Digitale Knappheit in der Praxis 

Bitcoin-Verteilung entschlüsselt: Der globale Wettlauf um 21 Millionen BTC

Satoshi, BlackRock oder MicroStrategy – wer kontrolliert heute die größten Bitcoin-Bestände? Die Analyse der BTC-Verteilung liefert überraschende Antworten.

Tobias Zander
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Eine große, goldene Bitcoin-Münze steht im Zentrum des Bildes und schwebt über einer leuchtenden Weltkarte. Auf den Kontinenten sind kleinere Bitcoin-Stapel verteilt, um die Gruppen von Menschen stehen. Leuchtende Linien verbinden die Kontinente miteinander und symbolisieren ein globales Netzwerk. Im Hintergrund sind schemenhaft moderne Großstädte bei Nacht zu sehen.

Beitragsbild: KI-generiert

| Alles wollen Bitcoin, doch wer hat 2026 die Nase vorn?

Zum Jahresauftakt prallt der Bitcoin-Kurs an der 95.000 US-Dollarmarke ab und erzeugt bei vielen Anlegern neue Angst vor einem Krypto-Winter. Doch im Hintergrund passiert etwas ganz anderes: Große Akteure nutzen die aktuelle Phase der Unsicherheit, um ihre Bitcoin-Positionen auszubauen. MicroStrategy stockt seine Bestände Woche für Woche auf, die Spot ETFs begeistern Wall Street und erste Staatsfonds wagen sich an an die Krypto-Leitwährung heran. Während Privatanleger zögern, akkumulieren die Institutionen konsequent weiter. Wissen sie mehr als der Markt? Ein Blick auf die globale Bitcoin-Verteilung zeigt, wie sich die Besitzverhältnisse allmählich verschieben.

Aufschlüsselung der globalen Bitcoin-Vermögensverteilung

Den Bitcoin-Kuchen teilen sich 2026 unterschiedlichste Akteure, darunter nach wie vor insbesondere Privatpersonen, aber zunehmend auch große Unternehmen und selbst Nationalstaaten. Eine besondere Rolle nimmt Satoshi Nakamoto ein, der mysteriöse Erfinder von Bitcoin, dessen Identität bis heute ungeklärt ist. Als erster Miner überhaupt begann er am 3. Januar 2009 mit der Erzeugung neuer Blöcke und schürfte auf diese Weise rund 22.000 davon selbst. Daraus ergibt sich ein geschätzter Bestand von etwa 968.400 BTC, der aktuell einem Wert von 81,1 Milliarden US-Dollar entspricht. Zum Vergleich: Warren Buffet kommt nach Angaben von Forbes auf 149 Milliarden US-Dollar, Elon Musk, der aktuell reichste Mensch der Welt, auf 726 Milliarden US-Dollar.

Abgesehen von wenigen frühen Testüberweisungen hat Satoshi Nakamoto seine Bitcoin jedoch nie angerührt. Seit seinem Rückzug aus dem Projekt im Jahr 2010 fehlt von ihm jede Spur. Rechnet man zudem jene privaten Schlüssel ein, die verloren gingen und den Zugriff auf entsprechende Bestände dauerhaft unmöglich machen, schrumpft das tatsächlich verfügbare Bitcoin-Angebot deutlich.

Statt der offiziell vorgesehenen 21 Millionen BTC dürften realistisch nur etwa 16 bis 17 Millionen im Umlauf sein. Einige Experten befürchten allerdings, dass Angreifer die verloren gegangenen Bitcoin aufgrund der alten Adressen mit Quantencomputern entwenden und dann in den Markt zurückführen könnten. Dagegen stellt Michael Saylor die Möglichkeit des Einfrierens nicht-quantenresistenter Adressen in den Raum, was eine massive Deflation auslösen würde.

Wall-Street-Riesen gegen kleine Hodler: Wer hat die größeren Bitcoin-Bestände?

Von einer klaren Dominanz institutioneller Investoren kann noch keine Rede sein, obwohl ihnen eine immer größere Bedeutung zukommt. Auch zum Jahreswechsel lag der Großteil aller Bitcoin in den Händen von Privatanlegern. Rund 13,66 Millionen BTC verteilen sich auf schätzungsweise 80 bis 130 Millionen Menschen weltweit. Eine präzise Zuordnung ist kaum möglich, da die Pseudonymität von Bitcoin eine eindeutige Identifikation verhindert und einzelne Personen zahlreiche Adressen kontrollieren können.

