Suzhou CBDC-Lotterie in Fernost: China mischt E-Yuan unters Volk
Daniel Hoppmann

von Daniel Hoppmann

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Dreigeteiltes Ineinanderübergehendes Bild bestehend aus der Nationalflagge Chinas und einer 100 Yuannote mit Mao Zedongs Gesicht drauf. Unterhalb sind Börsenkurse zu sehen.

Quelle: Shutterstock

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Im chinesischen Suzhou werden bis zum 11. Dezember 20 Millionen digitale Yuan unter der Bevölkerung verlost. Die Lotterie besteht dabei aus insgesamt 100.000 Paketen, die jeweils 200 digitale Yuan wert sind. Teilnahmeberechtigt sind alle Bürger mit festem Wohnsitz in der ostchinesischen Stadt.

In China kündigte die Regierung in der Stadt Suzhou am 4. Dezember eine Lotterie mit einem Gesamtvolumen von 20 Millionen Yuan (3 Millionen US-Dollar) an. Bürger der Stadt konnten sich zwischen dem 5. und 6. Dezember über die stadteigene App registrieren, um die Chance zu bekommen, eines von 100.000 digitalen Paketen zu gewinnen. Jedes Paket enthält dabei 200 „DCEP“ („Digital Currency Electronic Payment“), die CBDCs Chinas. Die Verlosung ist aktuell noch im Gang, die Gewinner werden am 11. Dezember bekanntgegeben.


Bekanntgabe einen Tag vor „Double 12“ Shopping-Festival

Das Timing der Stadtregierung ist dabei gut gewählt, starten am 12. Dezember doch die Feierlichkeiten um das alljährlich stattfindende Shopping-Festival „Double 12“, auch bekannt als „Pärchen-Tag“. Gewinner können dabei vom 11. bis zum 27. Dezember in allen Läden mit DCEP einkaufen, die die digitale Währung akzeptieren. So ließ auch JD.com verlauten, dass Kunden das digitale Zahlungsmittel auf der E-Commerce-Plattform zu Erwerbszwecken werden nutzen können. Darüber hinaus gab die Stadt bekannt, dass ausgewählte Gewinner eingeladen würden, die Offline-Payment-Funktion in Form einer DCEP-Wallet zu testen. Die digitale Brieftasche könne dabei nur von sechs Staatsbanken aktiviert werden.

Nächstes Krypto-Pilotprojekt Chinas

Die jüngst bekanntgegebene Lotterie ist dabei ein weiteres Pilotprojekt Chinas, um die Adoption des digitalen Yuan innerhalb der Bevölkerung zu fördern. Bereits im Oktober verloste die Stadt Shenzhen 10 Millionen DCEP in 50.000 Paketen an seine Bürger, die Hälfte des Volumens, das nun in Shozhou herausgegeben wird. Tatsächlich erfährt der digitale Yuan bereits vor offiziellem Launch immer mehr Akzeptanz. Im November verkündete der Gouverneur der Volksbank von China, dass die Kryptowährung bereits für vier Millionen Transaktionen verwendet worden sei.

Auch grenzübergreifend hat das Reich der Mitte hohe Ambitionen. In der autonomen Sonderverwaltungszone Hong Kong sind am 4. Dezember Tests angelaufen, die den CBDC Chinas für länderübergreifende Transaktionen prüfen sollen. Die Erprobung ist bereits seit Oktober bekannt. Mit Blick auf die angespannte politische Situation zwischen China und der autonomen Stadt nutzt der Einparteienstaat auch die digitale Währung, um seine Einflussnahme auf Hong Kong weiter fortzusetzen.


Adoption für DCEP – Einschränkungen für Bitcoin

Während die chinesische Regierung mit den Lotterien und grenzübergreifenden Tests versucht, eine hohe Adoption für den digitalen Yuan bei der Bevölkerung zu erlangen, nehmen die Einschränkungen für Bitcoin-Miner weiter zu. Laut einer Umfrage des chinesischen Krypto-Mediums „WU Blockchain“ gaben 74 Prozent der befragten Miner an, ihre Stromrechnungen nicht mehr bezahlen zu können. Dafür verantwortlich sei die Regierung, die vehement gegen Kryptowährungen vorgehe.

Als Konsequenz verlassen viele Miner China und ziehen in Richtung Russland und Kasachstan, wo die Strompreise um ein Vielfaches günstiger sind. Dabei entwickelt sich vor allem Kasachstan zu einem neuen Knotenpunkt in der Mining-Industrie. Im Hash-Rate-Ranking rangiert das zentralasiatische Land bereits hinter China, den USA und Russland auf Platz vier im Ländervergleich. Darüber hinaus plant Kasachstan den nationalen Industriezweig noch weiter auszubauen. Im September teilte der Minister für Digitale Entwicklung Bagdat Mussin mit, dass in den nächsten drei Jahren Investitionen von über 700 Millionen US-Dollar in den Krypto-Sektor geplant seien.

Bitcoin gefährden Chinas Überwachungspläne

Diese Entwicklung dürfte China beunruhigen. Als bisher unangefochtener Platzhirsch in der Mining-Industrie hält man mit etwas über 65 Prozent den Großteil der Branche in der Hand – Weit vor dem Zweitplatzierten USA (7 Prozent), mit denen man nach wie vor auf wirtschaftlichem Kriegsfuß steht.

Hash-Rate im Ländervergleich

Doch Chinas Restriktionen gegenüber dezentralen Kryptowährungen kommen wenig überraschend. Die Regierung ist bekanntermaßen wenig an der Privatsphäre seiner Bürger interessiert, mehr jedoch an der Überwachung selbiger. Daher ist es kaum verwunderlich, dass das Land immer mehr Maßnahmen verhängt, um dem Mining einen Riegel vorzuschieben und stattdessen auf eigene zentralisierte Kryptowährungen setzt.


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