Kommt die Genehmigung? Flirt mit den Behörden: Libra holt sich Verstärkung
David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Libra (Symbolbild)

Quelle: Shutterstock

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Eine Genehmigung von Libra ist bisher nicht in Sicht. Nun wirbt das Netzwerk hochrangige US-Behördenmitarbeiter ab.

Die Libra Association gibt sich noch nicht geschlagen. Nachdem Regierungen und Behörden weltweit gegen die den Stable Coin getrommelt hatten und Mark Zuckerberg bereits vor dem US-Kongress Rede und Antwort stehen musste, geht Libra neue Wege. Um den regulatorischen Anforderungen an eine Zulassung gerecht zu werden, holt sich das Konsortium nun neue Unterstützung. So stellt die Association mit Robert Werner den ehemaligen Chef des Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) ein. Beim FinCEN handelt es sich um eine US-Bundesbehörde, die sich der Anti-Geldwäsche- und -Terrorismus-Bekämpfung widmet.


Das Signal ist eindeutig: Libra will Bedenken über einen möglichen Missbrauch der Kryptowährung für kriminelle Zwecke ausräumen.

Aus 1.0 mach 2.0

Die Verpflichtung Werners steht ferner im direkten Zusammenhang mit der Neuausrichtung des Facebook-Coins. Denn wie aus der deutlich überarbeiteten zweiten Version des White Papers hervorgeht, begibt sich Libra immer mehr auf Zentralbank-Linie. So will die Association anders als ursprünglich angekündigt, eine ganze Reihe verschiedener Stable Coins herausgeben. Gedeckt sind diese jeweils von nationalem Fiatgeld wie US-Dollar, Euro oder Yen. Ursprünglich plante man, nur einen einzigen Coin zu emittieren, der jedoch an einen Korb verschiedener Assets gebunden sein sollte.


Die Marschrichtung scheint klar: Libra arbeitet nicht wie anfangs gegen Behörden und Zentralbanken, sondern sucht die Kooperation. So könnte man Libra eigenen Angaben zufolge auch in ein mögliches System aus digitalem Zentralbankgeld integrieren. Im White Paper heißt es:

Unsere Hoffnung ist, dass CBDCs [Central Bank Digital Currencies, digitales Zentralbankgeld, Anm. d. Red.] direkt in das Libra-Netzwerk integriert werden könnten. Wir hoffen, dass das Libra-Zahlungssystem so nachgerüstet werden kann, um diese Innovationen [CBDCs] im öffentlichen Sektor zu unterstützen.

White Paper

Am Ende wird ein Zulassung allen voran von der Compliance mit KYC- und AML-Auflagen abhängen. Wie aus einem Tweetstorm des Libra-Gründers David Marcus hervorgeht, ist dieses Bewusstsein in der Chefetage angekommen.

[Libra wird] ein umfassendes System auf Netzwerkebene zur Bekämpfung der Geldwäsche (AML), zur Bekämpfung der Finanzierung des Terrorismus (CFT) und zur Durchsetzung von Sanktionen [etablieren].

David Marcus

Bei Robert Werner handelt es sich freilich nicht um die einzige Neuverpflichtung. Anfang Mai gab die Association bereits bekannt, dass sie Stuart Levey, vormals Chefanwanlt bei der HSBC, zum CEO ernannt hatte.


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