Frankreich entwickelt sich zum Zentrum von “Wrench-Angriffen”. Laut aktuellen Berichten finden rund 70 Prozent aller bekannten Fälle weltweit in Frankreich statt. Dabei handelt es sich um physische Angriffe auf Krypto-Besitzer oder deren Familien mit dem Ziel, Zugang zu digitalen Vermögenswerten zu erzwingen. Allein im Jahr 2026 soll es in Frankreich bereits 41 Entführungen im Zusammenhang mit Kryptowährungen gegeben haben, statistisch entspricht das derzeit etwa einem Angriff alle zweieinhalb Tage.
Als möglicher Grund gilt unter anderem die zentrale Speicherung sensibler Kundendaten bei Krypto-Unternehmen. Besonders häufig wird dabei auf das Datenleck des Hardware Wallet-Herstellers Ledger aus dem Jahr 2020 verwiesen. Damals wurden persönliche Daten von mehr als 270.000 Kunden veröffentlicht, darunter Wohnadressen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen.
Krypto-Anleger geraten ins Visier
Laut dem Bitcoin-Journalisten Joe Nakamoto werden viele der Angriffe von kriminellen Gruppen aus dem Ausland organisiert. Für die Durchführung der Taten sollen häufig junge Menschen direkt in Frankreich angeworben werden. Die steigende Zahl der Fälle sorgt inzwischen auch innerhalb der Krypto-Branche für große Sorgen.
Mehrere Bitcoin-Unterstützer sehen die verpflichtende Identitätsprüfung bei Krypto-Börsen und Wallet-Anbietern kritisch. Ihrer Ansicht nach entstehen dadurch zentrale Datenbanken, die bei Hackerangriffen schnell zum Sicherheitsrisiko für Anleger werden können.
Experten empfehlen deshalb zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für Besitzer digitaler Vermögenswerte. Dazu zählen unter anderem spezielle Verwahrungslösungen mit Notfallfunktionen oder Köder-Wallets mit kleineren Geldbeträgen, die im Ernstfall herausgegeben werden könnten.


