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Frankreich testet CBDC Der E-Euro kommt – aber wann?

Die Banque de France hat erste Tests für eine digitale Zentralbankenwährung (Central Bank Digital Currency, CBDC) gestartet. Die Zentralbank in Frankreich prüft den Einsatz des digitalen Euros im Interbanken-Bereich.

Phillip Horch
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Beitragsbild: Shutterstock

Die Banque de France will die Möglichkeiten eines digitalen Euros austesten. Der E-Euro im Sinne eines digitalen Zentralbankengeldes (Central Bank Digital Currency, CBDC) soll zunächst im Interbanken-Verkehr getestet werden. Damit, so erläutert es die französische Zentralbank in einer öffentlichen Mitteilung vom 30. März, will sie den Einsatz des digitalen Geldes im Clearing und der Abwicklung von tokenisierten Assets testen. Sie leistet damit in gewissem Sinne Pionierarbeit – allerdings nur in Europa.

Banque de France will Pionierarbeit leisten

Einen E-Euro in Form von digitalem Zentralbankengeld soll das bestehende Geldsystem keinesfalls ergänzen, teilt die Banque de France weiter mit. Viel eher gehe es darum, zu testen, inwiefern ein E-Euro die Effizienz der Zahlungsflüsse im Geldverkehr verbessern könne. Davon verspricht sie sich eine „verbesserte Finanzierung der Wirtschaft“.

Dahingehend wolle man nun testen, inwiefern man bestehende Strukturen des traditionellen Settlements über technologische Lösungen in eine CBDC überführen könne. Dazu müsse man die Vorteile eines E-Euros ausloten und eventuelle Auswirkungen überprüfen, die ein solches Geld auf die Finanzstabilität, Geldpolitik und die Regulatorik haben könne.

Die Ergebnisse dieser Testläufe sollen schließlich den Beitrag der Banque de France zu einem europäischen Zentralbankengeld bereitstellen. Hier sei es jedoch notwendig, eine europäische Zusammenarbeit anzustreben.

Nun sind Einzelpersonen oder Gruppen dazu angehalten, entsprechende Vorschläge für Testprogramme einzureichen. Die Banque de France will dann maximal 10 Bewerber aussuchen. Dabei schreibt die französische Zentralbank keine bestimmte Technologie vor. Sie sollte lediglich „innovativer Natur“ sein.

Ferner wolle man eine große Bandbreite an Unternehmenszweigen miteinbeziehen, um damit mehrere mögliche Einsatzgebiete des E-Euros zu gewährleisten. Bewerbende haben nun bis zum 15. Mai Zeit, ihre Vorschläge einzureichen. Die Banque de France will dann bis zum 10. Juli die passenden Bewerber auswählen.

Bis es tatsächlich zu einer Umsetzung des E-Euros kommt, wird jedoch noch einige Zeit ins Land streichen.

CBDC: China macht’s vor

Um einiges forcierter sind da schon die Pläne Chinas. Denn das Land arbeitet bereits seit Längerem an einer digitalen Ausgabe der Staatswährung. Der digitale Renminbi hat nach letzten Informationen die ersten Tests bereits erfolgreich absolviert. Aktuell arbeitet die chinesische Regierung daran, einen passenden rechtlichen Rahmen für das digitale Zentralbankengeld zu finden. In China hat Alipay, der Bezahldienst des chinesischen Technologieriesen Alibaba, offenbar bereits fünf Patente im Zusammenhang mit der digitalen Währung angemeldet.

Auch die USA loten bereits seit vergangenem Jahr die Chancen und Risiken eines digitalen US-Dollars aus. Jüngst erhielten die Diskussionen um digitales Helikopter-Staatsgeld neue Impulse.

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