Die Krypto-Adoption hat nicht nur gute Seiten. Denn: Auch gewaltsame Überfälle auf Krypto-Anleger nehmen weltweit weiter zu. Nach Angaben des Blockchain-Analyseunternehmens Chainalysis haben Kriminelle im ersten Halbjahr 2026 Kryptowährungen im Wert von mehr als 30 Millionen US-Dollar erbeutet. Erfasst wurden ausschließlich erfolgreiche Taten, bei denen Opfer ihre Bestände tatsächlich herausgeben mussten.
Damit liegt die Summe bereits nach sieben Monaten bei mehr als der Hälfte des Rekordwerts aus dem Gesamtjahr 2025, als 58 Millionen US-Dollar gestohlen wurden. Sollte sich der Trend fortsetzen, könnte 2026 laut Chainalysis das bislang schwerste Jahr für physische Angriffe auf Krypto-Besitzer werden.
Frankreich entwickelt sich zum Brennpunkt
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung in Frankreich. Chainalysis registrierte dort vor 2025 lediglich einzelne Vorfälle. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Fälle auf 19. Bis zur Jahresmitte 2026 wurden bereits 30 Angriffe erfasst. Die tatsächliche Zahl dürfte nach Einschätzung des Unternehmens noch höher liegen.
Der französische Innenminister Laurent Nunez erklärte Ende Juni: “Die Behörden haben mehr als 70 gewaltsame Vorfälle mit Bezug zu Kryptowährungen dokumentiert.”
Viele Fälle bleiben unentdeckt
Neben erfolgreichen Diebstählen wertet Chainalysis auch gescheiterte Erpressungen, blockierte Überweisungen sowie später eingefrorene oder zurückgeholte Vermögenswerte aus. Nach dieser breiteren Definition summierten sich die Schäden 2024 auf rund 316 Millionen US-Dollar, 2025 auf 180 Millionen US-Dollar und im laufenden Jahr bislang auf 107 Millionen US-Dollar.
Nach Einschätzung des Analyseunternehmens bilden selbst diese Zahlen nur einen Teil der tatsächlichen Vorfälle ab. “Auch diese Werte sind wahrscheinlich zu niedrig angesetzt, da sie nur gemeldete Angriffe erfassen”, so Chainalysis.
