Mutmaßliches Krypto-Netzwerk 

Iran soll Hunderte Millionen über Binance geschleust haben

Über eine Kryptobörse aus Dubai sollen Milliarden US-Dollar geflossen sein, um Sanktionen gegen den Iran zu umgehen. Auch Binance taucht in den Ermittlungen auf.

Moritz Draht
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Bitcoin-Münze auf iranischem Geldschein

Beitragsbild: Shutterstock

| Die Kryptobörse Shelbit soll eine zentrale Rolle bei der Umgehung der Iran-Sanktionen gespielt haben

Eine Reuters-Recherche zeichnet das Bild eines weit verzweigten Krypto-Netzwerks, das von Iran aus zur Sanktionsumgehung genutzt wird. Im Mittelpunkt steht die in Dubai registrierte Krypto-Börse Shelbit, über die Kryptowährungen im Wert von mindestens vier Milliarden US-Dollar verarbeitet worden sein sollen. Reuters stützt sich dabei auf On-Chain-Analysen.

Den Recherchen zufolge liefen über Shelbit unter anderem Transaktionen eines Netzwerks mit mehr als 2.000 Glücksspielseiten. Außerdem sollen Verbindungen zur iranischen Zentralbank, zur Krypto-Börse Nobitex sowie zu Wallets bestanden haben, die den iranischen Revolutionsgarden zugerechnet werden. Nicht unabhängig bestätigen ließ sich, ob Shelbit direkt von den Revolutionsgarden oder anderen iranischen Staatsstellen kontrolliert wird.

Gelder über Binance geflossen

Auch Binance taucht in der Recherche auf. Mindestens 676 Millionen US-Dollar sollen von Wallets mit Bezug zu Shelbit an die weltweit größte Krypto-Börse geflossen sein. Ein Großteil der Transaktionen erfolgte laut Reuters sogar noch, nachdem die Finanzaufsicht in Dubai Anfang 2025 gegen Shelbit wegen des Betriebs ohne Lizenz vorgegangen war. Binance erklärte gegenüber Reuters, Shelbit selbst habe nie ein Konto auf der Plattform geführt.

Der Fall beschäftigt inzwischen mehrere Aufsichtsbehörden. Die Dubaier Finanzaufsicht untersucht Shelbit wegen des Verdachts auf Geldwäsche und Sanktionsumgehung. Auch das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums teilte Reuters mit, man nehme die Vorwürfe “sehr ernst”. Shelbit-Gründer Siavash Kayvanpour und die iranische Regierung reagierten laut Reuters nicht auf Anfragen.

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