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"Tausende dApps" Cardano-Gründer Hoskinson nimmt den Mund zu voll

Hunderte Kryptowährungen und tausende dApps hat Charles Hoskinson vor einem Jahr versprochen. Doch die Wette hat er verloren.

Moritz Draht
 |  Lesezeit: 2 Minuten
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Cardano-Münze

Beitragsbild: Shutterstock

Cardano (ADA) bündelt mittlerweile eine Marktkapitalisierung von über 40 Milliarden US-Dollar, angesichts der Jahresrendite von über 1.000 Prozent verblassen selbst die Krypto-Urgesteine Bitcoin und Ethereum. Dass die beeindruckende Performance auch zunehmend das Interesse institutioneller Investoren auf sich zieht, wundert daher kaum. Erst vor wenigen Tagen hat Grayscale, der größte Vermögensverwalter für digitale Assets, ADA in den Digital Large Cap Fund aufgenommen, einem Investmentfonds für professionelle Anleger. Die Zusammensetzung ist nach Anteilen am Krypto-Markt gewichtet und bildet in etwa eine 70-prozentige Marktbeteiligung ab, die quartalsweise neu berechnet wird. Mit knapp über vier Prozent stellt Cardano den neuerdings drittgrößten Anteil im Portfolio, gleich hinter Bitcoin (67 Prozent) und Ethereum (25 Prozent).

Cardano in der Bringschuld

Dennoch wird die Kritik an dem Projekt lauter. Denn die tausenden dApps, die Cardano-Gründer Charles Hoskinson in einem Tweet vor einem Jahr etwas großspurig ankündigte, lassen beim “Ethereum-Killer” weiter auf sich warten. Kein Wunder: Erst mit der nächsten Hard Fork “Alonzo” halten auch Smart Contracts Einzug in der Cardano Blockchain. Solange bleiben dApps Mangelware im ADA-Ökosystem.

Und auch, wenn Hoskinson mit der Prognose von “Hunderten von Vermögenswerten, die auf Cardano laufen” Recht behalten sollte, zeugen diese nicht gerade von einem hohen Handelsaufkommen. Zwar zählt das Cardano-Netzwerk inzwischen eine beachtliche Anzahl von über 7.000 Token. Von diesen schaffen es aber gerade einmal zwei auf über 10.000 Transaktionen im Monat – Spacecoins und ADAX.

Weil der Netzwerk-Status-Quo dem Fahrplan und selbst gesteckten Zielen weit hinterherhinkt, mehren sich allmählich die kritischen Stimmen. Neben Coinmetrics-Gründer Nic Carter, der sich “keiner einzigen populären Anwendung bewusst ist, die auf Cardano eingesetzt wird” und Mike Novogratz, der ADA-Anleger als “merkwürdige Sekte” bezeichnete, fragt sich inzwischen auch Mark Cuban, worin der derzeitige Nutzen von Cardano liegt.

Große Pläne

Unbeeindruckt von dem Gegenwind, der Cardano auf Twitter entgegenbläst, hat Frederik Gregaard, CEO der Cardano Foundation, jedoch ehrgeizige Ziele für die nächsten fünf Jahre ausgerufen. Bis 2024 sollen demnach mindestens drei Fortune-500 Unternehmen die Kryptowährung ADA halten und nutzen. Zwei Jahre später sollen es bereits zehn Unternehmen sein. Ein ambitioniertes Ziel: Bislang sind lediglich zwei Unternehmen aus dem erlesenen Kreis der 500 umsatzstärksten Unternehmen in Kryptowährungen investiert – Tesla und Square. Beide setzen bislang jedoch nur auf Bitcoin.

Schon im Laufe kommenden Jahres sollen darüber hinaus 50 Banken an das Cardano-Ökosystem angeschlossen sein. Auch die von Hoskinson angestrebte magische Zahl von einer Milliarde Cardano-Nutzer nannte Gregaard in seiner Präsentation als Zielvorgabe. Ob sich die Prognosen aber in dem Zeitraum erreichen lassen, bleibt abzuwarten. Zunächst einmal muss Cardano seine Smart-Contract-Leistungsfähigkeit nach der Hard Fork “Alonzo” unter Beweis stellen, die das Netzwerk wahrscheinlich im September erreicht.

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