Überschätzte Regulierung? 

Bitwise-Experte: Warum der Krypto-Bullrun keinen Clarity Act braucht

Das politische Aus für den Clarity Act bremst die Krypto-Kurse womöglich nur kurz. Warum Bitwise-Experte Matt Hougan weiterhin an die nächste Rallye glaubt.

Tobias Zander
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Bitcoin-Münze vor grünem Kursverlauf

Beitragsbild: Shutterstock

| Trotz Regulierungsdebakel könnte der Krypto-Markt bald wieder steigen

Das Scheitern des Clarity Act im US-Senat ist nach Einschätzung von Bitwise-CIO Matt Hougan nur eine temporäre Hürde. Mit 49 von benötigten 60 Stimmen verfehlte das geplante Krypto-Gesetz die Hürde im deutlich. Obwohl Bitcoin, Ethereum und Co. zunächst mit Kursabschlägen reagierten, meint Hougan in seinem wöchentlichen Memo, dass die Krypto-Rallye keineswegs auf Unterstützung aus Washington angewiesen sei.

Die junge Assetklasse habe sich in den vergangenen Jahren schließlich ganz ohne einheitliche Gesetzgebung von einer kleinen Nische zu einem Multi-Billionen-Dollar-Markt entwickelt, der von den größten Finanzinstituten der Welt adoptiert wird.

Die Annahme, dass der Krypto-Bullenmarkt zwingend vom Gesetzgeber abhänge, widerspreche den Daten. Obwohl die Wahrscheinlichkeit für ein Inkrafttreten des Gesetzes auf dezentralen Prognosemärkten zwischen Juli und September von 39 auf 14 Prozent einbrach, stieg der Bitcoin-Kurs im selben Zeitraum von unter 58.000 auf über 80.000 US-Dollar. TradFi-Schwergewichte wie Morgan Stanley oder die DTCC haben ihre Krypto-Initiativen längst gestartet und nicht auf das Krypto-Gesetz gewartet. Hougan hebt aber vor allem die Handlungsfähigkeit von SEC und CFTC hervor: “[Die Behörden] brauchten den Clarity Act nicht, weil sie bereits die Klarheit ihrer eigenen Überzeugung hatten.”

Aufsichtsbehörden übernehmen die Krypto-Regulierungsinitiative

Zwar hätte eine gesetzliche Grundlage dauerhafte Rechtssicherheit geschaffen, doch die zuständigen Behörden stünden bereit für die Erarbeitung eigener Regelwerke. Schon im Juli betonte der SEC-Vorsitzende Paul Atkins, dass seine Behörde “bereit, willens und in der Lage ist, Regeln zu erlassen, die dieselben Probleme wie der Clarity Act adressieren”. Auch CFTC-Chef Mike Selig unterstrich nach dem Veto, dass seine Behörde fokussiert und bereit sei, ihre Regeln “für dieses neue Kapitel der Finanzwelt umzusetzen”. Der Bitwise-Experte geht davon aus, dass die aktuelle Volatilität nachlassen wird, sobald SEC und CFTC ihre konkreten Regulierungsvorschläge vorlegen.

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