Dennoch sind einige der größten globalen Bitcoin-Hodler bekannt. An der Spitze stehen die Winklevoss-Zwillinge. Mehrere Jahre nach ihrer außergerichtlichen Einigung im Rechtsstreit mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg machten sie öffentlich, schon früh in Bitcoin investiert zu haben, und das zu einem Kurs von gerade einmal 10 US-Dollar. Heute wird ihr Bestand auf rund 70.000 BTC geschätzt. Dahinter folgen der Venture-Capital-Investor Tim Draper mit etwa 30.000 BTC sowie MicroStrategy-Gründer Michael Saylor, der nach eigenen Angaben bereits im Jahr 2020 privat fast 18.000 BTC besaß.

Derweil halten börsennotierte Unternehmen über eine Million BTC und damit etwa sechs Prozent des gesamten Bitcoin-Bestands. An der Spitze steht erwartungsgemäß MicroStrategy mit inzwischen 673.783 BTC. Dahinter folgt MARA Holdings, das als eines der größten Mining-Unternehmen 53.250 BTC in der Bilanz ausweist. Zwei weitere Treasury-Unternehmen, Twenty One Capital und Metaplanet, besitzen 43.514 bzw. 35.102 BTC.

Private Firmen verfügen ihrerseits über knapp 312.000 BTC, was rund 1,5 Prozent der Umlaufmenge entspricht. Angeführt wird diese Gruppe seit den umfangreichen Mt.Gox-Auszahlungen von Block.one. Dem in China ansässigen Unternehmen werden etwa 164.000 BTC zugeschrieben. Dahinter rangiert der Stablecoin-Emittent Tether, der einen Teil seiner Milliardengewinne für Bitcoin-Käufe verwendet und neben 116 Tonnen Gold nun auch 96.370 BTC als Reserve hält.

Wie Bitcoin die Staatsreserven und den ETF-Markt erobert

Auch staatliche Akteure halten inzwischen nennenswerte Bitcoin-Bestände. Weltweit sollen sich rund 432.000 BTC in staatlicher Hand befinden, was etwa 2,1 Prozent des gesamten Angebots entspricht. Diese Zahlen gelten allerdings als umstritten und dürften in der Realität höher liegen. Allein die chinesische Regierung soll durch Beschlagnahmungen rund 190.000 BTC kontrollieren, die in vielen Statistiken nicht vollständig berücksichtigt werden. Im Zuge des US-Angriffes wurde gemutmaßt, dass Venezuela eine geheime Bitcoin-Reserve von 660.000 BTC im Wert von 59 Milliarden US-Dollar besitzen könnte.

Für die Vereinigten Staaten selbst gehen aktuelle Schätzungen von etwa 328.300 BTC aus, ebenfalls aus staatlichen Konfiszierungen. Auch das Bundesland Sachsen verfügte infolge polizeilicher Ermittlungen zeitweise über rund 50.000 BTC, trennte sich jedoch später wieder von diesen Beständen. Interessante Sonderfälle sind erstens El Salvador, das Bitcoin zwar den Status als gesetzliches Zahlungsmittel wieder entzog, aber seine Reserve durch reguläre Käufe auf 7.525 BTC erhöhte. Und zweitens das Königreich Bhutan, welches durch jahrelanges Mining unbemerkt von der Öffentlichkeit stolze 5.985 BTC anhäufte.

Zum Schluss lohnt ein Blick auf die Besitzverhältnisse bei den US Bitcoin ETFs. Im Januar 2026 dominiert hier stärker denn je der iShares Bitcoin Trust von BlackRock, der rund 779.000 BTC verwahrt. Im vergangenen Handelsjahr verlor der zweitplatzierte Fidelity Bitcoin ETF spürbar an Marktanteilen und hält nur noch etwa 198.000 BTC, weniger als vor einem Jahr. Dahinter positioniert sich der GBTC, das einstige Vorreiterprodukt, mit rund 164.000 BTC. Auf lange Sicht ist davon auszugehen, dass die ETF-Anbieter ihre verwalteten Bitcoin-Bestände weiter ausbauen. Eine wichtige Differenzierung: Die gehaltenen BTC befinden sich im Eigentum der Kunden und nicht bei den Emittenten selbst.

Fazit

Angesichts dieser Zahlen mag bei manchen der Eindruck entstehen, dass kleine Bitcoin-Hodler immer mehr von Staaten oder Großkonzernen verdrängt werden. Zur Sorge besteht jedoch wenig Anlass. Die Kontrolle über das Netzwerk lässt sich nicht so leicht zentralisieren, denn der Besitz von Coins bedeutet dank Proof of Work keinen Machtgewinn. Für Privatanleger heißt das zugleich, dass ein Einstieg keineswegs zu spät kommt. Es braucht keinen ganzen Bitcoin, um von Satoshis Erfindung zu profitieren. Bereits 0,01 BTC können einen wichtigen ersten Schritt in Richtung finanzieller Souveränität darstellen. Warum Bitcoin ein ideales Sparvehikel für die Altersvorsorge sein könnte, erklärt euch dieser Artikel:

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Quellen

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