Bitcoin anonym aufbewahren: Wasabi-Wallet verspricht mehr Privacy
Max Kuhlmann

von Max Kuhlmann

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Quelle: shutterstock (2), PR

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Die Firma zksnacks hat am 24. September die Betaversion eines lang angekündigten Projektes veröffentlicht: die sogenannte Wasabi-Wallet. Dies ist die erste Bitcoin-Desktop-Wallet mit Privacy Features, deren Kernfunktion im Verschlüsseln von Transaktionen besteht. Die Firma setzt sich dabei laut eigenen Angaben zum Ziel, Transaktionen für Außenstehende ebenso uneinsichtig wie Banktransfers zu machen. Durch einen Open-Source-Code möchte man die Nutzer sogar „vor der Wallet selbst schützen“.

Die Wallet ist plattformunabhängig aufgebaut und soll somit auf Windows, Mac und Linux laufen.


Es wird automatisch über das Tor-Anonymitätsnetzwerk heruntergeladen, ohne welches es nicht funktioniert. Zahlreiche Tests sollen der Veröffentlichung vorangegangen sein und es soll auf vielen Ebenen eine Verbesserung der vorangegangenen „Hidden Wallet“ sein.

Das Unternehmen versucht somit, die zunehmende Nachfrage nach Anonymität von Kryptowährungen auch für Bitcoin zu befriedigen.

Die Probleme liegen im Kleingedruckten

So weit, so gut. Doch die Wallet hat auch Nachteile: Sie funktioniert nur mit einem bestimmten SegWit-Adress-Format namens „bech32“, kann also nicht alle Bitcoin-Transaktionen empfangen oder an alle Wallets Coins verschicken. Außerdem können derzeit nur Summen über 0,01 Bitcoin anonymisiert versandt werden. Dies liegt daran, dass die Wallet den Anonymisierungsprozess durch ein rundenbasiertes Vermischungsverfahren selbst vollzieht. Erst wenn eine bestimmtes Transaktionsvolumen erreicht wurde, startet die jeweilige „Runde“ und die Transaktion findet statt. Wie lange dies dauert, hängt von der Anzahl der anonymen Transaktionen statt.

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Anonymität bei der Zahlung – Wo ist sie am höchsten?

Bei einem Vergleich von verschiedenen, anonymen Zahlungsmitteln schneidet die Wallet jedoch gar nicht so schlecht ab. Während die Bargeldzahlung selbstverständlich völlig inkognito abläuft und somit Platz eins in der Rangliste einnimmt, sind auch Banktransaktionen recht weit oben anzusiedeln. Diese verlaufen völlig anonym gegenüber Drittparteien – nicht jedoch gegenüber der Bank. Zentralisierte Bitcoin-Mixer verschmelzen verschiedene Transaktionen miteinander und garantieren ebenfalls eine hohe Privatsphäre gegenüber Drittparteien, gegenüber den Mixern selbst besteht diese jedoch nicht. Vergleicht man Privacy Coins mit der Wasabi-Wallet, so zeigt sich das Potential der Wallet, die Transaktionen deutlich häufiger miteinander vermischt als etwa Monero. Es muss sich erst noch zeigen, welche Coins bei dem Rennen um die höchste Anonymität die Nase vorn haben werden. Derzeit ist diese beim Bitcoin noch nicht gegeben. Klar scheint jedoch, dass dieser nach und nach auch in den Wettbewerb um die höchste Privatsphäre einsteigt – davon können die Nutzer sicherlich profitieren.

Somit ist die Wallet ein Vorstoß in eine interessante Richtung. Privacy-Transaktionen können eine wichtige Weiterentwicklung für den Bitcoin sein, der damit zu den „klassischen“ Privacy-Coins wie Dash, Monero oder Zcash aufschließen könnte.

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