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Kursanalyse Bitcoin-Schwäche zieht den gesamten Kryptomarkt nach unten

Der Kryptomarkt kommt weiterhin nicht zu Ruhe. Zwar beendete Bitcoin (BTC) die Handelswoche nur mit einem leichten Kursabschlag, zu Wochenbeginn verliert der BTC-Kurs jedoch abermals deutlicher an Wert und notiert aktuell wieder knapp unterhalb der 48.000 USD.

Stefan Lübeck
 |  Lesezeit: 8 Minuten
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Stöpsel

Beitragsbild: Shutterstock

Bitcoin findet weiterhin nicht zu alter Stärke zurück. Die aktuell laufende Kurskorrektur sorgt auch am Altcoinmarkt für einen anhaltenden Preisverfall. Verschiedene Unsicherheitsfaktoren auf politischer wie auch wirtschaftlicher Ebene wirken sich weiterhin negativ auf die Kursentwicklung am gesamten Kryptomarkt aus. Wie zuletzt mehrfach angesprochen scheinen Anleger den Bitcoin nicht wie erhofft als sicheren Hafen gegen die ausufernde Inflation anzusehen. Vielmehr überträgt sich die Schwäche bei vielen Technologieaktien zunehmend auf den Kryptomarkt. Die anhaltende Unsicherheit spiegelt sich unter anderem in der anhaltenden Dollar-Stärke wider.

Beste Kursentwicklung unter den Top-10 Altcoins: Ripple (XRP)

Kursanalyse Ripple (XRP) KW48
Kursanalyse auf Basis des Wertepaares XRP/USD auf Bitfinex

Der Kurs von Ripple kann sich verhältnismäßig gut behaupten und im Wochenvergleich ein leichtes Kursplus von rund drei Prozentpunkten generieren. Diese Tendenz darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch der XRP-Kurs in den letzten Handelswochen ebenfalls stark korrigiert hat. Der XRP-Kurs handelt im Tageschart aktuell unterhalb sämtlicher gleitenden Durchschnittslinien – ein klares Indiz der Schwäche. Solange Ripple den Widerstand bei 0,89 USD nicht zurückerobern kann, droht eine Ausweitung der aktuellen Korrekturbewegung.  

Bullishe Variante (Ripple)

Erst wenn es den Bullen gelingt, den XRP-Kurs zurück über den EMA20 (rot) bei 0,89 USD zu hieven, ist mit einer Richtungsentscheidung für die kommende Zeit zu rechnen. Besondere Bedeutung hat die rote Widerstandszone zwischen 0,94 USD und 1,01 USD. Neben EMA50 (orange), EMA200 (blau) und MA200 (grün) stellte dieser Bereich bereits mehrfach eine schwer zu überwindende Hürde dar. Gelingt es den Bullen, diesen Bereich dynamisch zurückzuerobern, ist ein Folgeanstieg bis an die 1,05 USD denkbar. Hier findet sich mit dem Supertrend ein weitere, starke charttechnische Hürde. Zudem verläuft knapp oberhalb auch das obere Bollinger-Band, welches ebenfalls kursbegrenzend wirken dürfte. Ein Kursabpraller ist aus aktueller Sicht daher sehr wahrscheinlich. Sollte es dem Käuferlager hingegen gelingen per Tagesschlusskurs über die 1,05 USD auszubrechen und in der Folge auch die rote übergeordnete Abwärtstrendlinie bei 1,10 USD zu überwinden, hellt sich das Chartbild deutlich auf.

Sodann könnte Ripple in Richtung der orangen Zone zwischen 1,20 USD und 1,28 USD ansteigen. Erst wenn Ripple jedoch auch das Verlaufshoch bei 1,34 USD nachhaltig durchbricht, eröffnet sich perspektivisch weiteres Aufwärtspotential in Richtung des Hochs vom 6. September bei 1,42 USD. Diese Widerstandsmarke gilt es, dynamisch zu überwinden, um weitere Trenddynamik in Richtung 1,58 USD zu entwickeln. Kommt es auch hier zu keinem deutlichen Abpraller gen Süden, ist perspektivisch auch ein Durchmarsch bis in die lila Widerstandszone vorstellbar. Ziel der Bullen muss es sein, den Widerstand bei 1,74 USD anzulaufen. Kann in der Folge auch diese Kursmarke ohne nennenswerte Rücksetzer zurückerobert werden, rückt das maximale bullishe Kursziel in Form des Jahreshochs bei 1,97 USD in den Blick der Anleger. Vorerst ist nicht mit einem Anstieg über die 2,00 USD zu rechnen – zu schwach wirkt das Chartbild von Ripple aktuell.

