Ferraris, teure Boutiquen, ein See vor der Kulisse der Schweizer Alpen – Lugano wirkt auf den ersten Blick wie eine typische wohlhabende Stadt im Tessin. Doch zwischen den Geschäften und Cafés fällt etwas auf: Bitcoin und andere Kryptowährungen gehören hier vielerorts zum Stadtbild.
In zahlreichen Geschäften lässt sich mit Bitcoin oder dem Stablecoin USDT bezahlen. Hinter der Initiative steht unter anderem Tether, das als Partner der Stadt auftritt. Wer seine Kryptowährungen in Schweizer Franken tauschen möchte, findet dafür sogar eigene Wechselstuben mit Ladenlokal.
Wie stark das Angebot tatsächlich genutzt wird, bleibt allerdings fraglich. Der Betreiber einer solchen Wechselstube berichtet im Gespräch mit BTC-ECHO, dass bislang nur wenige Kunden vorbeikommen. Die Möglichkeit, Kryptowährungen direkt vor Ort zu tauschen, sei zwar eine nette Ergänzung, werde aber noch selten genutzt.
Dennoch ist Krypto in Lugano auffällig präsent. Bei der Bitcoin-Konferenz in Las Vegas im vergangenen Jahr war davon außerhalb des Veranstaltungsgeländes deutlich weniger zu spüren.
Bitcoin, Bier, Roboter – und eine Hantelbank?
Auch auf dem Plan-₿‑Forum selbst geht es nicht ausschließlich um Vorträge und Diskussionen. Eine große Ausstellung zeigt Kunstwerke rund um Bitcoin. An interaktiven Stationen können Besucher mit Robotern experimentieren oder gegen einen von ihnen Fußball spielen.
Für ein Bier braucht es dagegen weder Bargeld noch eine Kreditkarte. Ein Automat gibt das Getränk nach einer Zahlung über das Bitcoin Lightning Network aus.
Und wo Bitcoiner sind, darf PoW nicht fehlen: An einem Stand der Sygnum Bank wird der Konsensmechanismus von Bitcoin auf sportliche Weise interpretiert. Unter dem Motto “Pump your BTC” können Besucher beim Bankdrücken ihre Kräfte messen. Auch ich habe so meinen Proof of Work für diesen Tag geleistet.
Auf der Suche nach den “Big Bosses”
Doch nicht alle Besucher reisen nur wegen der Vorträge an. Ein Krypto-Unternehmensberater aus Rom verfolgt ein konkretes Ziel: Er möchte Kontakte zu einflussreichen Persönlichkeiten der Branche knüpfen.
“Ich will die großen Bosse treffen”, erklärt er im Gespräch und fragt direkt hinterher: “Hast du Kontakte zu den großen Bossen?”
Gemeint sind Branchengrößen wie Adam Back oder Paolo Ardiono, die in ihren Vorträgen das gesamte Publikum faszinieren. Ich konnte am Rande der Konferenz mit einigen der Bitcoin-Experten sprechen – die Interviews lest ihr in den kommenden Tagen auf BTC-ECHO.

