Expansion Haben Grayscale-Trust-Aktien ein „Prämien“-Problem?
Dana Hajek

von Dana Hajek

Am · Lesezeit: 4 Minuten

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Wohin Grayscale, den Bitcoin und andere Kryptowährungen in Zukunft noch hinführen wird, bleibt spannend: Jetzt hat das riesige Krypto-Investmenthaus zunächst erstmal den öffentlichen Handel mit Aktien von zwei Altcoin-Fonds eröffnet: den Bitcoin Cash Trust und den Litecoin Trust. Die Grayscale Trust-Aktien werden derzeit mit enormem Aufschlag gehandelt. Was einerseits auf die steigende Beliebtheit von Kryptos in den USA hindeutet, führe womöglich zu einem „Premium-Problem“, so warnen Datenanalysten.

Grayscale, der größte Vermögensverwalter für Bitcoin, hat seit kurzem zwei weitere Krypto-Fonds auf den Markt. Der Litecoin Trust (LTCN) und der Bitcoin Cash Trust (BCGH) wurden bei Depository Trust Company hinterlegt (DTC), der größten Wertpapieraufbewahrungsstelle der Welt. Das Problem: Die Aktien werden aktuell mit einem deutlichen Aufschlag gehandelt. Ihr Preis weicht stark von den tatsächlichen Kursen der jeweils zugrunde liegendenVermögenswerte ab.


Litecoin Trust handelt mit Aufschlag von 1200 Prozent

Vor fast zwei Wochen begannen sowohl der Litecoin Trust als auch der Bitcoin Cash Trust mit dem Börsenhandel. Seitdem verzeichneten sie bis zu dreistellige Prämien. Das bedeutet, dass die LTCN-Aktien beispielsweise mit einem Aufschlag von 1.200 Prozent auf den Kurs von LTC über den Tisch wandern. Auch die Aktien von BCHG handelten mit einem Aufschlag von 351 Prozent. Laut dem norwegischen BlockchainAnalyseUnternehmen Arcane Research handelt es sich hierbei um ein „Prämien-Problem“.

Anleger sind sich der Prämie nicht bewusst

So bestehe die Sorge, dass sich eine große Anzahl dieser Anleger der Prämien nicht bewusst sein könnten, die sie für die Aktien des Grayscale Trust zahlen. Somit treiben sie unabsichtlich die Kurse der Aktien in die Höhe. Da die Trusts ausschließlich auf einzelnen Vermögenswerten beruhen, sollten sie im Laufe der Zeit nicht den zugrunde liegenden Vermögenswert übertreffen.

Solche „Prämien“ entstehen bei Fonds dann, wenn öffentliche Investoren sich in vorhandene Anteile des Fonds einkaufen. Die ursprünglich akkreditierten Investoren sind dabei die Verkäufer. Diese extremen Entwicklungen lassen Experten bisweilen am Reifegrad des ganzen Krypto-Sektors zweifeln. Denn dieser hatte bereits 2017 einen Boom and Bust erlebt – die älteren werden sich erinnern.


Kryptowährungen als Schutzschild gegen Inflation?

Das Engagement von Bitcoin als Inflationsabsicherung angesichts der derzeitigen finanziellen Instabilität erscheint einigen der renommiertesten Makro-Investoren als ein Trendthema. Eine Anzahl hochkarätiger Investoren, angeführt vom berühmten Hedge-Fonds-Manager Paul Tudor Jones im Mai, sehen in Bitcoin eine potenzielle Absicherung gegen die Inflation. Denn die sehen sie als Folge der beispiellosen Konjunkturprogramme und geldpolitischen Maßnahmen der Zentralbanken, die den durch die Coronavirus-Pandemie entstandenen wirtschaftlichen Schaden abmildern sollen. Dies könnte neue Investoren aufgeschlossener für die Allokation eines Teils ihres Portfolios in Bitcoin machen.

Beliebt unter institutionellen Investoren

Die Trusts, die nicht bei der SEC registriert sind, ermöglichen es den Anlegern, sich den Kryptowährungen auszusetzen. Und das, ohne selbst die Kryptowährungen kaufen und lagern zu müssen. Mit dem Litecoin Trust und Bitcoin Cash Trust werden sechs von Grayscale angebotene Produkte nun öffentlich gehandelt. Genauer gesagt können nun alle akkreditierten Investoren (das heißt vermögende Privatpersonen, die bestimmte Kriterien erfüllen) nun mit Aktien der Trusts handeln, die mit BCHG und LTCN gekennzeichnet sind. Diese Aktien werden öffentlich an OTC-Schaltern (außerbörslich) gehandelt. Die Investition in die Fonds jedoch ein nachgewiesenes jährlichess Einkommen von mindestens 200.000 Dollar voraus.

Gefragteste Produkt bleibt Bitcoin

Das wohl bekannteste Produkt des Finanzdienstleisters ist der Bitcoin Trust (GBTC). So hält der Grayscale Bitcoin Trust (GBTC) ein Vermögen von über 5 Milliarden US-Dollar. Das entspricht etwa 2,3 Prozent des Gesamtwerts der im Umlauf befindlichen Bitcoin. Der Grayscale Bitcoin Trust, der 2013 als Bitcoin Investment Trust debütierte, wird seitdem durchweg mit einem Aufschlag von rund 23 Prozent auf Bitcoin gehandelt. Auch der im Dezember 2017 auf dem Höhepunkt der Krypto-Blase geschaffene EthereumFonds fiel bis vor kurzem erstmals unter 100 Prozent – von über 800 Prozent im Juni dieses Jahres. Zuletzt hatte Ray Sharif-Askary, die Direktorin für Investorbeziehungen bei Grayscale, offengelegt, dass 38 Prozent der Grayscale-Kunden inzwischen in mehr als eine Kryptowährung investieren. Vor einem Jahr lag der Anteil noch bei knappen neun Prozent.


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