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Gesamtmarktanalyse Leichte Erholung von Bitcoin zieht Altcoins mit

Bitcoin (BTC) kann sich zu Wochenbeginn leicht erholen und im Schlepptau einer starken US-Börse zurück in Richtung 38.000 USD ansteigen. Auch viele Altcoins können sich von ihren Tiefstständen aus der Vorwoche lösen.

Stefan Lübeck
 |  Lesezeit: 12 Minuten
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Bitcoin-Kurs

Beitragsbild: Shutterstock

Der Kryptomarkt kann sich in den letzten sieben Handelstagen etwas stabilisieren. Der Abverkauf in den letzten Handelswochen ermutigt aktuell erste Schnäppchenjäger zu vermehrten Neueinstiegen bei Bitcoin und einige Altcoins. Insbesondere der sich erholende Technologie-Index Nasdaq, kann nach famosen Quartalszahlen von Apple am vergangenen Donnerstag zu Wochenbeginn deutlich zulegen und zieht auch den gesamten Kryptomarkt wieder etwas mit gen Norden. Erneut zeigt sich, wie abhängig der Krypto-Sektor von einer positiven Kursentwicklung an den klassischen Finanzmärkten mittlerweile ist.

Die Unabhängigkeit von anderen Assetklassen scheint vorerst Geschichte zu sein. Insbesondere dass Bitcoin als digitaler Wertspeicher und möglicher Goldersatz, nur sehr gering mit dem Edelmetall korreliert, stellt die Thematik rund um den Inflationshedge mittels Kryptowährungen zunehmend infrage. Inwieweit die hohe Korrelation zum Nasdaq eine Bodenbildung bei Bitcoin und Co. in den kommenden Wochen ermöglicht, bleibt jedoch abzuwarten. Weiterhin könnten geopolitische Spannungen sowie der Ukraine-Konflikt jederzeit zu erneuten Kursrücksetzern am gesamten Finanzmarkt und damit auch bei Bitcoin, führen.   

Beste Kursentwicklung unter den Top-10 Altcoins:

Avalanche (AVAX):

Kursanalyse Avalanche (AVAX) KW04
Kursanalyse auf Basis des Wertepaares  AVAX/USD auf Binance

Nach deutlichen Kurszuwächsen in der zweiten Jahreshälfte 2021 muss sich Avalanche ebenfalls der Schwäche am Gesamtmarkt beugen. Trotz einer leichten Kurserholung von knapp zwei Prozentpunkten in den letzten sieben Handelstagen zeigte sich Avalanche in den letzten Handelswochen ebenfalls schwach und notiert aktuell rund 55 Prozent unterhalb seines Höchststandes vom 21. November 2021.  

Damit handelt nun auch Avalanche unterhalb seiner gleitenden Durchschnittslinien EMA200 (blau) und MA200 (grün). Der Rückfall unter den in der letzten Analyse vom 10. Januar angeführten Support bei 78,69 USD sorgte für einen Abverkauf bis auf 53,05 USD. Zwar konnte sich der AVAX-Kurs von diesem Tief erholen, steht mit aktuell 68,95 USD jetzt aber deutlich unterhalb seiner Tiefs aus dem Dezember 2021. Damit sich das Chartbild jedoch wieder nachhaltig aufhellt, muss Avalanche die grüne Widerstandszone nachhaltig zurückerobern.

Bullishe Variante (Avalanche)

Die Kursschwäche am gesamten Kryptomarkt ließ auch Avalanche in den Korrekturmodus übergehen. Die Bullen müssen den AVAX-Kurs nun wieder oberhalb der gleitenden Durchschnittslinien EMA200 und MA200 im Bereich zwischen 67 USD und 72 USD stabilisieren, um den starken Resist bei 78,69 USD wieder in den Blick zu nehmen. Kann die 72 USD zurückerobert werden und in der Folge auch der EMA20 (rot) bei 75,20 USD durchbrochen werden, kommt es zwischen 78,69 USD und 81,68 USD zu einem ersten wichtigen Kräftemessen zwischen Bullen und Bären.

Sollten die Bullen diesen Bereich überspringen können, aktiviert sich das nächste Erholungsziel bei 88,30 USD. Der Bereich um die Unterkante der roten Widerstandszone kombiniert mit dem 50er Fibonacci-Retracement der aktuellen Bewegung, dem Supertrend sowie dem EMA50 (orange) gleich mehrere starke Widerstände. Sollten die Bullen auch diese multiplen Widerstandscluster durchbrechen, ist ein Folgeanstieg bis an die Oberkante der roten Resistzone bei 99,63 USD vorstellbar.

