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Mysteriöse Überweisungen geben Rätsel auf Bewegt Sam Bankman-Fried heimlich Insolvenzgelder?

Ein Unbekannter bewegte Coins von Alameda. Außerdem: FTX kaufte Robinhood-Aktien vermutlich mit veruntreuten Kundengeldern.

David Scheider
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Sam Bankman-Fried

Beitragsbild: Picture Alliance

| Der FTX-Gründer befindet sich derzeit in Hausarrest

Das Wichtigste in Kürze:

  • Coins im Besitz von Alameda Research wurden bewegt.
  • Verdacht fällt auf Insider.
  • Außerdem: FTX hat Robinhood-Aktien wohl mit Geld von Alameda Research finanziert.
  • Dies zeigt abermals die unlautere Verquickung beider Unternehmen.
  • Gläubiger:innen reichen Sammelklage gegen FTX ein.

Alameda-Coins bewegt

Obwohl Alameda Research insolvent ist und außer dem Insolvenzverwalter eigentlich niemand Zugriff auf die verbliebenen Coins haben sollte, wurden zuletzt wieder Funds bewegt. So haben Unbekannte eine ganze Reihe an Transaktionen und Swaps in Krypto-Assets wie USDC und LDO getätigt, dessen Ursprung eine als von Alameda Research gekennzeichnete Adresse war.

Dass die Coin-Bewegungen zeitlich mit SBFs Freilassung auf Kaution zusammenfallen, lässt freilich die Herzen der Verschwörungstheoretiker:innen schneller schlagen. Hat gar der Ex-CEO selbst Gelder abgezwackt?

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Zum jetzigen Zeitpunkt muss man sagen: unwahrscheinlich. Schließlich wären Finanztransaktionen in dieser Höhe ein klarer Verstoß gegen seine Kautionsauflagen, der SBF auf geradem Wege in Untersuchungshaft brächte.

Trotzdem sind die ETH- und ERC-20-Überweisungen von Adressen, die Alameda Research zugerechnet werden, auffällig. Allen voran deshalb, weil bisher kein Statement des Insolvenzverwalters zu finden ist; nur der sollte Zugriff auf die Funds haben.

Ebenfalls auffällig ist, dass die Coins und Token über Umwege auf dezentrale Exchanges wie FixedFloat und ChangeNow geleitet wurden. Sie sind auch unter Geldwäschern populär.

Dort tauschte man sie laut eines Tweets von On-Chain-Forensiker @ErgoBTC gegen Bitcoin.

FTX kaufte Robinhood-Aktien mit Alameda-Geld

Die Verstrickungen der Schwesterunternehmen FTX und Alameda Research sind enger als vormals angenommen. Denn nach Inhalt einer eidesstattlichen Aussage, die FTX-Gründer Sam Bankman-Fried (SBF) vor dem Obersten Gericht von Antigua und Barbuda machte, hatte er den Kauf von Unternehmensanteilen des Neobrokers Robinhood im Sommer 2022 mit geliehenem Geld finanziert. Demnach hat sich SBF insgesamt 546 Millionen US-Dollar von Alameda Research geliehen, um Robinhood-Anteile in Höhe von 7,6 Prozent des Unternehmenswertes zu kaufen.

Die Nachricht ist in dreierlei Hinsicht pikant. Erstens zeigt es, wie tiefgreifend die unlautere Verstrickung der beiden eigentlich unabhängigen Unternehmen Alameda Research und FTX war. Zweitens spielen die Robinhood-Aktien im Insolvenzverfahren um FTX eine Schlüsselrolle, da Alameda Research selbige wiederum genutzt hatte, um ein Darlehen von BlockFi pfandrechtlich abzusichern. Außerdem sollen sich im Portfolio von Alameda mutmaßlich auch Kundengelder befunden haben.

Aus Sicht des ebenfalls bankrotten Lending-Dienstes stehen die Robinhood-Aktien daher BlockFi zu. Bisher sind die Aktien im Wert von aktuell 450 Millionen US-Dollar noch im Besitz der von SBF geführten Holding Emergent Fidelity Technologies. Über den rechtmäßig Besitz der Unternehmensanteile muss ein Gericht jetzt entscheiden.

FTX: Sammelklage gegen Sam Bankman-Fried eingereicht

Gläubiger:innen reichten an einem US-Bezirksgericht in Delaware Klage gegen FTX und seinen CEO ein, Sam Bankman-Fried. Sie drängen auf Auszahlung ihrer Assets. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Es ist die erste Sammelklage gegen die Firma.

In der Klageschrift argumentiert man: SBF und Konsorten veruntreuten vor allem Kund:innen-Assets. “Die Gruppe der FTX-Kunden sollte nicht zusammen mit anderen Gläubigern in diesem Konkursverfahren Schlange stehen müssen, nur um an den geschrumpften Vermögenswerten der FTX-Gruppe und von Alameda teilzuhaben”, heißt es in der Klageschrift.

Vorher war bekannt geworden, dass SBF zunächst gegen eine Rekordkaution von 250 Millionen US-Dollar aus der Untersuchungshaft entlassen worden war. Aktuell steht der FTX-Gründer unter Hausarrest. Wir berichteten.

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