Sechsstellig im Sommer? Bitcoin als “größte Chance aller Zeiten”? Marc Friedrich im Interview
David Scheider

von David Scheider

Am · Lesezeit: 5 Minuten

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Marc Friedrich hat ein neues Buch geschrieben. Darin geht es (mal wieder) um Inflation, Notenbankpolitik und den größten anzunehmenden Finanzunfall. Doch es gibt auch einen (digitalen) Silberstreif am Horizont. Wir haben den Bestsellerautor zur “größten Chance aller Zeiten” befragt.

Krisen als wichtige Katalysatoren für den Fortschritt der Menschheit? Das zumindest schreibt Bestsellerautor Marc Friedrich in seinem neuen Buch “Die größte Chance aller Zeiten“. Der in seinem Vorgängerwerk kolportierte “größte Crash aller Zeiten” muss also nicht zwangsläufig zum Nachteil findiger Investoren sein, meint Friedrich und erklärt gegenüber BTC-ECHO, was Anleger tun müssen, um als Krisengewinner zu brillieren. Aber der Reihe nach.


Inflation, Niedrigzinsen und obendrein eine nicht enden wollende Corona-Krise haben die (Finanz-)Welt fest im Griff. Was droht, ist ein Schuldenberg, aus dem es langfristig keinen Ausweg gibt, so schreibt es Marc Friedrich in seinem am 20. April erscheinenden Buch, das BTC-ECHO vorab exklusiv vorliegt. Zentralbanken sind im aktuellen Marktumfeld absolut die Hände gebunden: Zinsen erhöhen geht nicht. Das würde die Vielzahl der sogenannten Zombie-Firmen an den Rand des Kollaps bringen. Denn laut Friedrich kann sich so manches deutsche Unternehmen nur mittels ultra- günstiger Kredite refinanzieren – bei höheren Zinsen durch die Notenbanken droht sodann der Bankrott. Man spricht auch von der Zombifizierung der Wirtschaft. Doch die “kreative Zerstörung” sei politisch nicht gewollt. Schließlich ist die Folge von Unternehmenspleiten Arbeitslosigkeit. Man schiebe das Problem also immer weiter vor sich her – und potenziere es in der langen Frist dadurch. So sagt Friedrich im Interview mit BTC-ECHO:

In den nächsten Jahren wird sich zeigen, ob wir weiterhin Wohlstand haben werden oder ob wir eine Verschlimmerung sehen werden und dann wie Phönix aus der Asche aufsteigen. Ich befürchte, dass die Wirtschaft erst heruntergeht, bevor es wieder aufwärts geht.

Marc Friedrich

Aber Marc Friedrich wäre nicht Marc Friedrich, wenn er für pfiffige Leser aus dem drohenden Kollaps nicht eine einmalige Chance ableiten würde. “Den größten Vermögenstransfer in der Geschichte der Menschheit”, nennt der Autor, der auch Honorarberater ist, das aktuelle Marktumfeld. Man müsse es nur geschickt anstellen.

Das Portfolio der Krisengewinner

“Krisengewinner” ist ein vorbelasteter Begriff. Zwar impliziert er keine Krisenschuld, aber immerhin eine gewisse Genugtuung am Leid anderer, nach dem Motto “I told you so”. Klar ist aber, und so argumentiert auch Friedrich, dass Bürger im aktuellen Marktumfeld Eigenverantwortung zeigen müssen. Weder das klassische 40/60-Portfolio aus 40 Prozent Aktien und 60 Prozent Anleihen noch konservative Vermögensanlagen wie Riester-Renten oder Festgeld könne den Privatanleger vor dem Abfluss von Vermögen schützen. Da müsse man schon schwerere Geschütze auffahren. Doch “in jeder Krise ist auch eine Chance”, so Friedrich.

Dass der Bestsellerautor großer Fan von Sachwerten ist, ist kein Geheimnis: Gold, Silber, Platin oder sogar Whisky gehören demnach ins Portfolio der Gewinner. Doch mehr denn je sticht eine neue Anlageklasse hervor: Die Rede ist natürlich von Bitcoin.

