CBDC auf dem Vormarsch Chinas Zentralbank wickelt 162 Millionen US-Dollar mit digitaler Währung ab
Dana Hajek

von Dana Hajek

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Die Vereinigten Staaten und China stehen vor einem Handelskonflikt. Handelskrieg. Weltkrisenfrage. Geopolitik.

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Peking meint es ernst mit der Entwicklung einer digitalen Währung. Der Digitalyuan wird bereits in Pilottransaktionen im Wert von 162 Millionen US-Dollar verwendet. Damit dürften in absehbarer Zukunft auch die Tage des Bargelds gezählt sein.

Als der amerikanische Internetkonzern Facebook vor etwas mehr als einem Jahr seine Pläne für die Kryptowährung Libra vorstellte, schrillten in China die Alarmglocken. Seit 2014 forscht die People’s Bank of China (PBoC) schon an einer chinesischen digitalen Währung. Im April diesen Jahres begannen offiziell in drei Provinzen des Landes, in einem geschlossenen System erste Tests. Wie der stellvertretende Gouverneur der PBoC Fan Yi Fei auf der virtuellen Konferenz Sibos 2020 nun bekannt gab, habe die Zentralbank bereits Transaktionen im Wert von 1,1 Milliarden Yuan ( umgerechnet 162 Millionen US-Dollar) in 3,1 Millionen Transaktionen über den chinesischen Digitalyuan abgewickelt. Dies berichtete die South China Morning Post am Montag. 


DCEP kommt bei den Olympischen Spielen zum Einsatz

Zudem verkündete Gouverneur Fan Yi Fei, dass „bis Ende August insgesamt 113.300 persönliche digitale Wallets und 8.859 digitale Wallet von Unternehmen erstellt worden sind […]. Wie es aus einem weiteren Artikel von FinTech Futures vom 5. Oktober hervorgeht, plane die PBoC auch, ihren digitalen Yuan, offiziell bekannt unter dem Namen Digital Currency Electronic Payment (DCEP), während der bevorstehenden Olympischen Winterspiele in Peking zu testen.

Darüber hinaus seien rund 5.000 medizinische Mitarbeiter im Luohu-Distrikt von Shenzhen angeblich mit dem digitalem Yuan in „roten Umschlägen“ für ihre Beiträge zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie belohnt worden. Insgesamt erforsche die Bank über 6.700 Anwendungsfälle für eine CBDC recherchiert, so Fintech Futures. Darunter seien Bereiche wie Rechnungsbezahlung, Catering-Services, Transport, Shopping und Regierungsdienste.

Die globalen Auswirkungen der DCEP aus China

Die PBoC betrachtet die DCEP als eine wichtige Finanzinfrastruktur für die Zukunft, erklärte Yi Fei in seiner Rede. Außerdem fügte er hinzu:


In den letzten Jahren sind mit der Entwicklung der Distributed-Ledger-Technologie und Krypto-Assets, wie Bitcoin, auf einmal Stable Coins entstanden. Sie haben eine neue Welle des Wettbewerbs ausgelöst, die versucht, aus der Substitution der im Umlauf befindlichen Fiat-Währung Profit zu ziehen.

Diese Nachricht folgt auf ein pikantes Ereignis. Denn angeblich plant China seine Bestände an US-Staatsanleihen von derzeit mehr als einer Billionen USDollar auf knapp 800 Milliarden USDollar zu reduzieren. Und zwar noch vor der vollständigen Einführung des digitalen Yuan.

Der westlichen Welt schwant Böses

Mit der Einführung eines chinesischen Digitalyuans wird das westliche Geldsystem vorgeführt. Schließlich entscheidet ein innovatives Geldsystem, so wie China es gegenwärtig unter Beweis stellt, gleichzeitig auch über die internationale Wettbewerbsfähigkeit eines Landes. Kein Wunder, dass die westlichen Zentralbanken die Entwicklungen rund um den chinesischen DCEP mit gemischten Gefühlen verfolgen. Einige Reaktionen aus dem US– als auch aus dem europäischen Lager gab es trotzdem. So veröffentlichte die EZB letzte Woche einen umfassenden Bericht einer Arbeitsgruppe, der sich mit den Vorteilen und Risiken eines digitalen Euros auseinandersetzt. Ab dem 12. Oktober planen die europäischen Währungshüter zudem die Einführung eines digitalen Euros zu testen. So ließ es die EZB-Präsidentin Christine Lagarde verlauten.

Gleichzeitig versammelten sich auch in den USA bereits einige Gesetzgeber, um die Notwendigkeit eines digitalen US-Dollars im Hinblick auf Chinas DCEP zu erörtern. Der Warnschuss seitens der chinesischen Zentralbank zeigt wohl seine Wirkung.



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