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Finanzmarkt im Überblick  Das wird für Bitcoin und Krypto in dieser Woche wichtig

Anleger im Krypto-Space sollten in der dritten Woche des neuen Handelsjahres folgende Wirtschafts- und Finanzdaten im Blick haben.

Stefan Lübeck
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Stock Exchange Gebäude

Beitragsbild: Shutterstock

| Die Quartalsergebnisse großer US-Unternehmen und die US-Auftragseingänge für langlebige Güter könnten den Bitcoin-Kurs beeinflussen.

Die Stärke an den Finanzmärkten setzte sich auch in der abgelaufenen Handelswoche weiter fort. Die US-Aktienindizes S&P500 und Nasdaq100 blicken auf die beste Woche seit November 2022 zurück. Dass die Inflationsraten in den USA weiter rückläufig sind und damit die Gefahr weiter ansteigender Teuerungsraten vorerst gebannt scheinen, ließ Anleger vermehrt bullish agieren und zurück in die Märkte strömen. Auch Bitcoin (BTC) profitierte vom gesteigerten Risikoappetit und konnte am Donnerstagabend seine Handelsrange der letzten zwei Monate nach oben auflösen. In den späten Abendstunden des Folgetags (13. Januar), kam es schließlich zu einer regelrechten Kursexplosion am Kryptomarkt.

Der Bitcoin-Kurs schoss innerhalb weniger Handelsstunden gen Norden und initiierte eine Liquidationskaskade von gehebelten Short-Positionen in einem Umfang von mehr als 500 Millionen US-Dollar. Infolgedessen stieg die Kryptoleitwährung in der Spitze auf 21.321 US-Dollar an und zog den gesamten Kryptosektor mit nach oben. Die Gesamtmarktkapitalisierung konnte in der Folge die psychologische Marke von 1 Billion US-Dollar seit über zwei Handelsmonaten wieder zurückerobern. In der neuen Handelswoche nimmt die US-Berichtssaison mit Zahlen von Netflix weiter an Fahrt auf. Besser als erwartete Quartalsergebnisse der US-Großbanken J.P. Morgan, Citibank und Wells Fargo sorgten bereits am Freitag für eine anhaltend freundliche Stimmung unter den Investoren.

Diese Events stehen im Fokus der Marktteilnehmer

Mit Blick auf die wichtigen Wirtschaftsdaten nimmt die neue Handelswoche wegen des Martin Luther King Days in den USA erst am Dienstag so richtig Fahrt auf. Den Anfang machen frische Wirtschaftsdaten aus der Volksrepublik China. Zur Wochenmitte erwartet die Marktteilnehmer mit frischen Erzeugerpreisen und Einzelhandelsumsätzen die Bekanntgabe mehrerer wichtiger Zahlen zum Zustand der Wirtschaft in den USA. Am Donnerstag schauen die Anleger sodann auch die Veröffentlichung des EZB-Sitzungsprotokolls der letzten Zinssitzung aus dem Dezember. Zum Wochenschluss steht die Entwicklung am US-Immobilienmarkt im Fokus der Investoren.

Bruttoinlandsprodukt und Industrieproduktion in China eröffnen die neue Handelswoche

Dienstag, 17. Januar 2023: Die Investoren schauen diese Woche zunächst nach Fernost. Im Reich der Mitte werden in den frühen Morgenstunden (03:00 Uhr MEZ) das aktuelle Bruttoinlandsprodukt für das Schlussquartal 2022 sowie neue Zahlen zur Industrieproduktion für den Vormonat Dezember veröffentlicht. Anhand der BIP-Daten aus China erhoffen sich Marktexperten Rückschlüsse auf die Situation in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Nach einer Erholung im letzten Handelsquartal prognostizieren die Experten für das vierte Quartal wieder ein geringeres Wachstum. Hatte die Wachstumsquote im Vorquartal noch 3,9 Prozent betragen, gehen die Analysten nun von einem Rückfall von 3,9 Prozent auf nur noch 1,8 Prozent Wachstum aus. Zwar hat die chinesische Regierung ihre 0-Covid-Politik in den letzten Wochen überraschend gekippt, im zugrunde liegenden Berechnungszeitraum waren wegen gestiegener Infektionszahlen jedoch erneut ganze Städte abgeriegelt worden.

