Gutes Omen? Britisches Finanzministerium stuft Ripple (XRP) als Exchange Token ein
Daniel Hoppmann

von Daniel Hoppmann

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Das Logo der HM Treasury ist auf einer Steinwand zu sehen. Daneben ist eine Steinsäule und eine große, massive Holztür zu sehen.

Quelle: Shutterstock

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Der Milliarden Rechtsstreit in den USA setzt Ripple mächtig zu. Nun bekommt das Unternehmen aus San Francisco unerwartete Unterstützung des britischen Finanzministeriums.

Ripple (XRP) steht dieser Tage an einem schicksalhaften Scheideweg. Wird vor Gericht der Klage der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) stattgegeben, ist es fraglich, ob sich das FinTech-Unternehmen von diesem Tiefschlag erholen kann. Sollten sich allerdings die Vorwürfe als unbegründet herausstellen, stünde Ripple vor einer blühenden Zukunft. Geht es nach dem britischen Finanzministerium, wäre letzteres Szenario denkbar. Ein Krypto-Bericht der Treasury der Majestät Großbritanniens stuft XRP als Exchange Token ein und bezieht sich dabei auf einen aus 2019 stammenden Report der Financial Conduct Authority (FCA). Unter Punkt 1.12 der Untersuchung findet sich eine Klassifikation unregulierter Tokens mit einer genaueren Definition. Demnach sind:

Exchange Token: Token, die als Tauschmittel verwendet werden. Dazu gehören weiterhin bekannte Kryptowährungen wie: Bitcoin, Ether und Ripple.

SEC sieht Ripple als Security Token

Damit widerspricht die HM Treasury der Interpretation der SEC. Die Finanzaufsicht der USA reichte kurz vor Weihnachten letzten Jahres Klage bei einem US-Gericht ein. Aufgrund der Marktkapitalisierung stufte die amerikanische Behörde Ripple als Security Token ein – das Krypto-Äquivalent zum klassischen Wertpapier. Stephanie Avakian, Direktorin der Enforcement Division der SEC, erklärte in einer Pressemitteilung:

Emittenten, die die Vorteile eines öffentlichen Angebots, einschließlich des Zugangs zu Kleinanlegern, eines breiten Vertriebs und eines Sekundärhandelsmarktes, nutzen wollen, müssen die Bundeswertpapiergesetze einhalten, die eine Registrierung von Angeboten vorschreiben, es sei denn, es gilt eine Ausnahme von der Registrierung. Wir behaupten, dass Ripple, Larsen und Garlinghouse es versäumt haben, ihr laufendes Angebot und den Verkauf von Milliarden von XRP an Kleinanleger zu registrieren, wodurch potenziellen Käufern eine angemessene Offenlegung über XRP und das Geschäft von Ripple sowie andere wichtige, seit langem bestehende Schutzmaßnahmen vorenthalten wurden, die für unser robustes öffentliches Marktsystem grundlegend sind.

Brad Garlinghouse zeigt sich kämpferisch

Vor Kurzem äußerte sich auch Ripple CEO Brad Garlinghouse auf Twitter zu den Vorwürfen. Er zeigte sich zuversichtlich den Rechtsstreit am Ende gewinnen zu können. Man werde den Kampf nicht aufgeben. Zuletzt betonte er, dass man auf der richtigen Seite der Geschichte stehen werde und sich auf den Tag vor Gericht freue. Zudem begegne man der Zusammenarbeit mit der zukünftigen SEC unter dem designierten US-Präsidenten Joe Biden mit Vorfreude.

Die Klassifizierung der FCA ist Garlinghouse indes schon bekannt. In einer Pressemitteilung des Startups heißt es:

Konkret klassifiziert die FCA digitale Vermögenswerte als eine von drei Arten von Token: Exchange, Utility und Security. Diese Einstufungen sind entscheidend, weil sie die Anwendungsfälle für jeden Token-Typ definieren. Zum Beispiel wird XRP aufgrund seiner Rolle bei der Erleichterung von grenzüberschreitenden Transaktionen als Tausch-Token klassifiziert.

XRP in einem Mehrfrontenkrieg

Die SEC-Klage ist dabei nicht die einzige Sorge, um die sich das FinTech-Unternehmen kümmern muss. Es ist in gewisser Weise jedoch der Ursprung der Probleme, mit denen Sich Ripple nun rumschlagen muss. So musste das Startup nicht nur ein massiven Kurseinbruch überstehen. Einige Krypto-Börsen wie beispielsweise Coinbase entfernten kurzerhand einfach alle XRP-Handelspaare. Auch Investoren werden ungeduldig und erwägen mittlerweile, selbst rechtliche Schritte einzuleiten. Finanzdienstleister Tetragon fordert zum Beispiel sein 200-Millionen-Dollar-Investment in Ripple zurück.

Die Krypto-Community zeigt sich hingegen gespalten. Während Einige mit der Klage der SEC den Untergang Ripples als in Stein gemeißelt ansehen, gibt es auch eine große Anzahl an Fürsprechern, die Ripples Chancen auf Erfolge positiv sehen.

Wie der Rechtsstreit nun auch ausgehen mag, dass die HM Treasury als höchstes Finanzorgan Großbritanniens die Definition der FCA anstandslos übernimmt, ist zweifelsohne ein Umstand, der Ripple in die Karte spielt.

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