Der Weg zurück in Richtung Allzeithoch

In diesem Bereich verläuft das 61er Fibonacci-Retracement sowie aktuell auch die rote Kurs-begrenzende Abwärtstrendlinie ausgehend vom Allzeithoch. Erst wenn auch diese Widerstandslinie nachhaltig übersprungen werden kann, dürfte Avalanche zurück in Richtung des Widerstandsbereichs zwischen 117,52 USD und 127,34 USD durchstarten. An der 127,34 USD ist mit vermehrten Gewinnmitnahmen zu rechnen. Sollte der AVAX-Kurs auch diese Kursmarke perspektivisch zurückerobern, ist ein Folgeanstieg bis an den Höchststand bei 147,28 USD einzuplanen.

Erholt sich der Gesamtmarkt und Avalanche bricht dynamisch über sein Allzeithoch aus, rückt der Bereich zwischen 194,34 USD und 218,16 USD als Zielbereich in den Blick. Diese Zielmarken sind von den 127er und 138er-Kursprojektionen abgeleitet. Langfristig könnte Avalanche bis an das 161er-Fibonacci-Extension bei 277,17 USD durchstarten. Dafür müsste jedoch auch Bitcoin sich deutlich berappeln und zurück in Richtung seines Allzeithochs marschieren. Kurzfristig ist nicht mit AVAX-Kursen oberhalb des bisherigen Allzeithochs zu rechnen, zu stark war der Verkaufsdruck in den letzten Handelswochen.

Bearishe Variante (Avalanche)

Auch bei Avalanche hat die Verkäuferseite das Ruder weiter fest in der Hand. Zwar versucht die Käuferseite aktuell den AVAX-Kurs zu stabilisieren, solange Avalanche jedoch unterhalb der 78,69 USD gedeckelt ist, könnten die Bären jederzeit neue Abverkäufe initiieren. Rutsch Avalanche zurück unter den Support bei 60,67 USD ist ein erneuter Rücksetzer bis an das Vorwochentief bei 52,94 USD einzuplanen. Wird in der Folge auch die Kreuzunterstützung aus Verlaufstief und übergeordnetem 61er Fibonacci-Retracement bei 51,42 USD dynamisch unterschritten, drohen weitere Kursabgaben. Fällt Avalanche in der Folge unter den lila Supportbereich bei 47,94 USD zurück, weitet sich die Korrektur unmittelbar bis an die 42,75 USD aus.

Gibt die Oberkante der orangen Unterstützungszone keinen Halt, rückt der Bereich um das übergeordnete 50er-Fibonacci-Retracement bei 37,15 USD als Zielbereich in den Blick. Hier ist mit erster Gegenwehr des Bullenlagers zu rechnen. Tendiert der Gesamtmarkt in den kommenden Handelswochen weiter gen Süden, könnte Avalanche sogar bis an das Verlaufstief aus dem September 2021 bei 32,21 USD zurückfallen. Kommen auch hier keine Käufer zurück in den Markt, ist mittelfristig auch ein Kursrücksetzer in die blaue Unterstützungszone nicht ausgeschlossen. Gibt die Oberkante dieses Bereichs bei 28,70 USD keinen Halt, weitet sich die Korrektur bis zum 38er-Fibonacci-Retracement aus. Maximal könnte Avalanche in den kommenden Monaten sogar bis an die starke horizontale Unterstützung bei 25,20 USD nachgeben. Aus aktueller Sicht ist dieses Supportlevel als das maximale bearishe Kursziel anzusehen.

Indikatoren (Avalanche):

Der Kurskorrektur bei Avalanche in den letzten Handelswochen aktivierte Verkaufssignale bei beiden Indikatoren RSI und MACD. Zwar versucht der MACD-Indikator aktuell ein erstes schwaches Kaufsignal im Tageschart auszubilden, solange dieses jedoch nicht bestätigt wird, sollten Anleger vorerst an der Seitenlinie verweilen. Ein erstes Indiz einer Stabilisierung wäre ein Sprung des RSI-Indikators zurück in die neutrale Zone zwischen 45 und 55.

