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Der Greif x Quantum Ein neuer NFT-Hype? Die Tokenisierung von Fotokunst

In Kollaboration mit der Plattform Quantum bringt Der Greif eine auserlesene NFT-Kollektion von aufstrebenden Fotografen auf den Markt. Reißt die Tokenisierungswelle nach der Digitalkunst, Musik und Collectibles jetzt auch die Fotokunst mit sich?

Moritz Draht
 |  Lesezeit: 4 Minuten
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Fotos

Beitragsbild: Shutterstock

NFTs haben die Arbeitsweise von Künstler:innen und die Regeln des Kunstmarkts verändert. Auch und gerade im Bereich Fotografie, der neben Collectibles, Digitalkunst und Membership-Token, wie dem Bored Ape Yacht Club, in der medialen Aufregung etwas in den Hintergrund rückt, entfalten NFTs zunehmend ihr Potential. Dass das Interesse an Foto-NFTs wächst, hat sich spätestens mit dem von Künstler Justin Aversano verkauften TWIN FLAMES # 49 im Mai 2021 bewiesen, dem fünftteuersten Foto, das jemals verkauft wurde. Mit einem Verkaufspreis von 871 Ether – umgerechnet 2,4 Millionen US-Dollar – ist es zudem der teuerste Foto-NFT überhaupt. Im November vergangenen Jahres gründete Aversano zusammen mit Kris Graves, Alexx Shadow und Jonas Lamis die auf handverlesene Fotokollektionen ausgerichtete NFT-Plattform quantum.art. Zusammen mit dem deutschen Online- und Print-Publisher für Kunstfotografie Der Greif geht am Donnerstag, dem 24. März, die erste gemeinsame NFT-Kollaboration mit Werken von Julia Kafizova, Marcin T. Jozefiak, und Margaret Murphy auf OpenSea an den Start. Wir haben mit Simon Lovermann, Gründer von Der Greif, und Margaret Murphy über Beweggründe, Chancen, Herausforderungen und neue Wege durch NFTs in der Fotokunst gesprochen.

NFTs verändern den Kunstbetrieb

Strohfeuer oder Flächenbrand? Simon Lovermann hat eine klare Haltung zum Einschlag von NFTs am Kunstmarkt: “Meiner Ansicht nach werden NFTs den Kunstbetrieb nachhaltig ändern – sie tun das ja bereits”. Wurden NFTs anfangs noch als Modeerscheinung belächelt, haben die Umsatzzahlen am NFT-Markt längst neue Fakten geschaffen, derer sich auch der etablierte Kunstbetrieb nicht mehr verschließen kann.

Margaret Murphy – Desperate For Affection

Mit altgedienten Auktionshäusern wie Sotheby’s oder Christie’s, die mit spektakulären Versteigerungen wie Beeples Mammutwerk “Everydays: the First 5000 Days” wesentlich zum Erfolg und der Präsenz von NFTs am Kunstmarkt beigetragen haben, wurde auch ein Veränderungsprozess im Kunstbetrieb selber in Gang gesetzt. “Klassische Gatekeeper wie Galerien” stünden im Wandel, so Lovermann, und würden durch “die Kraft, die sich durch potentiell finanzielles Empowerment auf Seiten der Kreativen entfaltet” zu Neuausrichtung gezwungen.

Ein Prozess, der sich durch die allmähliche Zersetzung von Machtgefügen am klassischen Kunstmarkt schleichend, aber unaufhaltsam in Gang setze. Bisher seien die Reibungspunkte überschaubar und die “Diskrepanz zwischen traditioneller Kunstwelt und NFT Sammler*innen” noch sehr deutlich, meint Lovermann: “Ich nehme da sehr wenig bis gar keine Überschneidung wahr bisher”. Was aber vor allem am Bedeutungsverlust der Institutionen liege: “Welche Relevanz hast du als Institution, Galerie, etc. wenn deine Markt-Macht potentiell schwindet?”

Wie Künstler von NFTs profitieren

Dass sich die Vertriebsstrukturen verschieben, komme dabei vor allem den Künstler:innen selber zugute. Für sie sei der “potentielle Nutzen vielfältig”, so Lovermann. Vor allem was “finanzielle Unabhängigkeit” anbelange. Und das nicht nur unmittelbar. Das große Verdienst von Smart Contracts ist schließlich auch, dass Künstler:innen dauerhaft von ihrem steigendem Marktwert profitieren können. “Durch Secondary Royalties entsteht potentiell ein passives Einkommen, das durchaus revolutionär anmutet”, so Lovermann. Revolutionär auch, weil Künstler:innen an den Verkäufen in den “bestehenden Sekundär-Märkten im Kunstbetrieb, also den klassischen Auktionshäusern, normalerweise nicht partizipieren”.

Margaret Murphy

Selbstläufer sind NFTs deshalb aber nicht. Der Umgang mit ihnen fordert auch neue Kompetenzen. Nahbarkeit, Authentizität, Vernetzung: Neben dem Handwerk müssen Künstler:innen auch das Social-Media-Spiel beherrschen und sich als Marke positionieren. “Eine Einschränkung, auf die Künstler:innen, die in den NFT-Markt eintreten, meiner Meinung nach nicht vorbereitet sind”, meint Margaret Murphy. “Zu diesem Zeitpunkt ist viel los und die Dinge bewegen sich schnell in der virtuellen Welt. Man muss sein eigener größter Fürsprecher sein”.

Bringt man aber die Bereitschaft mit, nach den Regeln des NFT-Markts zu spielen, bieten sich zahlreiche Synergieeffekte. “In der Welt der NFTs gibt es eine unglaubliche Gemeinschaft von Künstlern, Kuratoren und Sammlern, die sich leidenschaftlich dafür einsetzen, die Art und Weise, wie die Kunstwelt funktioniert, zu verändern”. Dabei sieht auch Margaret Murphy das übergeordnete Ziel, “systemische Monopole abzulehnen, die sonst die Kunst, wie wir sie kennen, unter Verschluss halten”. Auch wenn sie zugibt: “Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass Geld kein wichtiger Faktor bei meiner Entscheidung war, NFTs zu machen”.

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