Tokenisierung 

EZB startet Blockchain-Abwicklung für Zentralbankgeld

Die EZB hat Pontes gestartet. Deutsche Institute wie Deutsche Bank und KfW wickeln tokenisierte Wertpapiere damit in Zentralbankgeld ab.

Ludwig Schlick
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Beitragsbild: Shutterstock

| Die EZB will Zentralbankgeld fit für tokenisierte Finanzmärkte machen

Was lange als Zukunftsmusik galt, wird nun Realität: Die Europäische Zentralbank hat ihr System “Pontes” in Betrieb genommen und schlägt damit die Brücke zwischen klassischem Zentralbankgeld und der Blockchain-Technologie. Für deutsche Finanzriesen – von der Deutschen Bank, der Deka über die KfW bis hin zur Bundesbank – öffnet sich damit das Tor zur direkten, digitalen Wertpapierabwicklung. Das technische Rückgrat liefert die etablierte Börseninfrastruktur von Clearstream. Für die passende Anbindung sorgen spezialisierte Akteure wie SWIAT und das Frankfurter FinTech Cashlink.

Der Name ist wörtlich zu verstehen: Pontes steht im Lateinischen für Brücken. Das System verbindet Blockchain-Netzwerke für tokenisierte Wertpapiere direkt mit klassischem Zentralbankgeld. Damit reagiert die EZB auf das Feedback aus ihren Testläufen von 2024, bei denen Finanzinstitute das Fehlen eines solchen risikofreien Zahlungsmittels bemängelt hatten.

Die EZB investiert selbst mit

Die Notenbank belässt es nicht beim Bereitstellen der Technik. In einer zweiten Mitteilung kündigte sie an, einen Teil ihrer Eigenmittel in tokenisierte Wertpapiere zu investieren und diese über Pontes abzuwickeln. Damit wird die EZB zu einer der ersten Nutzerinnen ihres eigenen Systems.

“Das Eurosystem arbeitet daran, einen stärker integrierten, innovativen und widerstandsfähigen europäischen Finanzmarkt im digitalen Zeitalter zu ermöglichen”, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde.

Vollständig ausgebaut ist Pontes noch nicht. Zum Start gibt es einen Grundumfang an Funktionen, längere Betriebszeiten und weitere Dienste folgen schrittweise bis 2028. Weitere Banken haben ihre Anbindung für die kommenden Monate zugesagt.

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