Schlechteste Kursentwicklung unter den Top-10 Altcoins:

Terra (Luna):

Kursanalyse Terra (LUNA) KW04
Kursanalyse auf Basis des Wertepaares LUNA/USD auf Binance

Terras Kurs wurde diese Woche deutlich abgestraft und bricht auf Wochensicht um 30 Prozent ein. Hintergrund sind Probleme beim DeFi-Projekt Wonderland (TIME), welcher den neuen Stable-Coin Magic Interne Money (MIM) als hinterlegte Sicherheit (Collateral) nutzt. Da MIM wiederum viele Liquiditätspaare mit dem Terra-eigenen UST Stable-Coin aufweist, und wichtige Anleger wie Alameda Research, der Investmentfirma des FTX-Gründers Sam  Bankmann-Fried, ihre monetären Einlagen komplett abzuziehen drohen, kam auch der Ökosystem Altcoin Terra deutlich unter die Räder. Aktuell versucht der LUNA-Kurs den MA200 (grün) zu verteidigen und zeigt nach einer roten Vorwoche am heutigen Montag eine erste technische Gegenbewegung.

Bullishe Variante (Terra)

Der LUNA-Kurs rutschte in den vergangenen Handelstagen unter seine erste wichtige Unterstützung in Form des EMA200 (blau) bei 49,94 USD. Zwar konnte diese Marke zunächst verteidigt werden, am gestrigen Sonntag, den 30. Januar rutschte Terra jedoch bis an den MA200 bei 45,67 USD. Das heutige Tagestief führte den LUNA-Kurs in der Spitze bis an die Unterkante des orangen Supportbereichs bei 44 USD, bevor die Bullen in den letzten Handelsstunden zurück aufs Parkett kamen und den Kurs zurück über die Marke von 47,53 USD auf aktuell 50,23 USD ansteigen lassen.

Wie in der letzten Kursanalyse vom vergangenen Freitag erwähnt, müssen die Bullen diese Unterstützungszone zwingend verteidigen, um eine Korrekturausweitung abzuwenden. Gelingt es der Käuferseite den EMA200 bei 49,94 USD zurückzuerobern und in der Folge auch das 78er-Fibonacci-Retracement bei 53,12 USD zu durchbrechen, kommt es an der 55,07 USD zu einer ersten kurzfristigen Richtungsentscheidung. Erst wenn diese Widerstandsmarke dynamisch übersprungen wird, ist ein Folgeanstieg bis an die 59,75 USD einzuplanen. Sodann kommt es spätestens an der 62,92 USD zu einer ersten Richtungsentscheidung.

Chartbild könnte sich aufhellen

Hier verläuft neben dem horizontalen Widerstand auch der EMA20 (rot). Ein Ausbruch über diese Kursmarke rückt den multiplen Widerstandsbereich aus Supertrend und EMA50 (orange) bei 69,20 USD als Zielbereich in den Blick. Hier dürfte Terra zunächst gen Süden abprallen. Wird dieser Bereich wider Erwarten überwunden, ist ein Durchmarsch bis an die 78,36 USD vorstellbar. Sollten sich die Probleme rund um den MIM Token und Terras UST legen, könnte der LUNA-Kurs mittelfristig zurück in Richtung seines Verlaufshochs vom Monatsanfang bei 87,98 USD ansteigen.

Mittelfristig wäre dann auch ein erneutes Anlaufen des Allzeithochs bei 103,87 USD nicht ausgeschlossen. Erst wenn Terra auch seinen bisherigen Höchststand nachhaltig durchbrechen kann, rücken das nächste Kursziel in Form des 127er-Fibonacci-Extensions der aktuellen Trendbewegung bei 131,95 USD in den Blick. Auch ein Folgeanstieg bis an das 161er-Fibonacci-Extension bei 178,41 USD ist langfristig nicht ausgeschlossen. Aus aktueller Sicht ist dieses Kursniveau jedoch als maximale bullishe Zielmarke für die kommenden Monate anzusehen.

Bearishe Variante (Terra)

Können die Bären den LUNA-Kurs in den kommenden Handelstagen unterhalb der 60 USD deckeln, und Terra in der Folge unter den EMA200 sowie den MA200 abverkaufen, droht eine Korrekturausweitung bis an die 43,52 USD. Gibt diese Marke keinen Halt, ist sogar mit einem Kursrutsch direkt bis an das Verlaufstief aus dem November 2021 bei 37,97 USD denkbar. Kommt es hier zu keiner Gegenbewegung, ist auch ein Spike bis an die 34,91 USD durchaus vorstellbar. In der Vergangenheit war dieser Bereich mehrfach heiß umkämpft. Eine dynamische Unterschreitung dürfte Terra sodann bis in die rote Unterstützungszone zurückfallen lassen.

