Ochsenjahr China feiert Neujahr – Gefahr für Bitcoin?
Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Material des Frühlingsfestes für das Jahr des Ochsen (

Quelle: Shutterstock

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Wenn in China Neujahr gefeiert wird, kaut so mancher westlicher Hodler auf den Nägeln. Kommt ein Bitcoin Dump?

Mit dem Beginn des chinesischen Neujahrsfests haben sich Bedenken, dass es zu einem Bitcoin Dump “Made in China” kommen könnte, vorerst zerstreut. Mit einem Kurs von 47.600 US-Dollar bewegt sich Bitcoin zu Redaktionsschluss nur knapp unter dem Allzeithoch von 48.687 US-Dollar.


Die Befürchtungen mancher, dass die Chinesen in Scharen Bitcoin verkaufen, kommen nicht von ungefähr. So ist es in China Tradition, seinen Freunden und Verwandten Geldgeschenke zu machen. In den vergangenen Jahren ließ sich im Zeitraum um das chinesische Neujahresfest herum eine erhöhte Volatilität beobachten. Manche Beobachter stellen gar eine direkte Verbindung zwischen dem Neujahresfest und dem Gebaren der Krypto-Märkte her. Die Datenlage dafür ist jedoch unzureichend.

Die Mär vom chinesischen Neujahrs-Dump

So konnte im vergangenen Jahr keine Rede von einem Bitcoin-Aberkauf sein. 2020 feierte China am 25. Januar sein Neujahrsfest. Zwar druckte der Bitcoin-Kurs zwei Tage zuvor eine rote Kerze. Diese als “Dump” zu bezeichnen entbehrt jedoch nicht einer gewissen Übertreibung. Bitcoin fiel an diesem Tag um 3,3 Prozent von 8.660 USD auf 8.380 USD. Vergleicht man das mit dem darauf folgenden Corona-Crash von Mitte März 2020, wirkt der vermeintliche China-Dump umso bescheidener.

Bitcoin-Kurs am chinesischen Neujahrsfest 2020 (rote Linie). Chart via TradingView

Im Jahr 2019 fand das Frühlingsfest am 5. Februar statt. Auch hier findet man rote Kerzen, die die These vom Neujahrs-Dump jedoch ebenso wenig stützen können. Wenn es danach ginge, hätte China sein Neujahrsfest bereits im November 2019 gefeiert.

Bitcoin-Kurs am chinesischen Neujahrsfest 2019 (rote Linie). Chart via TradingView

Vor dem Frühlingsfest 2018 lässt sich zwar ein deutlicher Dump feststellen. Doch auch hier ist jede Korrelation mit China reine Spekulation. Schließlich lassen sich die roten Kerzen genauso mit dem Platzen der Bitcoin-Blase im Jahr 2017 in Verbindung bringen.


Bitcoin-Kurs am chinesischen Neujahrsfest 2018 (rote Linie). Chart via TradingView

Um wirklich eine gewisse Tendenz ausmachen zu können, muss man noch weiter zurück gehen. Ein mittlerweile gescheitertes Krypto-Start-up namens Bitcurate beleuchtete den vermeintlichen “Chinese New Year Effect” in den Jahren 2013-2019 in einem Medium-Post. Darin werden gewisse Regelmäßigkeiten beim Bitcoin-Kurs-Verlauf im Zusammenhang mit dem chinesischen Neujahr konstatiert. Kurz gesagt: Vor dem Fest fällt der Kurs tendenziell, danach geht es tendenziell wieder hoch. Allerdings kommt auch Bitcurate nicht zu dem Ergebnis, dass sich daraus eine direkte Korrelation destillieren lässt.

Die Anzeichen sind nicht überzeugend genug, denn wenn das der Fall ist, sollte der “Chinese New Year”-Effekt auch in anderen Märkten sichtbar sein, insbesondere bei Investmentfonds und Gold, da diese einen bedeutenden Anteil der risikobehafteten Vermögensallokation der privaten Haushalte in China ausmachen.

Angst vor Bitcoin Minern?

Die Furcht vor einem Neujahrsdump zeugt vielmehr von dem großen Gewicht, dass China trotz seiner ambivalenten Krypto-Regulierung im Bitcoin-Markt hat. In keinem anderen Land wird mehr Bitcoin “geschürft” als im Reich der Mitte, wo Elektrizität zum Schleuderpreis feilgeboten wird. Die Elite-Universität Cambridge hat 2020 in Zusammenarbeit mit mehreren Mining-Pools eine Grafik erstellt, die eine grobe Schätzung über die geografische Verteilung der Bitcoin-Hash-Rate liefert. Auch wenn die Daten nur bis Q2 2020 reichen, dürfte sich an dem prinzipiellen Verhältnis seitdem nicht allzu viel verändert haben.

Da auf den Adressen von chinesischen Mining Pools bisweilen horrende BTC-Bestände lagern, gehört die Angst vor einer Miner-Kapitulation zum Kanon der Krypto-Community. Bislang hat Bitcoin, der “Honigdachs” seinem Wappentier jedoch alle Ehre gemacht: Er bleibt bislang völlig unbeeindruckt von den chinesischen Feierlichkeiten. Diese dauern noch bis zum 26. Februar an.

Übrigens ist 2021 in China das Jahr des Ochsen – wenn das mal kein bullishes Signal ist.


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