Safe Haven für Kriminelle Ist der NFT-Sektor ein Geldwäscheparadies?
Daniel Hoppmann

von Daniel Hoppmann

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Eine Insel, die wie ein Dollar-Zeichen geformt ist.

Quelle: Shutterstock

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Ist der NFT Space ein Anlaufpunkt für Steuerhinterziehung und Geldwäsche? “Ja”, sagt dieser Krypto-Insider.

Seit diesem Jahr haben sich NFT fest im Krypto-Space etabliert. Nicht nur innerhalb der Community erfreuen sich die einzigartigen Token immer größer werdender Beliebtheit, auch darüber hinaus wachsen die Zustimmungswerte in den Bereichen Kunst, Musik, Unterhaltung oder Sport. So sprang vor Kurzem etwa der sechsmalige Weltfußballer Lionel Messi auf den NFT-Zug auf, indem er eine eigene Kollektion ankündigte. Auch Rammstein-Frontmann Till Lindemann wagte mit einer NFT-Auskopplung seines neuen Songs, “Lubimiy Gorod” (zu Deutsch: Lieblingsstadt), den Vorstoß in diesen neuen Vermarktungsbereich.


Befürworter der digitalen Sammlerstücke argumentieren stets, dass Künstler durch NFT besser an den Einnahmen ihrer Werke beteiligt werden könnten. Auch mehr Rechtssicherheit in Bezug auf das Urheberrecht wird oft als Argument hervorgehoben.

Dass es in der Sparte jedoch durchaus auch Schattenseiten gebe, erläuterte vor Kurzem Insider Mr. Whale in einem Beitrag auf Medium. Darin mutmaßt der Krypto-Investor, dass der NFT-Bereich auch dazu geeignet sei, um Gelder zu waschen und Steuern zu vermeiden. Genauer meint er das so:

Hinter der Fassade eines Haufens gelangweilter reicher Typen, die digitale Kunstwerke zu irrsinnig hohen Preisen kaufen, verbirgt sich ein finsteres und verdrehtes Geldwäschesystem für die ultra-reichen Krypto-Eliten, um ihre illegalen Gewinne legal aussehen zu lassen.

Mr. Whale auf Medium.com

“Leute werden darauf zurückblicken, wie lächerlich der Wahn war”

Steuerbehörden und Gesetzgeber seien bei Kunstobjekten relativ nachsichtig, so Mr. Whale. Die Subjektivität, die bei der Einordnung der Gegenstände als “digital art” an den Tag gelegt werde, erschwere hier die Aufsichtspflichten.

Dass Regulatoren dieses Problem in der Zukunft angehen, hält der Krypto-Insider für wahrscheinlich. Aktuell gebe es noch viele NFT-Börsen, die beispielsweise keine KYC- oder AML-Regelungen auf ihren Plattformen hätten. Namen nennt er dabei nicht.


In ein paar Jahren werden die Leute darauf zurückblicken, wie lächerlich der NFT-Wahn war. Es gibt zwar einige Künstler, die hart daran gearbeitet haben, schöne digitale Kunst zu schaffen, dennoch ist dieser Bereich immer noch überschwemmt von Schäbigkeit.

Mr. Whale auf Medium.com

Steuervermeidung durch NFT in Deutschland kaum umsetzbar

Obwohl die Praxis zur Geldwäsche theoretisch auch in Deutschland so umgesetzt werden könnte, sieht es in puncto Steuervermeidung anders aus, meint Pekuna-Chef Werner Hoffmann.

Eine steuerliche Abschreibung, wie hier im Artikel genannt, ist in Deutschland nicht so einfach möglich. Zum einen sind Spenden nur an gemeinnützige Organisationen anerkannt, dies sind etwa Museen oder auch Kunstvereine. Zum anderen gilt das Prinzip der Einzelbewertung. Also nur, weil ein Kunstwerk einer Serie für einen hohen Betrag verkauft wurde, ist dies nicht automatisch auch auf andere Werke übertragbar, insbesondere wenn die Objekte selbst hergestellt wurden.

Pekuna CEO Werner Hofmann gegenüber BTC-ECHO

Zudem müsse man beachten, dass für Kunstwerke in Deutschland, ebenso wie für Bitcoin, eine einjährige Haltefrist gilt. Ansonsten kann nur der Kauf beziehungsweise der Herstellungspreis als Spendenbescheinigung abgesetzt werden.

Die Methode zur Steuervermeidung durch starke Wertsteigerungen bei Kunstobjekten sieht der Pekuna CEO auch in Deutschland als Problem. Das gelte nicht nur für den NFT-Bereich. Finanzbehörden seien hier jedoch bereits dabei Schlupflöcher zu stopfen.

Der NFT-Space ist eine der jüngsten Nischen im Krypto-Sektor. Trotzdem wurden hier bereits rekordverdächtige Summen für digitale Objekte bezahlt, die auf manche Investoren befremdlich wirken mögen. Auch gibt es kaum valide Daten zur Performance des Marktes, die Volatilität ist teils höher als im restlichen Krypto-Space. So wie der Finanzsektor um Bitcoin und Co. erwachsen werden musste, wird auch der NFT-Bereich erst noch zeigen müssen, ob er seinem Hype gerecht werden kann oder am Ende doch nur heiße Luft gewesen ist.


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