Wir sehen den größten Vermögenstransfer in der Geschichte. Wir beobachten, dass unlimitiert Geld gedruckt wird. Daher braucht man in den nächsten Jahren eine Art Lebensversicherung aus natürlich limitierten Assets, um seine Kaufkraft zu schützen. Da eignen sich typischerweise Gold und Silber – aber neuerdings eben auch Bitcoin. Wer hier die Weichen richtig stellt, hat die Chance, Vermögen auf Generationen zu schaffen.

Marc Friedrich

Bitcoin: Das schnellste Pferd im Stall

Finanzielle Unabhängigkeit durch BTC? Klingt zu schön, um wahr zu sein. Doch Friedrich hat das Potenzial der Kryptowährung verstanden. Wenn BTC allen anderen Vermögenswerten ohnehin überlegen ist, wieso nicht “all-in”? Gegenüber BTC-ECHO mahnt Friedrich zur Vorsicht:

Ich bin immer gegen Klumpenrisiko und ein Freund eines gut strukturierten, diversifizierten Portfolio. Im neuen Buch habe ich Bitcoin aber übergewichtet, weil ich glaube, dass Bitcoin das schnellste Pferd im Stall ist und alles outperformen wird. Trotzdem ist es eine schlechte Idee, alles auf eine Karte zu setzen – genau wie im Casino ergibt Streuung Sinn. Am Ende gibt es immer Risiken.

Diese Risiken benennt Friedrich auch genauer. So sei eine mögliche Regulierung zum Nachteil von Bitcoin nicht auszuschließen. Auch die Besteuerung könne BTC in Zukunft das Leben schwerer machen.

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Trotzdem ist der Autor bullish: Wer jetzt mutig ist, so Friedrich, ist in Zukunft “der große Gewinner”.

“Der Euro ist im Hyperinflationsmodus”

Grund für den Fokus auf mathematisch (digitales Gold) und physikalisch (Edelmetalle) begrenzte Vermögenswerte ist eine ansteigende Inflationserwartung. Zwar liege diese offiziell nur bei 0,5 – 1 Prozent. Doch Marc Friedrich schenkt den offiziellen Zahlen nur wenig Glauben. Im Interview sagte er:

Wenn man die Inflation wirklich ausrechnet, muss man feststellen, dass die sie im letzten Jahren bei 13,7 Prozent gelegen hat. Und gegenüber Bitcoin ist der Euro schon längst in der Hyperinflation und hat über 99 Prozent an Kaufkraft verloren.

Richtig ist, dass im Verbraucherpreisindex, der der Inflationsberechnung des Statistischen Bundesamtes als Grundlage dient, Asset Price Inflation keine Berücksichtigung findet. In anderen Worten: Allzeithochs an den Aktienmärkten sprechen weniger für eine boomende Wirtschaft, sondern eher für eine Blase, die von überschüssiger Liquidität am Markt ausgelöst ist, sprich Inflation.

All das ist bullish für Bitcoin. Ordnungsgemäß sieht der Autor, der die Hyperinflation Anfang der Nullerjahre in Argentinien hautnah miterlebte, BTC noch in diesem Jahr die Marke der Sechsstelligkeit übersteigen.

Den Bitcoin-Kurs sieht Friedrich im Dezember dieses Jahres aber dennoch “nur” bei 40.000 US-Dollar.

Ich bin Schwabe und versuche lieber nach oben hin zu überraschen, anstatt nach unten hin zu enttäuschen. Ich glaube aber, dass wir davor deutlich über die 100.000-USD-Marke steigen werden. Gegen Ende des Jahres sollten wir aber schon eine größere aber gesunde Korrektur sehen. Bitcoin ist der Safe Haven und ein Stinkefinger an das System.

Marc Friedrich

Die größte Chance aller Zeiten” erscheint am 20. April 2021 im Finanzbuchverlag.

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