Das US-amerikanische Technologieunternehmen Google will Banken und anderen Finanzdienstleistern dabei helfen, Kryptowährungen sicher zu verwahren und stellte dafür ein neues Sicherheitssystem namens Google Multi-Party Compute vor. Der Mutterkonzern Alphabet nutzt die neue Technologie bereits zur Absicherung digitaler Vermögenswerte auf Ethereum und Solana. Für alle anderen ist der kommerzielle Start für Anfang 2027 vorgesehen – und der Bedarf ist groß.
2027 soll der Markt erobert werden
Allein 2025 erbeuteten Hacker Kryptowährungen im Wert von mehr als 3,4 Milliarden US-Dollar, von denen 1,5 Milliarden US-Dollar auf die Krypto-Börse Bybit entfielen. Ein wesentlicher Angriffspunkt sind dabei die privaten Schlüssel, deren Kompromittierung für 43,8 Prozent aller gestohlenen Coins und Token verantwortlich war.
Das neue System von Google basiert auf Multi-Party Computation (MPC), bei welcher der kryptografische Schlüssel in mehrere Teile aufgeteilt und in verschiedenen Bereichen aufbewahrt wird. Für die Freigabe einer Transaktion müssen dann mehrere dieser Teile zusammenwirken, ohne dass der vollständige Schlüssel an einer zentralen Stelle vorliegen muss. Mit dem neuen Angebot tritt Google also in Konkurrenz zu spezialisierten Krypto-Verwahrungsanbietern wie Fireblocks oder BitGo. Ein Vorteil gegenüber diesen besteht jedoch in der bestehenden Cloud-Infrastruktur des Technologiekonzerns und seiner langjährigen Geschäftsbeziehungen zum Bankensektor.
Was bedeutet das für Ethereum und Solana?
Sollten neben Alphabet in der Zukunft noch weitere Finanzinstitute ihre Geschäfte mit digitalen Vermögenswerten über Solana und Ethereum abwickeln, könnten beide Netzwerke von der neuen Entwicklung bei Google profitieren. Bei beiden werden Transaktionsgebühren für die Nutzung ihrer Chain fällig. Wie hoch der messbare Anstieg ausfällt, wird sich nach dem kommerziellen Start im nächsten Jahr zeigen.