Sollte der Rückgang weniger stark ausgefallen sein als erwartet, dürften die Anleger dies positiv aufnehmen und China könnte wider Erwarten doch mehr in die USA und nach Europa exportiert haben als angenommen. Das wäre ein Indiz dafür, dass sich die Lage an den Weltmärkten weiter entspannt haben könnte. Die Marktteilnehmer schauen zudem auf die Entwicklung der Industrieproduktion für den abgelaufenen Monat Dezember. Die Industrieproduktion misst die Veränderung der industriellen Produktionsleistung von Produzenten, Bergwerken und Versorgungsunternehmen. Nach 2,2 Prozent im November, erwarten die Marktanalysten für den abgelaufenen Monat Dezember einen deutlichen Rückgang auf 0,5 Prozentpunkte. Sollte die Wirtschaftstätigkeit wider Erwarten resilienter gegen die vielfältigen Probleme in China gewesen sein, könnten die Kurse am US-Aktienmarkt und damit auch im Kryptosektor davon profitieren.

Veröffentlichung Verbraucherpreisindizes im Vereinten Königreich (UK)

Mittwoch, 18. Januar 2023: Das Office of National Statistics veröffentlicht um 08:00 Uhr (MEZ) die neusten Inflationsdaten für den zurückliegenden Monat Dezember. Im Jahresvergleich wird mit einem leichten Rückgang von zuletzt 10,7 Prozent auf nun 10,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gerechnet. Bestätigen sich die Prognosen der Marktanalysten und die Inflationsrate ist auch auf der Insel weiter rückläufig, zeigt sich auch hier die allgemeine Tendenz. Liegt die Schätzung sogar unter den Erwartungen der Marktanalysten, dürfte das britische Pfund gegenüber dem US-Dollar im Wert ansteigen. Dieses könnte sich wie schon zuletzt positiv auf den Aktien- wie auch den Kryptomarkt auswirken. Sollten die Verbraucherindizes hingegen höher als erwartet ausfallen, wäre dieses als Warnung für den Finanzmarkt zu sehen, und der US-Dollar könnte wieder an Stärke gewinnen. Für Bitcoin und Co. wäre das bearish zu werten.

US-Erzeugerpreise und Einzelhandelsumsätze liefern neue Erkenntnisse über die US-Wirtschaft

Mittwoch, 18. Januar 2023: Um 14:30 Uhr (MEZ) folgen neue US-Erzeugerpreise (EPI) für den zurückliegenden Monat Dezember. Die Marktexperten prognostizieren im Monatsvergleich einen Rückgang von zuletzt 0,3 Prozent auf -0,1 Prozentpunkte. Sollten die Preissteigerungen nach zuletzt wieder angestiegenen Erzeugerpreisen für den November erneut rückläufig sein, dürfte die US-Dollarstärke weiter abnehmen und zu einer bullishen Kursreaktion an den Finanzmärkten führen. Bleibt die Inflation bei den Erzeugerpreisen indes weiter hoch und liegen wie schon im letzten Berechnungszeitraum über den Erwartungen der Analysten, könnte dieses am Markt zu fallenden Kursen führen. Auch der Kryptomarkt dürfte davon nicht verschont bleiben.

