Zum Inhalt springen

3 Fragen an  Dr. Alex von Frankenberg: Wann kommen die Bitcoin Bonds?

In Zeiten roter Kursverläufe kann es hilfreich sein, sich auf die Kernversprechen von Bitcoin (BTC) rückzubesinnen. Keiner formuliert die bullishe These für das digitale Gold besser als Alex von Frankenberg. Wir hatten Fragen.

David Scheider
 |  Lesezeit: 4 Minuten
Teilen

Die Fragen stammen aus unserer Podcast-Aufnahme mit Alex. Diese findest du hier.

BTC-ECHO: Wir beiden waren zusammen in El Salvador. Die Reise liegt nun ein halbes Jahr zurück. Wie blickst du mit etwas Abstand auf die Zeit dort zurück?

Dr. Alex von Frankenberg: Mir ist ganz viel Positives in Erinnerung geblieben. Wir wurden mega nett empfangen, haben die Wirtschaftsministerin und den deutschen Botschafter getroffen. Was aber am wichtigsten war, war die positive Energie, die Hoffnung, die ich dort wahrgenommen habe. Einerseits versucht der Präsident (Nayib Bukele, Anm. d. Red.) das Land zu modernisieren. Andererseits bringt auch Bitcoin Hoffnung. El Salvador hat keine eigene Währung, ist Bürgerkriegs- und Bandengeplagt. Deshalb kann das Land eigentlich nur gewinnen. Und Bitcoin verspricht da eben Hoffnung und echte ökonomische Vorteile.

BTC-ECHO: Lass uns mal über die Volcano Bonds sprechen, also die mit Bitcoin-Dividenden versehenen salvadorianischen Staatsanleihen. Am Ende der Bitcoin Week hatte Bukele ja bekannt gegeben, dass er Bitcoin City bauen will und diese eben mit den Volcano Bonds finanzieren möchte. Bukele hat den Zeitpunkt für den Launch nun aber verpasst. Glaubst du, die Bonds kommen noch?

Dr. Alex von Frankenberg: Lass uns einmal einen Schritt zurückgehen. Wir sehen ja verschiedene Akteure hinsichtlich der Bitcoin Adoption. Bei den Privatpersonen sind wir relativ weit. Auf der Unternehmensseite hat vor allem Michael Saylor die ersten Dämme gebrochen. Außerdem sehen wir jetzt die ersten ETFs. Was eben besonders ist, ist, dass El Salvador das erste Land der Welt war, das Bitcoin zu einem gesetzlichen Zahlungsmittel gemacht hat. Und die Idee ist, ich tue etwas Gutes für das Land. Bukeles Intention war Modernisierung. Außerdem haben die Bürger harte ökonomische Vorteile, da die Remittances-Kosten (Gebühren für Transfers aus dem Ausland, Anm. d. Red.) drastische gesenkt werden können.

Die Bitcoin-Bonds versprechen einen besseren Zugang zum Kapitalmarkt. Schließlich ist El Salvador ein schlechter Schuldner, die normalen Anleihen haben zudem mit 30 Prozent eine hohe Ausfallrendite. Die Bitcoin Bonds sind indes nur mit 6,5 Prozent verzinst. Wenn man sich die Struktur nun genau anschaut, kann man sich die als Anleger günstiger selber nachbilden. Beispielsweise kann man für 500 Euro Bitcoin kaufen und für 500 Euro einen normalen salvadorianischen Bond. Das ist für Anleger attraktiver. Das kann natürlich der Grund sein, dass sich die Emission verzögert.

Auf der anderen Seite kann man einen Beitrag leisten zum Aufbau von einem armen Land. Und das könnte für viele auch attraktiv sein.

BTC-ECHO: Was mich interessiert, ist auch die spieltheoretische Ebene. Den anderen Staaten wird nicht entgangen sein, dass Bukele Schulden aufnimmt und davon Bitcoin kauft. Das verschafft ihm einen Vorteil. Rechnest du damit, dass auch andere Länder anfangen, in BTC zu investieren?

Dr. Alex von Frankenberg: Genau, das ist die große Frage. Welchen Impact hat El Salvador? Nun gibt es zwei Möglichkeiten. Erstens: Die Bitcoin-Adoption in El Salvador verläuft im Sand. Dann haben die aber auch nicht viel verloren. Auf der anderen Seite könnte es ja sein, dass es was bringt. Und dafür gibt es eine Menge Argumente. Ich hatte im Juli letzten Jahres getwittert, falls wir einen positiven Impact sehen, also beispielsweise stärkeres Wirtschaftswachstum oder Rückgang der Kriminalität, könnte El Salvador ein Vorbild für andere Länder sein. Und diese Frage ist offen. Aber wenn die Auswirkungen messbar positiv sind, werden wir eine lange Liste an Ländern sehen, die Bitcoin einführen – mit entsprechenden Effekten für den Kurs.

Du willst mehr über die salvadorianische Bitcoin-Adoption erfahren. In Ausgabe 54 der BTC-ECHO Magazins liest du mehr!

BTC-ECHO Magazin 10/22 - Wird Bitcoin die neue Weltwährung?
Das BTC-ECHO Magazin ist das führende deutschsprachige Magazin seit 2014 zu den Themen Bitcoin, Blockchain, NFTs & Kryptowährungen.
Zum Magazin
Die neusten Ausgaben des BTC-ECHO Magazins
Ausgabe #64 Oktober 2022
BTC-ECHO Magazin – Jahresabo
Ausgabe #63 September 2022
Ausgabe #62 August 2022
10% Rabatt
für Deine Newsletter-Anmeldung

Melde dich bei unserem Newsletter an, um auf dem aktuellen Stand zu sein. Der Rabattcode ist anwendbar auf das BTC-ECHO Magazin im Flexabo, Jahresabo oder auf die Einzelausgabe.