Mit DOGE vor die Hunde Unerlaubter Dogecoin-Handel: Krypto-Börse muss schließen
Marlene Müller

von Marlene Müller

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Hund schaut aus dem Fenster

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Der Coinseed CEO zog seine Kunden:innen bis zum letzten Tag über den Tisch. Nun erwirkt Krypto-Börsen-Jägerin Letitia James von der New Yorker Generalstaatsanwaltschaft (NYAG) ein Urteil.

Wer hätte gedacht, dass man von Coinseed noch einmal etwas hört? Das Geschäft sollte dem Gründer des Unternehmens, Delgerdalai Davaasambuu, zufolge eigentlich seit Juni 2021 geschlossen sein. Damals erklärte Davaasambuuauf, dass die Krypto-Börse in seinen Augen unrechtmäßig von der New Yorker Generalstaatsanwaltschaft (NYAG) verklagt werde – und er deshalb seine Geschäfte einstellen müsse. Ohne der NYAG auch nur ansatzweise Folge zu leisten, investierte er das Geld seiner Kund:innen in Dogecoin.


Das Drama begann im Februar dieses Jahres. Als er von der NYAG beschuldigt wurde, Investor:innen mittels eines vorgetäuschten Gewinnpotentials um ihr Geld gebracht zu haben.

Mit unglaublich schwerem Herzen gebe ich heute bekannt, dass ich das Geschäft aufgrund einer Klage der NYAG einstelle.

Delgerdalai Davaasambuu, Coinseed Erklärung, Juni 2021

Damals versprach er, seinen Nutzer:innen das Geld zu einem späteren Zeitpunkt zurückzuzahlen. Aufgrund der Klage hatte er jedoch keinen Zugang mehr zu Zahlungsanbietern. Gleichzeitig veröffentlichte er einen Coin mit dem Namen “Fuck Letitia James” (FLJ) und widersetzte sich damit unmittelbar und scheinbar ohne jegliche Reue den Aufforderungen der Generalstaatsanwaltschaft.

Clever oder einfach nur dreist?

Jedoch überlegte er es sich mit der Einstellung seines Geschäfts noch einmal und investierte unter anderem die Gelder seiner Gläubiger:innen in Dogecoin. Auch die fehlende Möglichkeit der Zahlungsanbietenden schien ihn dabei nicht zu stören. Er setzte seine betrügerischen Aktivitäten trotz einstweiliger Verfügung fort. In der am 13. September 2021 veröffentlichten stattgegebenen Klage kommen nun die Absurditäten zutage:


In den Monaten seit Einreichung der Klage haben Coinseed und sein CEO ihren Betrug fortgesetzt und zusätzliches betrügerisches Verhalten begonnen, indem sie ohne Erlaubnis mit Anlegerkonten gehandelt und dann den Zugriff der Anleger auf diese Konten gesperrt haben.

Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft vom 13. September 2021

Zwar hat Davaasambuu mögliche Abhebungen eingefroren (was schon unrechtmäßig ist, aber immerhin wäre das Geld dann auf dem Konto) und hat das vorhandene Geld ohne die Zustimmung seiner Kunden:innen in die Meme-Währung Dogecoin investiert – dafür muss er sich vor Gericht verantworten.

Bloomberg geht jedoch noch einen Schritt weiter und erklärt, dass Davaasambuu die Bankkonten bewusst leer geräumt und zuvor ein nicht-lizenziertes Wertpapier herausgegeben habe. Die Kunden:innen hätten nur dabei zuschauen können, wie seit Februar ihre Wallet-Guthaben um “Zehntausende geschrumpft” seien.

Entgegen Gerichtsbeschlüssen hat dieses Unternehmen weiterhin illegal und unethisch gehandelt, die Gelder der Anleger als Geiseln gehalten und die Gefahren von Investitionen in nicht registrierte virtuelle Währungen hervorgehoben. Wir werden weiterhin alle verfolgen, die versuchen, das System zu missbrauchen und zu manipulieren, und sicherstellen, dass die Anleger geschützt sind.

Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft vom 13. September 2021

Die New Yorker Staatsanwältin Letitia James kündigte den Krypto-Börsen im New Yorker Raum bereits im Februar an, dass diese entweder nach den Regeln zu spielen hätten oder von der Institution “dicht” gemacht würden. Coinseed ist dabei nicht die erste Börse, die sie in die Zange nimmt. Auf Grundlage des Martin Acts hat sie bereits Bitfinex und Tether zu Millionenzahlungen verdonnert und aus dem Bundesstaat New York vertrieben.

Was passiert mit Coinseed jetzt?

Coinseed muss nun wirklich seinen Betrieb dauerhaft einstellen und eine Strafe in Höhe von drei Millionen US-Dollar zahlen. Was mit Davaasambuu passiert, ist bislang noch nicht klar. Die Aussichten dürften jedoch schwedische Gardinen sein.



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