Chef den Bitcoin-Maximalisten Anthony Pompliano mit nach New York nehmen.

@justinsuntron hat mich freundlicherweise eingeladen zu gehen, aber ich kann es nicht schaffen. Zu weit weg. Ich schätze, das gleicht dem Ablehnen von 1.000.000 US-Dollar, wenn man von fünf Teilnehmern ausgeht, lol. Aber ich weiß das Angebot sehr zu schätzen.

Eine weitere Krypto-Koryphäe, die auch von „Pomp“ als idealer Bitcoin-Botschafter am Buffet-Tisch gehandelt wird, ist der Experte Andreas Antonopulos. Doch auch „aantop“ schlug Suns Einladung aus. Er habe kein Interesse an einer Shill-Veranstaltung und beschwert sich über sein vollgemülltes Twitter-Postfach.

Meine Twitter-Erwähnungen sind unbrauchbar geworden, überflutet mit Tausenden von Nachrichten von Menschen, die mich und andere „freiwillig“ zu einem Mittagessen mit einem Investor einladen, als PR-Shills für Krypto. (nein danke)

Wenn du eine wichtige Nachricht für mich hattest, müsstest du es vielleicht in einer Woche noch einmal versuchen.

*seufz*

Diese ablehnende Haltung stößt Teilen der Community wiederum sauer auf.

Bei so vielen Fehlinformationen, die #cryptocurrency umgeben, schaut jeder einfach zu dir auf, um die Wahrheit zu präsentieren. Wenn du nicht scharf darauf bist, hättest du einfach höflich ablehnen können…

Eines muss man Justin Sun lassen: Er hat es mit seinem Millionen-Coup geschafft, die Krypto-Ökonomie wieder in den Mainstream schwappen zu lassen. So berichteten nicht nur szenenahe Medien über Suns baldiges Tête-à-Tête mit Buffet; auch Mainstream-Medien wie CNBC oder die Financial Times interessierten sich für den jungen Krypto-Unternehmer und seine Pläne. Gegenüber CNBC sagte Sun, er wolle sich als Brückenbauer zwischen institutioneller Finanzwelt und dem Krypto-Ökosystem positionieren. Ob er sein Idol Warren Buffett auf dessen alte Tage noch davon überzeugen kann, dass Bitcoin kein „Rattengift hoch zwei“ ist, darf man indes bezweifeln.

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