Bericht von 2016 sieht Bitcoins Anonymität als unzureichend an

Danny de Boer

von Danny de Boer

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Danny de Boer

Als Informatiker schaut Danny de Boer kritisch auf die Blockchain-Entwicklung und Kryptographie. Zwischen Komplexität und Hype erklärt er allgemeinverständlich und anwendungsbezogen. Seit 2014 berichtet er für BTC-ECHO aus der Krypto-Szene.

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Group of anonym people hiding

Quelle: © fuzzbones - Fotolia.com

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Ein neuer Bericht einer Open-Source Beratergruppe hat nun festgestellt, dass sich Bitcoin Nutzer sich immer noch Problemen der Anonymität gegenübersehen.

Das Open Bitcoin Privacy Project (OBPP) veröffentlichte seine Studie in dieser Woche. Inhalt der Studie ist eine Untersuchung der Anonymität und Privatsphäre des Bitcoin im Jahr 2016 und identifiziert Schwachstellen im Ökosystem.

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Das Team besteht aus Entwicklern und Wissenschaftlern aus dem Bereich Bitcoin. Das OBPP hat sich bereits vorher um Probleme mit Anonymität und Bitcoin Wallets gekümmert und veröffentlichte im Jahr 2015 zwei Ausgaben zu diesem Thema.

Der neue Bericht stellt vier Kernbedrohungen fest, denen sich Bitcoin Nutzer im letzten Jahr ausgesetzt sahen. Zu diesen Bedrohungen gehörten das Zusammenfassen von Mitinhaber-Transaktionen in einzelnen Transaktionen, die Wiederbenutzung von Bitcoin Adressen, das Zurückführen einer Netzwerkidentität auf bestimmte Bitcoin-Adressen und das Zusammenfassen bestimmter Adressen auf Netzwerkaktivitäten.

Die Veröffentlichung spricht hier vielleicht einen Kernaspekt auf den Bitcoin basiert an. Die digitale Währung bietet einen pseudonymen, open-access Dienst um Geld über die ganze Welt zu verschicken. Für einige ist finanzielle Privatsphäre der Hauptgrund, warum sie sich überhaupt in Richtung digitale Währung begeben haben.

Sicherheitsrisiken & Justizbehörden

Der Bericht geht ebenfalls darauf ein wie Sicherheitsrisiken diese Charakteristiken untergraben kann und welche Schritte unternommen werden müssen, um die genannten Bedrohungen zu verringern. Beispielsweise empfiehlt das OBPP die Nutzung des Tor Netzwerks oder ähnlicher Dienste. Sie sollen die Daten durch verschiedene Punkte auf der ganzen Welt leiten, damit der Ursprung und das Ziel verschleiert werden. So soll umgangen werden, dass eine Identität an einen speziellen Node gebunden ist.

Der Bericht taucht inmitten großer Bedenken von Regierungen weltweit auf. Die Anonymisierungsfähigkeiten sind ein großes Thema. Im letzten Monat riefen Justizbehörden, darunter Interpol und Europol zu Razzien bei sogenannten Transaction Mixer auf. Diese Tools verschleiern die Herkunft von Transaktionen bevor sie mit anderen Transaktionen verbunden werden.

In einem bereits vorher stattgefundenen Gespräch zwischen CoinDesk und OBPP Mitglied Kristov Atlas, erklärte Atlas den derzeitigen Status der Privatsphäre des Ökosystems als “ziemlich schlecht“. Er betont, dass die Arbeit an Wallet-Anonymität in den letzten zwei Jahren verkommen ist.

Er sagte weiterhin:

“Praktische Umsetzungen zur Verbesserung der Privatsphäre haben derzeit gestoppt. Im Allgemeinen würde ich der Industrie eine unzureichende Note geben.”

Die Gründe für die schwache Privatsphäre seien aus Atlas Sicht besonders regulatorische Gründe, aber auch technische Gründe, die sich zu einem “Zusammenfluss von Herausforderungen” verbinden.

Ließe man die Herausforderungen außen vor, so betonte Atlas, dass die Anonymität von den Unternehmen bevorzugt behandelt werden sollte, wenn sie Tools für Bitcoin anbieten.

“Ich denke es ist wichtig, dass man diese Bedenken um die Privatsphäre auf die To-Do-Liste der Unternehmen setzt und dass man sie daran erinnert dass es wichtig ist und dass sie sich bisher nicht wirklich darum gekümmert haben”, sagte er.

Ein vollständige (englischsprachige) Kopie des Berichts findet sich hier.

BTC-ECHO

Englische Originalfassung von Stan Higgins & Alyssa Hertig via coindesk

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