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Schwelle überschritten Ethereum: Seit Hard Fork “London” mehr als 1 Milliarde US-Dollar verbrannt

Die Menge an Ethereum, die seit der London Hard Fork Anfang August verbrannt wurde, beträgt mittlerweile mehr als eine Milliarde US-Dollar. Deflationäre Effekte dürften demnächst häufiger auftreten.

Christian Stede
 |  Lesezeit: 2 Minuten
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Ethereum Burn

Quelle: Shutterstock

Die Menge an Ethereum, die seit der Hard Fork “London” Anfang August verbrannt wurde, hat gerade die Schwelle von einer Milliarde US-Dollar überschritten. Zum Zeitpunkt dieses Artikels meldet die Plattform ultrasound.money, die den Verbrennungsprozess verfolgt, einen Gesamtverbrauch von 304.321 ETH. Bei den aktuellen Kursen entspricht das etwas über einer Milliarde US-Dollar. Zuvor hatte Anthony Sassano, Gründer von EthHub und Daily Gwei, getwittert, dass die Menge der verbrannten ETH 300.000 überschritten habe.

Der Verbrennungsprozess begann am 5. August, als das Ethereum Upgrade namens “London” und damit auch das lang erwartete Upgrade EIP-1559 eingeführt wurde. Dieses Upgrade änderte den Mechanismus der Transaktionsgebühren. Die Auktionen, bei denen eine schnelle Abwicklung gleichbedeutend mit hohen Gebühren war, gibt es so nicht mehr. Stattdessen ist die Grundgebühr jetzt algorithmisch festgelegt und passt sich der Netzwerkauslastung an. Dafür ist die Obergrenze der Blockgröße mit 25 Millionen Gas-Einheiten jetzt doppelt so hoch wie vorher. Übersteigt die Nachfrage diese Rate zur Hälfte, geht die Grundgebühr in die Höhe. Anderenfalls sinkt sie wieder. 

Transaktionskosten bei Ethereum deutlich niedriger

Im Großen und Ganzen dürfte die Ethereum Community die Hard Fork begrüßen. Schließlich geht mit ihr laut einer Schätzung der Kryptobörse Gemini doch eine Senkung der Transaktionskosten um rund 90 Prozent einher. Da mit der Neuerung die Gebühren aber nicht wie zuvor an Miner überwiesen, sondern schlicht verbrannt werden, verlangsamt sich der Ether-Zufluss deutlich. Deflationäre Phasen, die mehr an Ether verbrennen als neu hinzugewinnen, könnten daher demnächst durchaus häufiger auftreten.

Das gilt erst recht ab dem Zeitpunkt, an dem die ETH-1.0-Kette mit der ETH 2.0 Beacon Chain verschmolzen oder “angedockt” wird, was das Ende von Proof-of-Work und den Übergang zu Proof-of-Stake bedeutet. Dies soll laut der offiziellen Dokumentation irgendwann im ersten oder zweiten Quartal 2022 geschehen. Es liegt auf der Hand, dass dann auch die Miner im Netzwerk keine Rolle mehr spielen werden. 

Derzeit ist der größte Verbraucher von Gas Fees der NFT-Marktplatz OpenSea, der binnen eines Tages rund 850 ETH oder fast drei Millionen US-Dollar an Gebühren generiert hat. Ohnehin hat wohl der Hype um DeFi und insbesondere NFT dafür gesorgt, dass die alte Gebührenstruktur von Ethereum nicht mehr Schritt halten konnte und daher die Hard Fork “London” nötig machte. 

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