Als Steve Jobs 2007 das iPhone aus seiner Hosentasche zog, war es ein wirklich historischer Moment. Heute, knapp zwei Jahrzehnte später, nutzen bis zu sechs Milliarden Menschen Smartphones, wobei ein Viertel davon Apple-Geräte sind. André Dragosch, Forschungsleiter bei Bitwise Europe, sieht Bitcoin an einem ähnlich wichtigen Punkt angekommen. Der Markt habe sich aus seiner Nische herausbewegt und werde sich jetzt in das breitere System der Vermögensverwalter integrieren. “Bitcoin erlebt derzeit seinen iPhone-Moment”, erklärt der Experte im Rahmen der BTCPrague26.
Laut Dragosch fand der entscheidende Wandel im Jahr 2024 statt. Mit dem Launch der US Bitcoin Spot ETFs wurde es für institutionelle Anleger erheblich einfacher, BTC zu kaufen, weil sie mit Indexfonds bereits vertraut waren. Auch die Wahl von Donald Trump zum 47. US-Präsidenten veränderte die Einstellung der Menschen gegenüber Bitcoin. Inzwischen fügt sich die Kryptowährung nahtlos in bestehende TradFi-Systeme ein und kann über große Finanzinstitute ganz ohne die alte technische Komplexität erworben werden.
BlackRock und Strategy als Bitcoin-Pioniere
Wie sehr sich der Markt verändert hat, lasse sich daran erkennen, wie viel BTC die großen Akteure bereits halten. Dragosch betont, dass iShares und Strategy sehr schnell in Bitcoin investiert hätten, sodass sich mittlerweile rund 15 Prozent aller Bitcoin im Besitz großer Institutionen befinden. Schon im Jahr 2024 war das Handelsvolumen von Bitcoin ETPs genauso groß wie das Transaktionsvolumen im Netzwerk. Ein Teil der Nachfrage fließt also gar nicht mehr direkt in das eigentliche Netzwerk, weshalb auch die Transaktionsgebühren viel niedriger sind, als die meisten Experten noch vor einigen Jahren erwartet hatten.
Der Einstieg großer Investoren bei Bitcoin lässt den Markt insgesamt wachsen und verändert die Preisbildung. Die Kunden der ETF-Emittenten haben laut dem Bitwise-Experten in letzter Zeit allerdings nicht mehr so viel gekauft, denn im laufenden Handelsjahr stammt ein Großteil der Käufe von Treasury-Unternehmen wie Strategy, nicht von Spot ETFs. Außerdem hängt der BTC-Kurs aktuell stark von wirtschaftlichen Faktoren ab, beispielsweise Zinssätze und Geldmenge.
Für Dragosch ist dies aber bei weitem noch nicht das Ende der Bitcoin Adoption. Er glaubt vielmehr, dass die große Veränderung gerade erst begonnen hat. Die allermeisten Bitcoin befinden sich schließlich nach wie vor im Besitz von Privatpersonen, sodass ETPs und Unternehmen noch keine dominanten Anteile halten. Damit sich dies ändert, braucht es höhere Kurse und mehr Zeit, sodass OGs und kleine Hodler einen stärkeren Anreiz haben, Teile ihre Bitcoin-Bestände zu verkaufen.
Beim iPhone war 2007 zwar der symbolische Moment, aber der Massenabsatz begann erst mit dem iPhone 3G, dem App Store und der internationalen Expansion. Ab 2009 bestätigte das iPhone 3GS, dass Apple die neue Gerätekategorie dauerhaft im Markt verankern konnte. Bitcoin könnte dieser große Schritt in der Mainstream Adoption jetzt bevorstehen. Was eine solche Entwicklung für den BTC-Kurs bedeutet, erfahrt ihr in diesem Artikel: “So steigt Bitcoin auf eine Million Dollar”.