Bearishe Variante (Ripple)

Rutscht der XRP-Kurs zeitnah zurück bis in die grüne Unterstützungszone zwischen 0,75 USD und 0,78 USD, ist eine Richtungsentscheidung für die kommenden Handelstage zu erwarten. Ein Rückfall unter die 0,75 USD eröffnet weiteres Rückfallpotential bis an die 0,69 USD. Hier verläuft aktuell das untere Bollinger-Band. Gibt auch dieser Supportbereich keinen Halt, ist mittelfristig sogar ein Kursrücksetzer bis an die 0,64 USD oder sogar 0,60 USD nicht ausgeschlossen. Damit käme es zu einem Retest des Sell-Off Tiefs vom 4. Dezember.

Sollte das bei 0,59 USD verlaufende 23er Fibonacci-Retracement ebenfalls nachhaltig aufgegeben werden, ist ein Retest der Verlaufstiefs aus dem Juni sowie Juli 2021 bei 0,51 USD wahrscheinlich. Hier dürften die Bullen abermals aufs Parkett zurückkommen, um den endgültigen Rückfall auf tiefere Kurse abzuwenden. Schlägt dieser Versuch fehl, ist auch ein Abverkauf bis in den blauen Unterstützungsbereich zwischen 0,40 USD und 0,44 USD nicht mehr ausgeschlossen. Anleger sollten die aktuelle Situation vorerst von der Seitenlinie beobachten und eine Bodenbildung abwarten.

Indikatoren (Ripple)

Der RSI-Indikator wie auch der MACD weisen Verkaufssignale auf. Der MACD-Indikator steht aktuell zumindest kurz vor der Ausbildung eines Kaufsignals. Mit Blick auf den Wochenchart bestätigt sich das bearishe Bild für Ripple. Beide Indikatoren weisen auf Wochensicht ebenfalls Verkaufssignale auf, was das bearishe Bild noch verstärkt.

Schlechteste Kursentwicklung unter den Top-10 Altcoins: Solana (SOL)

Kursanalyse Solana (SOL) KW48
Kursanalyse auf Basis des Wertepaares  SOL/USD auf Binance

Der Kurs Solana korrigiert auch diese Woche weiter. Solana droht aktuell den türkisen Supportbereich aufzugeben und seine Korrektur der letzten Wochen fortzusetzen. Kommt es zu keiner zeitnahen Stabilisierung, droht der SOL-Kurs seine Korrektur in Richtung des Supports bei 150,03 USD auszuweiten. 

Bullishe Variante (Solana)

Solana muss auch diese Woche einen Kursabschlag verkraften. Ziel der Bullen sollte es nun sein, das 38er Fibonacci-Retracement bei 171,04 USD schnellstmöglich zurückzuerobern um eine Korrekturausweitung abzuwenden. Gelingt es den SOL-Kurs in der Folge zurück über die 180,50 USD hochzukaufen, rückt der Bereich um 50er Fibonacci-Retracement bei 188,03 USD in den Blick. Knapp oberhalb verlaufen mit dem EMA20 (rot) und dem EMA50 (orange) zwei wichtige gleitende Widerstandslinien. Erst wenn die Bullen diesen Chartbereich nachhaltig überwinden können, hellt sich das Chartbild kurzfristig auf.

Sodann kommt es im Bereich des 61er Fibonacci-Retracement bei 205,01 USD zu einer Richtungsentscheidung. Zuletzt prallte Solana hier mehrfach gen Süden ab. Erst wenn auch dieser Widerstand per Tagesschlusskurs durchbrochen wird, ist ein Folgeanstieg bis an den Widerstand bei 218,98 USD vorstellbar. Hier fungiert der Supertrend aktuell als Widerstandsmarke. Kann die Käuferseite genug Kaufdruck generieren und den Supertrend dynamisch durchbrechen, ist ein Durchmarsch bis an das 78er Fibonacci-Retracement bei 229,19 USD einzuplanen. Sollten die Bullen auch diesen Resist ohne nennenswerte Rücksetzer zurückerobern, rückt die rote Widerstandszone als Zielbereich in den Blick. Neben mehreren Verlaufshochs verläuft knapp unterhalb der 240,00 USD auch das obere Bollinger-Band. Im ersten Anlauf dürfte der SOL-Kurs hier scheitern.

Der steinige Weg in Richtung Allzeithoch

Erst wenn der SOL-Kurs diese Widerstandsmarke per Tagesschlusskurs überspringen kann, ist ein erneuter Angriff in Richtung Allzeithoch vorstellbar. Dafür benötigt Solana jedoch einen wiedererstarkenden Gesamtmarkt. Ein Alleingang von Solana ist aus aktueller Chartsicht nicht zu erwarten. Sollten die Bullen es hingegen schaffen, den SOL-Kurs im roten Bereich zu stabilisieren und in der Folge auch das bisherige Allzeithoch nachhaltig zu durchbrechen, aktivieren sich neue Zielmarken bei 299,14 USD sowie 315,26 USD.

