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Dank EIP-1559Ethereum (ETH) auf dem Weg zum deflationären Vermögenswert

Ethereum ist auf dem Weg, ein deflationärer Vermögenswert zu werden und könnte in bald eine noch knappere Kryptowährung als Bitcoin werden – wie kann das gelingen?

Leon Waidmann
 |  Lesezeit: 3 Minuten
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Ethereum

Quelle: Shutterstock

| Ethereum

Vor fast fünf Monaten, am 5. August 2021, ging das Ethereum Improvement Proposal (EIP)-1559 live. Seitdem hat sich die Geldpolitik der zweitgrößten Kryptowährung grundlegend verändert. 2022 könnte ETH sogar zu einem deflationären Vermögenswert werden.

EIP-1559 hat das Gebührensystem von Ethereum reformiert und eine “Grundgebühr”, die sich dynamisch je nach Netzwerkauslastung ändert, eingeführt. Dieser Teil der Transaktionskosten muss bei jeder Ethereum-Transaktion in Ether bezahlt werden. Die gesamte bezahlte “Grundgebühr” wird anschließend dauerhaft aus der Ether-Umlaufmenge entfernt (geburnt).

Im November 2021 erreichte die Anzahl der geburnten ETH mit 360.000 (knapp 1,3 Milliarden US-Dollar) ein neues Allzeithoch. Im Vergleich zum Vormonat war es ein Anstieg um 19 Prozent.

Obwohl die Burnrate im Dezember gesunken ist, wird erwartet, dass sie langfristig steigt, da die Adaption des ETH-Netzwerks weiter voranschreitet.

Welche dezentralen Apps verbrennen am meisten ETH?

Der NFT-Marktplatz Opensea war innerhalb der letzten 145 Tage für den größten Teil der geburnten Ether verantwortlich (~135.000 ETH). Danach folgen ETH-Überweisungen an zweiter Stelle (~127.000 ETH) und Uniswap V2 an dritter Stelle (~113 ETH).

ETH
Quelle: https://ultrasound.money/

Laut Ultrasound.Money kommt Ethereum im Moment auf eine jährliche Inflationsrate von 1,8 Prozent. Damit liegt die Smart-Contract-Plattform nur minimal über der Inflationsrate von Bitcoin (1,79 Prozent).

Wenn die Marktnachfrage für Ether anhält und die Nutzung von dezentralen Anwendungen auf Ethereum zunimmt, könnte sich das bald ändern. Ethereum könnte zum ersten Mal in seiner Geschichte eine deflationäre Entwicklung erfahren und die Inflationsrate von Bitcoin unterbieten. Es ist gut möglich, dass wir im Jahr 2022 den ersten Monat erleben, in dem Ethereum eine negative Inflationsrate (Deflation) verzeichnet.

Sind zu hohe Gebühren ein Todesurteil für Ethereum?

Hohe Gebühren sind zwar für viele Kleinanleger ein großes Hindernis, aber nicht unbedingt ein Todesurteil für ein Blockchain-Netzwerk. Vor allem institutionelle Investoren sind bereit, die höheren ETH-Gebühren im Austausch für die schnelle Transaktionsabwicklung, die hohen Renditechancen und den Wegfall von Dritten zu zahlen.

Darüber hinaus werden eine Vielzahl von NFTs auf OpenSea durchweg für Zehntausende bis Hunderttausende von US-Dollar verkauft. Wer Transaktionen in dieser Anlageklasse tätigt, dem sind die hohen Gebühren im Vergleich zu dem daraus gezogenen Nutzen schlichtweg egal. Das Jahr 2021 hat somit gezeigt, dass institutionelle Anleger durchaus bereit dafür sind, hohe Gebühren im Austausch für die Sicherheit von digitalen Vermögenswerten (NFTs oder Kapital in DeFi) und Renditen (Zinsen oder Spekulation) zu zahlen.

Dennoch ist klar, dass die Ethereum Mainchain mit seinem derzeitigen Gebührenmodell nicht in allen Smart-Contract-Sektoren konkurrenzfähig ist. Insbesondere im Bereich des Krypto-Gamings oder anderen Mikrotransaktionsanwendungen ist die ETH Mainchain einfach zu teuer.

Letztendlich wird Ethereum trotz der bevorstehenden Implementation von Ethereum 2.0 zu Layer-2-Skalierungslösungen übergehen müssen, um auch nicht-vermögende Nutzer zu erreichen.

Schon jetzt lässt sich beobachten, wie eine Vielzahl von Skalierungslösungen genau diese Nischen erreichen wollen. Neben Polygon, Arbitrum, Optimism und der speziell für Gaming entworfenen Skalierungslösung Immutable X gibt es bereits ein florierendes Ökosystem von Ethereum-Layer-2-Plattformen, die im Jahr 2022 mit hoher Wahrscheinlichkeit eine weitere Welle der Adaption erfahren werden.

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