Gibt auch das übergeordnete 61er-Fibonacci-Retracement bei 31,38 USD keinen Halt, droht sich die Korrektur drastisch auszuweiten. Sodann könnte Terra bis in die Zone zwischen 19,59 USD und 22,51 USD wegbrechen. Hier startete mit dem Ausbruch über das alte Allzeithoch im August des Vorjahres die Rallye über die Marke von 100 USD. Hier dürften erste Schnäppchenjäger zurück in den Markt kommen. Das maximale bearishe Kursziel für Luna ist im Bereich zwischen 13,04 USD und 14,98 USD zu sehen. Neben dem übergeordneten 38er-Fibonacci-Retracment verläuft bei 13,04 eine starke horizontale Unterstützung. Risiko-affine Anleger können, wie in der letzten Analyse thematisiert, erste Long-Positionen im Bereich der orangen Zone aufbauen, sollten diese aber mit einem Stop-Loss unterhalb dieses Supportbereichs versehen.

Indikatoren (Terra)

Der RSI-Indikator wie auch der MACD weisen weiterhin ein Verkaufssignal auf. Mit einem Wert von 33 kommt beim RSI ist zumindest eine erste Gegenbewegung möglich. Da der MACD-Indikator jedoch im Wochenchart ein Verkaufssignal generiert hat, und der RSI zurück in der neutralen Zone rangiert, sind tiefere Kurse in den kommenden Wochen noch nicht vom Tisch.

Stabilität der Top 10

Die leichte Kurserholung von Bitcoin von rund fünf Prozentpunkten sorgt lediglich beim Top-10 Coin Avalanche (AVAX) führt ein Kursplus auf Wochensicht. Alle anderen großen Kryptowährungen verlieren im Wochenvergleich an Wert. Neben dem Underperformer Terra (LUNA) müssen mit Solana (SOL) und Cardano (ADA) auch zwei weitere Ökosystem-Coins einen knapp zehnprozentigen Kursabschlag verkraften. Zudem korrigieren mit Ripple (XRP) und Polkadot (DOT) noch zwei weitere große Kryptowährungen gut vier Prozentpunkte gen Süden. Mit Blick auf die Rangliste der 10 größten Kryptowährungen kann Polkadot die Schwäche von Terra nutzen und zurück vorbei auf den siebten Platz vorrücken.

Gewinner und Verlierer der Woche

Eine erste leichte Kursstabilisierung nach dem starken Abverkauf in den Vorwochen sorgt bei knapp 40 Prozent der Top-100 Altcoins für eine erste Kurserholung. Angeführt wird die Liste der Outperformer vom Synthetix Network Token (SNX) mit 38 Prozent Kursanstieg, gefolgt von Theta Fuel (TFUEL) und Flow (FLOW) mit jeweils gut 26 Prozent Wertzuwachs. Deutlicher erholen können sich auch die beiden Metaverse Altcoins The Sandbox (SAND) sowie Decentraland (MANA) mit jeweils knapp 27 Prozent Kursanstieg. Rund 15 der 40 Top-100 Altcoins, welche einen Wertanstieg aufweisen, verzeichnen auf Wochensicht ein zweistelliges Kursplus. Dieses deutet zumindest auf eine erste temporäre Beruhigung nach dem turbulenten Jahresauftakt hin.

Die Liste der Wochenverlierer führt erstaunlicherweise einer der Top-Performer der letzten sechs Monate an. Terra (LUNA) verliert nach negativen News rund um den Altcoin Magic Internet Money (MIM) welcher teilweise von Terras eigenem Stable-Coin UST gedeckt wird, mehr als 30 Prozent an Wert. Ebenfalls schwach zeigt sich Cosmos (ATOM) mit 20 Prozent Kursabschlag, gefolgt von Osmosis (OSMO) und Kusama (KSM) mit jeweils 16 Prozent Kursrückgang. Die aktuellen Kurserholungen bei einigen Top-100 Altcoins dürfen jedoch nicht als eindeutiges Signal für eine nachhaltige Bodenbildung verstanden werden. Nach Kurseinbrüchen von stellenweise fast 50 Prozentpunkten wie in der Vorwoche, müssen technische Gegenerholungen wie aktuell zu sehen erst noch ihre Nachhaltigkeit beweisen.

Disclaimer: Die auf dieser Seite dargestellten Kursschätzungen stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind lediglich eine Einschätzung des Analysten.

Die Chartbilder wurden mithilfe von TradingView erstellt.

USD/EUR-Kurs zum Redaktionsschluss: 0,89 Euro.

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