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KosovoEnergiekrise führt zu hartem Vorgehen gegen Bitcoin-Miner

Die Polizei im Kosovo beschlagnahmt inmitten einer Stromkrise von katastrophalem Ausmaß 300 Krypto-Mining-Rechner.

Christian Stede
 |  Lesezeit: 2 Minuten
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Kosovo Polizei

Quelle: Picture Alliance

| Kosovarische Polizei während eines Einsatzes.

Die Regierung in dem Land greift bereits wenige Tage nach einem entsprechenden Verbot hart gegen die Krypto-Miner im Land durch, die ihre Geräte noch nicht vom Netz genommen haben. So hat sie allein am 8. Januar mehr als 300 Mining-Rechner beschlagnahmt. Aus einer Mitteilung der kosovarischen Polizei geht hervor, dass sie 272 “Antminer”-Bitcoin-Maschinen in der Gemeinde Leposavic und weitere 39 Mining-Maschinen in der Nähe von Prishtina beschlagnahmt habe. Ferner stoppte die Polizei auch einen Autofahrer, der mit sechs Mining-Rigs mit 42 Grafikkarten (GPUs) unterwegs war. Nach einer Befragung befindet er sich wieder auf freiem Fuß.

Die Wirtschaftsministerin Artane Rizvanolli twitterte ihr Lob für die Polizei. Durch die Sicherstellung würden Zehntausende von Euro pro Monat an Steuergeldern gespart. Die Energie komme nun Hunderten von kosovarischen Familien während der Krise zugute. Bereits zu Anfang des Jahres hatte Rizvanolli angekündigt, mit aller Härte gegen Bitcoin-Miner vorzugehen. Denn Energie ist im Kosovo ein rares Gut.

Kosovo steckt mitten in heftiger Energiekrise

Im Dezember wurde daher gar ein 60-tägiger Katastrophenzustand ausgerufen. 90 Prozent der Energie des Landes stammen aus Braunkohlekraftwerken, von denen temperaturbedingt allerdings das wichtigste ausgefallen ist. Offiziellen Angaben zufolge verfügt das Kosovo über die fünftgrößten Braunkohlereserven der Welt (12-14 Milliarden Tonnen). Nun sieht sich der Kosovo gezwungen, rund 40 Prozent seines Energiebedarfs mit Importen zu decken.

Bitcoin-Miner versuchen, eine Besonderheit im Kosovo auszunutzen. Denn Strom war bis vor kurzem in den ehemals serbischen Gemeinden im Norden des Landes seit dem Ende des Kosovo-Krieges 1999 praktisch kostenlos. Ein anonymer Miner, der 40 GPUs (Graphics Processing Units) besitzt, sagte gegenüber Reuters, er zahle rund 170 EUR pro Monat für Strom und erziele rund 2.400 EUR pro Monat an Gewinn aus dem Mining.

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