Diese Zielmarken werden vom 127er und 138er Fibonacci-Extension abgeleitet. Kann sich Solana mittelfristig im Bereich der 260 USD halten, ist in den kommenden Handelsmonaten ein sukzessiver Anstieg in Richtung des maximalen Kursziels bei 348,94 USD nicht ausgeschlossen. Aktuell sollten Anleger jedoch ein Ende der Kurskorrektur abwarten, bevor neue Investitionen in Solana sinnhaft erscheinen.

Bearishe Variante (Solana)

Die Bären haben weiterhin das Zepter in der Hand. Schafft es die Verkäuferseite den SOL-Kurs nachhaltig unterhalb der türkisen Zone bei 169,28 USD zu deckeln, steigt die Chance für eine Korrekturausweitung in Richtung des 23er Fibonacci-Retracements bei 150,03 USD weiter an. Unterschreitet Solana auch diese Unterstützung per Tagesschlusskurs, ist ein Rückfall an das Verlaufstief vom 12. Oktober bei 138,13 USD einzuplanen. In diesem Bereich verläuft aktuell auch der EMA200 (blau). Die Käuferseite dürfte spätestens hier eine Gegenbewegung initiieren wollen. Sollte der gesamte Kryptomarkt in den kommenden Wochen weiter unter Abgabedruck leiden, und Solana gibt in der Folge auch die blaue Supportzone nachhaltig auf, rückt der orange Unterstützungsbereich unmittelbar in den Blick der Anleger.

Insbesondere dem Verlaufstief bei 116,05 USD kommt eine Schlüsselrolle zu. Neben dem Verlaufstief vom 21. September findet sich hier auch der MA200 (grün). Um das Chartbild nicht komplett eintrüben zu lassen, ist hier eine Bodenbildung elementar. Sollten die Bären diese Zone hingegen nachhaltig durchschlagen können, dürfte sich die Korrektur weiter fortsetzen. Ein Rückfall zurück bis an die 82,07 USD wird in der Folge zunehmend wahrscheinlicher. Mittelfristig könnte Solana bis zur Ausbruchszone im Bereich zwischen 61,05 USD und 55,93 USD korrigieren, bevor eine bullishe Gegenbewegung starten sollte.

Indikatoren (Solana)

Der MACD-Indikator wie auch der RSI weisen im Tageschart weiterhin Verkaufssignale auf. Zwar weisen beide Indikatoren einen überverkauften Status auf, solange jedoch keine Bodenbildung erkennbar ist, ist dieses nur als ein erstes Indiz für eine bullishe Gegenbewegung zu werten.

Stabilität der Top 10

Die aktuelle Ausbildung einer Tradingrange bei Bitcoin sorgt auch bei der Mehrheit der Top-10 Altcoins für fallende Kurse. Lediglich der Wochensieger Ripple (XRP) weist ein Kursplus von gut drei Prozentpunkten auf Wochensicht auf. Auch Avalanche (AVAX) und Polkadot (DOT) halten sich verhältnismäßig gut und verlieren jeweils weniger als einen Prozentpunkt. Hingegen weist der Outperformer der letzten Handelswochen, Terra (LUNA), deutlichere Gewinnmitnahmen auf und fällt 12 Prozent. Lediglich der Wochenverlierer Solana (SOL) kann seine relative Schwäche der letzten Wochen weiterhin nicht abschütteln und schwingt sich mit 15 Prozent Kurskorrektur zum Wochenverlierer auf. Die Rangliste der zehn größten Kryptowährungen weist diese Woche keine Platzveränderungen auf.

Gewinner und Verlierer der Woche

Die aktuelle Preisfindung bei Bitcoin wirkt sich weiterhin auf den Gesamtmarkt aus. Bei Betrachtung der Top-100 Altcoins weisen knapp 40 Prozent einen Kursanstieg auf Wochensicht auf. Angeführt wird die Liste von Near (NEAR) mit 35 Prozent Kursaufschlag, gerfolgt von BitTorrent (BTT) mit 26 Prozent. Auch Convex Finance (CVX) generiert im Wochenvergleich von mehr als 19 Prozentpunkten. Die Liste der Wochenverlierer wird angeführt von Radix (XRD) mit 17 Prozent Kursrückgang. Ebenfalls schwach zeigen sich Theta Fuel (TFUEL) mit 17 Prozent Kursrückgang sowie Kadena (KDA) und Waves (WAVES) mit jeweils 15 Prozent Kursminus. Rund 20 Prozent der Top-100 Altcoins verlieren diese Woche mehr als 10 Prozent an Wert. Anleger sollten weiterhin eine Bodenbildung bei Bitcoin abwarten, bevor größere Neuinvestitionen in den Altcoinmarkt getätigt werden.

Disclaimer: Die auf dieser Seite dargestellten Kursschätzungen stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind lediglich eine Einschätzung des Analysten.

Die Chartbilder wurden mithilfe von TradingView erstellt.

USD/EUR-Kurs zum Redaktionsschluss: 0,89 Euro.

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