Krypto-Konferenz Ethereum vs Bitcoin: Frankfurter Gedanken zu einem möglichen Flippening
Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Bitcoin vs Ethereum

Quelle: Shutterstock

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Noch ist Bitcoin die mit Abstand größte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung. Doch auch Ethereum wächst immer rasanter – manche sehen gar ein “Flippening” bevorstehen.

Setzt der Krypto-Markt seinen Siegeszug 2021 fort? Wird Ethereum Bitcoin überflügeln? Und was sagt die BaFin zu dem Ganzen? Diesen und weiteren Fragen ist ein Panel mit Vertreter:innen aus den Sektoren Bildung, (Krypto-)Wirtschaft und Regulierung auf der Frankfurter Crypto Asset Conference nachgegangen.


Bitcoin vs. Ethereum: Flippening in Sicht?

Bitcoins Anspruch als unangefochtener Wertspeicher unter den Kryptowährungen ist nicht für alle Teilnehmer:innen in Stein gemeißelt. Für Katherina Gehra sind vor allem für Ethereum die Weichen auf Wachstum gestellt. Die CEO des “Blockchainfonds” von Immutable Insight sieht in der zuletzt deutlich stärkeren Kursentwicklung von ETH im Vergleich zu BTC einen Trend, der sich aufgrund der wachsenden Verwendung von Ethereum fortsetzen könnte:

Ich bin sehr bullish in Bezug auf Ether. Wenn man sich den jüngsten Kursanstieg anschaut, denke ich, dass Bitcoin sich verdoppelt und Ethereum sich verfünffacht hat in dieser Zeit. Und ich glaube auch, dass die Benutzerfreundlichkeit von Ethereum an Bitcoins Dominanz nagen wird. Deshalb bin ich persönlich bei Ether bullisher als bei Bitcoin.

Katherina Gehra, CEO von Immutable Insight

Widerspruch von Alexander von Frankenberg

Ganz anders sieht das hingegen Alexander von Frankenberg. Der Geschäftsführer des Early Stage VC High-Tech Gründerfonds plädiert für eine Unterscheidung der Anwendungsszenarien und prognostiziert Bitcoin eine dauerhafte Poleposition in seinem Segment als digitaler Wertspeicher. Von Frankenberg zieht dabei die Parallele zu einem altbekannten IT-Monopolisten:

Ich denke, es sind getrennte Märkte. Ich denke, es gibt ein Wertspeicher und all das, das Bitcoin adressiert. Und in diesem Segment macht Bitcoin über 90 Prozent aus. Bitcoin ist wie Microsoft Windows und wird es wegen der Netzwerkeffekte immer sein.

Alexander von Frankenberg, Geschäftsführer High-Tech Gründerfonds

Selbst im Falle eines “Flippenings”, also der Ablösung von BTC als Netzwerk mit der höchsten Marktkapitalisierung, sieht von Falkenberg kein Untergangsszenario. Im Gegenteil:


Es gibt ein Risiko, dass die Bitcoin Blockchain Smart Contracts inkludieren wird, aber ich denke, dass dieses nicht so hoch ist. Und falls das nicht passiert, wird es ein anderes Universum mit Smart Contracts und anderen Anwendungen geben. Ich denke, es spielt dabei überhaupt keine Rolle, ob dieses Universum größer ist oder nicht. Es könnte größer sein wegen der vielen Anwendungen. Aber andererseits ist der Use Case als Wertspeicher auch riesig. Ich denke, es ist völlig irrelevant, ob es ein Flipping gibt oder nicht. Ich denke, alle Segmente – denn die Netzwerk-Effekte gelten auch für den Ethereum Space – werden an Wert gewinnen. Das wird sich für eine lange Zeit fortsetzen,

Alexander von Frankenberg, Geschäftsführer High-Tech Gründerfonds

ist der VC CEO überzeugt.

BaFin: 2021 kein Vergleich mit ICO-Hype von 2017

Mit Christoph Kreiterling von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beteiligte sich auch ein Vertreter der deutschen Finanzaufsichtsbehörde. Kreiterling arbeitet bei der BaFin im Bereich Finanzinnovationen. Kreiterling verfolgt nach eigenen Angaben den Krypto-Markt bereits seit 2011 und gehört zu den wichtigsten Ansprechpartnern der BaFin für Unternehmen aus dem Blockchain-Sektor.

Was wir in den letzten paar Jahren gesehen haben, waren zwei Dinge: Eine Annahme der Massen, mehr und mehr Menschen gehen in den Markt. Und es ist auch eine Adaption auf der Seite der Institutionen zu sehen. […] Wir sehen, dass institutionelle Entitäten in den Krypto-Markt eintreten und somit institutionelles Geld in den Krypto-Markt fließt. Das ist eine Gesamtentwicklung, die eine signifikante Veränderung darstellt, wenn man das zum Beispiel mit dem ICO-Hype im Jahr 2017 vergleicht.

Christoph Kreiterling, BaFin

Bitcoin spielt für den Mann von der BaFin noch immer eine große Rolle als Einstiegstor in den Krypto-Sektor. Doch auch auf Ethereum scheint Kreiterling große Stücke zu halten:

Man kann Bitcoin als ein “Fuß-in-der-Tür-Ding” sehen. Es weckt die Aufmerksamkeit [für den Krypto-Markt, Anm.d.Red.]. Ethereum zeigt das Potenzial, zeigt, was man damit machen kann. Das ist schon eine Art Entwicklung. Je mehr die Leute von Ethereum verstehen, desto eher erkennen sie, dass da noch mehr kommen wird,

Christoph Kreiterling, BaFin

konstatiert der Blockchain-Experte von der BaFin.



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