Irrungen und Wirrungen IOTA steckt in einer Sinnkrise
Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Quelle: Shutterstock

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IOTA wird in jüngster Zeit durch negative Schlagzeilen überschattet. Öffentlich ausgetragene Streitgespräche, in der Entwicklungsphase verharrende Pilotprojekte und der jüngste Tiefpunkt: Die Stillegung des Tangles durch den abgeschalteten Coordinator – IOTA steckt in einer Sinnkrise. Um das Vertrauen in das Projekt wiederherzustellen, muss sich die Foundation auf wesentliche Tugenden besinnen.

Mit dem Tangle (zu Deutsch Gewirr) hat die IOTA Foundation eine Technologie entwickelt, die nicht weniger als die Infrastruktur-Lösung für das Internet of Things leisten soll. Betrachtet man die vergangenen Meldungen aus dem Hause IOTA, beschreibt das Wort Gewirr auch den derzeitigen Zustand der IOTA Foundation. Führende Köpfe hinter dem Projekt verstricken sich im Disput, während der Coordinator weiterhin im künstlichen Koma verweilt. Höchste Zeit also, dass sich IOTA entwirrt.

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Kontroverse um Entwickler

Erst kürzlich durfte die Öffentlichkeit Zeuge eines über Twitter ausgetragenen Streits zwischen den Entwicklern Sergey Ivancheglo und David Sønstebø werden. Dabei ging es um die Forderung von 25 Millionen MIOTA, die Sønstebø angeblich Ivancheglo schuldet. 

Ivancheglo war bereits im vergangenen Jahr aus der IOTA Foundation ausgetreten, hatte aber offenbar noch eine Rechnung offen. Der ehemalige IOTA-Entwickler wirft Sønstebø vor, den geforderten Betrag unrechtmäßig zurückzuhalten. Sønstebø hingegen hat den Ball zurückgespielt und erhebt seinerseits den Vorwurf, dass es Ivancheglo während seiner Beschäftigung bei IOTA nicht geschafft habe, eine Tangle-Lösung ohne Coordinator zu entwickeln. 

Coo ringt nach Luft

Nur wenige Tage nachdem die Entwickler sich gegenseitigen Anschuldigungen ausgesetzt haben, ereilte die Krypto-Welt am 12. Februar die Nachricht, dass die Trinity Wallet einem Angriff zum Opfer gefallen ist. Bislang unbekannte Hacker haben sich über eine Schnittstelle des Finanzdienstleisters Moonpay Zutritt zu 50 Seeds verschafft. Dabei entwendeten sie IOTA Token im Wert von 2,3 Millionen US-Dollar.

Der Coordinator wurde in Folge des Angriffs vorerst abgeschaltet. Transaktionen waren somit über das Tangle nicht mehr möglich. Die Foundation hat in einer dreiteiligen Stellungnahme auf den Vorfall reagiert und ein entsprechendes Tool zum Schutz der Seeds angekündigt. Der Vorfall hat jedoch viele Anleger verärgert, nicht nur diejenigen, deren Token entwendet wurden.

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Pilotprojekte und Luftschlösser

Zudem scheint IOTA bislang selten mit der Implementierung der Tangle-Technologie über den Status von Pilotprojekten hinausgelangt zu sein. Bisher hat die IOTA Foundation das Versprechen des Tangles als Stütze in IoT-Anwendungen nicht einlösen können.

Eric Wall, CIO der nordischen Krypto-Investmentfirma Arcane Assets, zeigt sich gegenüber Coindesk enttäuscht über die Entwicklung bei IOTA:

Die Art von Metafrage, die sich die Industrie stellt, ist, ob die IOTA Foundation ihre Partnerschaften erfolgreich weiterführen und sich selbst in einen gewissen Erfolg verwandeln kann, indem sie die Technologieteile nach und nach ersetzt, ohne dass sie zu Beginn irgendeinen tragfähigen Plan gehabt hätten. Sie treiben die Grenzen des „Fake-it-till-you-make-it“-Ansatzes auf die Spitze.

Partnerschaften und vielversprechende Projekte hat die IOTA Foundation bereits zur Genüge beworben. Jetzt gilt es, die Projekte umzusetzen und Patente in Produkte zu übertragen.

Heiter weiter?

Angesichts der jüngsten Entwicklungen, sollte sich die IOTA Foundation nun auf das Wesentliche besinnen: die Fertigstellung des Coo-freien Tangles und Implementierung der Technologie in realen Anwendungen. Personaldebatten sollten intern geklärt, Projekte aus ihrem Pilotstatus befördert und technische Mängel behoben werden.

Nach wie vor lasten viele Hoffnungen auf IOTA. Um die Reputation des Projekts wiederherzustellen und das Vertrauen unter Anlegern wiederzugewinnen, muss die IOTA Foundation jedoch nun Taten folgen lassen.

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