On-Chain-Analyse 

Bitcoin-Miner bluten: Diese On-Chain-Daten schlagen Alarm

Der Bitcoin-Kurs bewegt sich seit Wochen in einer engen Spanne. Im Hintergrund wächst jedoch der Druck auf die Miner.

Philipp Baumgartner
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Bitcoin-Miner betreiben Mining-Hardware zur Erzeugung neuer Bitcoin.
| Viele Bitcoin-Miner arbeiten derzeit unter wirtschaftlichem Druck und verkaufen verstärkt Bestände. | Quelle: Shutterstock

Der Krypto-Markt wirkt zurzeit erstaunlich ruhig. Der Kurs pendelt um die Marke von 65.000 US-Dollar, größere Ausschläge blieben zuletzt aus – es fehlt weiter an einer klaren Richtung. Die Blockchain-Daten zeichnen jedoch ein anderes Bild. Mehrere Kennzahlen aus dem Mining-Sektor haben sich zuletzt ins Negative entwickelt. Ein schlechtes Omen für die erhoffte Aufhol-Rallye?

Miner bringen mehr Bitcoin an die Börsen

Im Bitcoin-Netzwerk fällt derzeit eine Entwicklung besonders auf: Miner überweisen wieder deutlich mehr Bestände an Krypto-Börsen. Solche Bewegungen gelten häufig als Vorbote steigenden Verkaufsdrucks.

Anfang Juni haben Miner an mehreren Tagen mehr als 10.000 Bitcoin an Binance transferiert. In der Spitze hat der Zufluss 12.800 BTC erreicht. Der monatliche Durchschnitt ist derweil von rund 4.700 auf 7.100 Bitcoin gestiegen.

Der Hintergrund liegt in der angespannten Lage vieler Betreiber. Die geschätzten Produktionskosten liegen aktuell bei rund 76.000 US-Dollar pro Bitcoin und damit eine gutes Stück über dem Marktpreis. Ein Teil der Branche arbeitet damit unter wirtschaftlichem Druck und verkauft Bestände, um laufende Kosten zu decken.

Der Druck zeigt sich inzwischen auch im Netzwerk. Die sogenannte Hashrate, also die gesamte Rechenleistung des Bitcoin-Netzwerks, ist seit Ende Oktober deutlich gefallen. Auch die Entwicklung der Difficulty im Bitcoin-Netzwerk deutet auf die angespannte Lage vieler Miner hin.

Für den Markt sind diese Verkäufe besonders spannend zu verfolgen, weil Miner zu den größten regelmäßigen Verkäufern neuer Bitcoin gehören. Steigen die Zuflüsse an Börsen deutlich an, erhöht sich das verfügbare Angebot. Fehlen gleichzeitig ausreichend Käufer, kann zusätzlicher Druck auf den Kurs entstehen.

Das zusätzliche Angebot trifft derzeit auf einen Markt, in dem die Nachfrage deutlich schwächer ausfällt als in früheren Aufwärtsphasen. Das sorgt für konstante Belastung für den Bitcoin-Kurs.

Die Einnahmen sinken

Auch eine zweite Kennzahl zeichnet ein schwaches Bild für den Mining-Sektor. Der sogenannte Puell Multiple vergleicht die aktuellen Einnahmen der Miner mit dem Durchschnitt der vergangenen zwölf Monate. Aktuell liegt der Wert bei 0,80. Die Einnahmen bewegen sich damit klar unter ihrem Jahresschnitt. Historisch sind solche Phasen häufig mit wirtschaftlichem Druck für Miner zusammengefallen.

Auf der Nachfrageseite ergibt sich gleichzeitig ein gemischtes Bild. Über weite Strecken des vergangenen Jahres haben Anleger mehr Bitcoin von Börsen abgezogen als eingezahlt. Das wird häufig als Zeichen langfristiger Käufe gewertet, weil Investoren ihre Bestände von Handelsplätzen auf eigene Wallets übertragen.

Die steigenden Miner-Zuflüsse wirken diesem Trend jedoch derzeit entgegen. Ein Teil der zusätzlichen Nachfrage wird dadurch wieder aufgefangen. Solange neue Käufer nicht deutlich stärker auftreten, bleibt das Kräfteverhältnis im Markt angespannt.

Worauf Anleger jetzt achten müssen

Die On-Chain-Daten zeigen derzeit vor allem steigenden Angebotsdruck. Miner verkaufen mehr Bestände, während die Nachfrage verhalten bleibt. Für eine nachhaltige Stabilisierung müssten die Einnahmen der Miner wieder steigen und die zusätzlichen Bitcoin-Zuflüsse an die Börsen zurückgehen. Erst dann würde sich die Lage auf der Angebotsseite entspannen.

Bleiben die Miner jedoch unter wirtschaftlichem Druck, und nimmt der Verkaufsdruck weiter zu, dürfte eine schnelle Erholung des Marktes schwierig werden. Faktoren wie die Geldpolitik der US-Notenbank oder auch die globale Liquiditätslage können diesen Trend jederzeit verstärken oder abschwächen.

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