Zeitgleich wird um 14:30 Uhr (MEZ) die Kernrate der Einzelhandelsumsätze in den USA für den Monat Dezember präsentiert. Zuletzt notierten die Umsätze im US-Einzelhandel mit -0,2 Prozent wieder im negativen Bereich und bestätigten damit die anhaltende Kaufzurückhaltung der Privathaushalte. Mit -0,4 Prozent rechnen die Analysten mit weiter zurückgehenden Umsätzen im Einzelhandel. Sollten die veröffentlichten Zahlen sogar unter den defensiven Schätzungen der Experten liegen, könnte sich Druck auf die Fed weiter verschärfen. Zuletzt wirkten sich schwache Einzelhandelsumsätze negativ auf die Kurse am Aktienmarkt wie auch im Kryptosektor aus. Bleibt diese Tendenz bestehen, könnte das Mantra des “Bad News sind Good News” nun wieder umdrehen. Konnte der Einzelhandel seine Umsätze im Vorweihnachtszeitraum hingegen wider Erwarten steigern, dürften Investoren dieses hingegen positiv bewerten, da somit auch die beginnende US-Berichtssaison von Amazon, Apple und Co. besser ausfallen könnte als vermutet. Eine positive Kursreaktion an den Finanzmärkten wäre kurz vor der Präsentation der Quartalszahlen in den kommenden Wochen somit durchaus wahrscheinlich. Von dieser Entwicklung dürfte auch der Kryptosektor profitieren können.

EZB-Sitzungsprotokoll liefert Einblicke zur Position der Europäischen Zentralbank

Donnerstag, 19. Januar 2023: Um 13:30 Uhr (MEZ) präsentieren die obersten Währungshüter der Eurozone die Mitschrift der letzten Zentralbanksitzung vom 15. Dezember. Die Marktbeobachter werden das Sitzungsprotokoll des vorherigen EZB-Treffens auf Abweichungen der aktuellen Zinspolitik von Frau Lagarde prüfen, um Ableitungen über die zukünftige Geldpolitik in Europa herauszufiltern. Jegliche Hinweise auf eine zukünftig weniger hawkishe Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank könnten zu Kursprüngen der Aktienindizes in Europa führen und sich auch positiv auf den Kryptomarkt auswirken. Anleger klammern sich unverändert an jedes Indiz für eine weniger restriktive Geldpolitik der weltweit wichtigsten Notenbanken.

Veröffentlichung der Verkaufszahlen von US-Bestandsimmobilien

Freitag, 20. Januar 2023: Um 16:00 Uhr (MEZ) rücken die aktualisierten Verkaufszahlen für bestehende Immobilien für den zurückliegenden Monat Dezember in den Fokus der Marktexperten. Die monatlich vom Verband der US-Immobilienmakler erhobenen Daten spiegeln das aktuelle Konsumniveau der Bürger wider. Höher als prognostizierte Verkaufszahlen indizieren steigende Verbraucherausgaben in den USA. Sollten die Hausverkäufe von Bestandsimmobilien wie schon zuletzt unter den Erwartungen der Marktanalysten liegen, wäre das eine Bestätigung der zunehmenden Abkühlung des für die USA so wichtigen Häusermarktes. Die Expertenprognose liegt für den Vormonat Dezember mit 3,95 Millionen Hausverkäufer erstmalig seit über zwei Jahren wieder unter der Marke von 4 Millionen Verkäufen von Bestandsimmobilien. Erreichen die veröffentlichten Zahlen den prognostizierten Wert oder liegen sogar darunter, ist mit einer weiteren Abschwächung des US-Dollars zu planen. Ob sich diese deutliche Abkühlung am Häusermarkt wie in 2022 eher positiv auf den Aktien- und Kryptomarkt auswirken wird, bleibt abzuwarten. Schlechte Neuigkeiten aus dem Immobiliensektor könnten sich ähnlich wie schwache Einzelhandelsumsätze nun zunehmend negativ auf den Finanzmarkt auswirken. Die US-Notenbank Fed hatte zuletzt wiederholt bestätigt, ihre Geldpolitik deswegen nicht ändern zu wollen.

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