Marktupdate Chinesischer Börsencrash zieht Krypto-Markt mit sich
Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Börsencrash

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Der chinesische Housing Crash um Evergrande und Co. zieht auch den Krypto-Markt mit sich. Das Marktupdate.

Läutet der Crash des zweitgrößten chinesischen Immobilienunternehmens, der Evergrande Group, einen chinesischen Börsencrash ein? Die Angst davor macht sich jedenfalls derzeit nicht nur auf den asiatischen Börsenmärkten, sondern weltweit, breit – und geht auch an Bitcoin und Co. nicht spurlos vorüber. Und so stürzte nicht nur der Evergrande-Kurs zum 20. September auf den niedrigsten Wert seit elf Jahren und handelt aktuell bei 0,31 Euro – noch im April lag er bei 7,65 EUR.


Bitcoin-Kurs im Wochenchart
Der Bitcoin-Kurs in der Wochenansicht.

Der Bitcoin-Kurs (BTC) konnte am gestrigen Montag noch ein Tageshoch von 47.310 US-Dollar verzeichnen, liegt zur Zeit des Schreibens bei 42.940 US-Dollar – 6,26 Prozent im Minus. Und ähnlich sieht es bei fast allen Krypto-Kursen der Top 100 aus. So gibt Ethereum (ETH) im Tagesvergleich 4,86 Prozent ab, Cardano (ADA) 2,71, Binance Coin (BNB) 6,72 und XRP 4,35 Prozent. Dazu gewinnen kann in den Top 50 keine einzige Kryptowährung. Erst auf Rang 63 verzeichnet Celo ein Tagesplus von 16,91 Prozent.

Börsencrash löst Stablecoin-Flucht aus

Die drohende Zahlungsunfähigkeit der Evergrande Group, die mit mehr als 300 Milliarden US-Dollar in der Kreide steht, sorgt für Panik an den Finanzmärkten. Befürchtet wird ein Dominoeffekt der Art Lehman Brothers, der ausgelöst werden könnte, wenn der Immobilienkonzern seinen Zinszahlungen in dieser Woche nicht nachkommt. Ob die chinesische Regierung die Immobilienblase platzen lässt oder als Gläubiger einspringt, sorgt für Spekulationen. Der Krypto-Markt jedenfalls bekommt solche Krisen an den traditionellen Finanzmärkten unmittelbar zu spüren. Bitcoin und Co. gelten für viele Investor:innen weiterhin als Risiko-Assets, die in turbulenten Marktphasen abverkauft und als schnelle “Cash-Quelle” genutzt werden.


Dass der Krypto-Markt ins Minus, Stablecoins wie Tether (USDT), USD Coin (USDC) oder Binance USD (BUSD) aber zur Stunde ins Plus drehen, deutet auf eine großflächige Kapitalumschichtung hin. Die 1:1 an Fiat gekoppelten Kryptowährungen sind üblicherweise keinen Kursschwankungen unterworfen – darin besteht schließlich ihre Funktion. Die Volatilität zeigt an, dass die Stablecoin-Gelddruckmaschine zurzeit auf Hochtouren läuft. So hat der Net Flow des USD Coin heute ein Drei-Monatshoch erreicht, wie das On-Chain-Datenportal Glassnode via Twitter schreibt.

Am Krypto-Markt könnten die kommenden Handelstage entsprechend wild verlaufen. Abverkäufe auf der einen und Nachkäufe von Schnäppchenjägern auf der anderen Seite dürften für eine hohe Volatilität sorgen. Ob der Sturm an den Aktienmärkten vorbeizieht oder die Evergrande Group eine Kettenreaktion von Lehman-Ausmaß auslöst, dürfte sich unmittelbar am Krypto-Markt bemerkbar machen.


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