Marktupdate Fähnchen im Wind: Geht Bitcoin im Altseason-Sturm unter?
Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Fähnchen im Wind

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Die Altseason verschiebt allmählich das Kräfteverhältnis am Krypto-Markt. Bitcoins Monats-Bilanz ist erstmals seit einem halben Jahr in den Minusbereich gerutscht.

2,45 Billionen US-Dollar: Noch nie lag die Gesamtmarktkapitalisierung höher. In nur 90 Tagen hat sich der Krypto-Marktwert verdoppelt und dabei das Nasdaq-Zugpferd Apple um gute 300 Millionen US-Dollar geschlagen. Der Anteil von Bitcoin ist mit knapp einer Billion US-Dollar zwar immer noch deutlich am höchsten. Doch in den letzten Wochen ist die Verteilung immer weiter gekippt. Inzwischen geht ein hoher und immer größer werdender Prozentsatz auf das Konto der Altcoins. Dieses Kräfteverhältnis zeigt sich anhand der Bitcoin-Dominanz, die sich seit Wochen im Sinkflug befindet. Mit 45 Prozent liegt der Bitcoin-Anteil an der Gesamtmarktkapitalisierung auf einem Dreihjahrestief.


Dass Bitcoin über zehn Prozent in nur einem Monat abgetreten hat, ist das Ergebnis einer wilden Achterbahnfahrt am Altcoin-Markt. Während es sich die Krypto-Leitwährung im Mittelfeld zwischen 50.000 und 60.000 US-Dollar bequem macht, purzeln am Altcoin-Markt die Allzeithochs. Taktgeber ist dabei die zweitgrößte Kryptowährung, die erst im gestrigen Handelsverlauf eine neue Spitzenmarke von 3.597 US-Dollar aufgestellt hat. Zu Redaktionsschluss hat sich Ethereum zwar wieder knappe 5 Prozent von dem Hoch entfernt, mit 3.440 US-Dollar verbucht der Ether-Kurs aber dennoch ein ansehnliches Wochenplus von 23 Prozent.

Beflügelt vom Staking-Start auf Kraken ist auch Cardano (ADA) zu einem neuen Allzeithoch gestürmt. Gewinnmitnahmen haben den Kurs zwar wieder um 8 Cent gedrückt, mit 1,61 US-Dollar verzeichnet aber auch der ADA-Kurs einen Anstieg von rund 21 Prozent in nur sieben Tagen. Als dritter im Bund hat auch Litecoin (LTC) heute ein frisches Rekordhoch von 371,85 US-Dollar aufgestellt. Mit einem Tagesplus von 7,2 Prozent gehört das “digitale Silber” mit Cardano zu den heutigen Top-Performern der zehn größten Kryptowährungen. Auch Polkadot (DOT) und Bitcoin Cash (BCH) legen sich mit fünf und sechs Prozent Kursgewinn zum Wochenende noch einmal ins Zeug.

Nur Binance Coin (BNB), Dogecoin (DOGE) und XRP rutschen auf Tagessicht um zwei bis vier Prozent ins Minus. Angesichts der Kurszuwächse der vergangenen Wochen fallen die Coins aber weich. Binance Coin liegt mit 624 US-Dollar noch immer 4 Prozent höher im Vergleich zum Vorwochenniveau. XRP verbucht im Sieben-Tage-Trend sogar ein Plus von 13 Prozent, während Dogecoin den Vogel mit 90 Prozent mal wieder abschießt.

Bitcoin lässt Federn

Dass sich das Augenmerk am Krypto-Markt zurzeit auf die Altcoins konzentriert, hat die 30-Tage-Bilanz von Bitcoin deutlich nach unten gezogen. Die Bitcoin-Rendite schneidet im Monatsvergleich mit einem Minus von 3,2 Prozent am zweitschlechtesten unter den zehn größten Krypto-Assets ab, nur Polkadot ist mit 6 Prozent noch weiter ins Minus gerutscht. Zum Vergleich: Während die Bitcoin-Marktkapitalisierung in den letzten 30 Tagen um 40 Milliarden US-Dollar gefallen ist, ist die Dogecoin-Marktkapitalisierung um 70 Milliarden US-Dollar gestiegen.


Die anhaltende Casino-Mentalität macht aktuell aus jedem noch so nutzlosen Shitcoin Gold. Dabei hängt die Altseason erfahrungsgemäß an einem seidenen Faden. So rasch sich der Altcoin-Markt aufpumpt, so schnell kann er auch wieder zusammensacken. Eine extrem hohe Volatilität gehört zum Tagesgeschäft und erfordert Nerven wie Drahtseile. Wie nachhaltig das Wachstum einiger Kryptowährungen jedoch ist, wird sich erst zeigen, wenn flächendeckend ausgecasht wird.

Miner hamstern

Vom großen Dump wird Bitcoin an erster Stelle profitieren. Sobald die Altseason ihren Zenit erreicht und anstelle von Zockerei wieder langfristig angelegt wird, dürfte viel Kapital in die größte Kryptowährung umgeschichtet werden.

In Erwartung auf den “Big Bang” hüten die Miner bereits ihre Reserven. Der Outflow, also die von Minern ausgehenden BTC-Transaktionen, ist wieder auf Vor-Rally-Niveau gefallen. Noch bis vor einem Monat haben Miner konstant große Bitcoin-Mengen auf den Markt geworfen und damit für einen Angebotsüberhang gesorgt. Die Drosselung verschiebt das Gleichgewicht wieder. Kippt die Nachfrage am Krypto-Markt wieder in Richtung Bitcoin, könnte der nächste Rally-Abschnitt rasch heiß laufen.

Auch Mike McGlone, Senior Commodity Strategist bei Bloomberg Intelligence, hält an seiner bullishen Aussicht für 2021 fest. Im Vergleich zur Performance der vorangehenden Post-Halving-Jahre habe Bitcoin noch großes Wachstumspotenzial in den kommenden Monaten.

Der 15-fache Preisanstieg im Jahr 2017 entsprach etwa einem Drittel des Anstiegs von 2013. Ein ähnlicher Bruchteil des Anstiegs von 2017 würde einen Preis von knapp über 100.000 US-Dollar im Jahr 2021 bedeuten, und abgesehen von Bitcoins fortschreitender Adoption sind die Bedingungen jetzt nicht viel anders.

Mike McGlone, Crypto Outlook

Wie realistisch ein Anstieg zur magischen 100.000-USD-Schwelle ist, und welche Hürden die größte Kryptowährung dabei zu nehmen hat, hat BTC-ECHO Analyst Stefan Lübeck in der aktuellen Bitcoinanalyse für euch zusammengefasst.


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