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On-Chain-Analyse Bitcoin: 3 Gründe für steigende Kurse

Heiße Inflationsdaten – doch der Bitcoin zeigt sich stabil. Wie geht es jetzt weiter? Drei Faktoren sprechen für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends.

Nicola Hahn
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Bitcoin Bulle

Beitragsbild: Shutterstock

Der Bitcoin-Kurs konnte sich seit den Tiefständen am 22. Januar wieder ein Stück weit nach oben vorarbeiten. An der Marke der 45.000 US-Dollar war allerdings vorerst Schluss. Für große Unsicherheit sorgen indes die neuesten Inflationsdaten aus den USA, die am 10. Februar bekannt gegeben wurden und zur aktuellen Stunde wie ein Damoklesschwert über dem Gesamtmarkt hängen.

Die Inflation läuft heiß

Ein echter Schock war die Bekanntgabe des Verbraucherpreisindexes (CPI) in den USA. Dieser lag am Donnerstag, dem 10. Februar, um 7,5 Prozent höher als im Januar 2021. Dies setzt die US-amerikanische Notenbank Fed unter enormen Zugzwang. Gleichzeitig wird die Zinskurve zunehmend flacher. Sollte diese invertieren, sprich die kurzfristigen Zinsen notieren höher als die der langfristigen Anleihen, so war dies in der Vergangenheit ein zuverlässiger Indikator für eine Rezession. Das Pikante: Das letzte Mal, als die Inflation derart hoch war, lag der Leitzins der US-Notenbank bei 11,5 Prozent. Der Spielraum der Fed ist also extrem begrenzt. Wie weit die Notenbank in der Lage sein wird, die Zinsen anzuheben, bleibt abzuwarten. Trotz dieser Schocknachricht und der damit verbundenen Unsicherheit an den Märkten, zeigte sich der Bitcoin gestern erstaunlich stabil. Davon abgesehen stimmen viele On-Chain-Indikatoren weiterhin positiv. Im Folgenden werden drei davon genauer unter die Lupe genommen:

1. Das Bitcoin-Angebot geht zurück

Starten wir mit einer eher simplen Betrachtung. Wieviel Bitcoin befinden sich aktuell auf den Exchanges? In Abbildung 1 sieht man, dass auf Jahressicht der Anteil von rund 17 Prozent auf 13 Prozent zurückgegangen ist. Ein Zeichen, dass viele Hodler ihre Coins zunehmend von den Exchanges in Cold Storages überweisen. Die Folge: Das Angebot an verfügbaren, handelbaren Bitcoin geht stetig zurück. Die Abbildung macht zudem deutlich, dass es vor allem eine (noch) eher zurückhaltende Nachfrage ist, die einen stärken Bullenmarkt verhindert. Sollte der Trend sich allerdings fortsetzen und die Nachfrage kräftig anziehen, so wäre die aktuelle Lage äußerst bullish für den Bitcoin-Kurs.

Bitcoin Percent Balance
Abbildung 1: Prozentualer Bitcoin-Anteil auf Börsen, Quelle: glassnode

2. Spent Output Profit Ratio

Die nächste Kennziffer, die wir näher betrachten, ist die sogenannte Spent Output Profit Ratio (siehe Abbildung 2). Klingt sehr sperrig, ist aber im Grunde genommen schnell und einfach erklärt. Diese drückt aus, ob Bitcoin von Anlegerinnen und Anlegern mit einem Gewinn oder einem Verlust verkauft werden. Die On-Chain-Analytics-Plattform glassnode definiert den Indikator als Quotienten zwischen dem Verkaufspreis eines Bitcoins und dem gezahlten Preis. Diese Schwelle wird durch die horizontale Linie dargestellt. Alles unterhalb der Linie bedeutet, dass Anlegerinnen und Anleger ihre Bitcoin mit Verlust abstoßen. Oberhalb bedeutet, dass sie mit Gewinn verkaufen. Wie man sieht, hat dieser Indikator erst vor wenigen Tagen die Schwelle überschritten. Daraus folgt die Schlussfolgerung, dass vermutlich alle schon verkauft haben, die verkaufen wollten, sprich diejenigen, die nicht an einem langfristigen Investment interessiert sind.

Bitcoin SOPR

Abbildung 2: Spent Output Profit Ratio, Quelle: glassnode

3. Kapitalzuflüsse

Ein Indikator, der anzeigt, wie stark das Momentum im Markt ist, ist der sogenannte Market Realised Gradient. Dieser gibt zudem Auskunft über die Stärke der Kapitalzuflüsse und modelliert sozusagen das Momentum im Markt relativ zu den Kapitalzuflüssen. In Abbildung 3 ist der 14-Tage-Gradient abgebildet. Laut glassnode kündigt demnach ein positiver Gradient einen erwartbaren Kuranstieg über die nächsten 14 Tage an. Ein negativer Gradient würde das Gegenteil bedeuten. Wie man Abbildung 3 entnehmen kann, gab es über die letzten Tage eine stärkere Bewegung nach oben und der Indikator ist in den positiven Bereich übergesprungen. Eine bullishe Fortsetzung in den kommenden 14 Tagen erscheint also auf Basis dieses Indikators als wahrscheinlich.

14-day Market realised Gradient
Abbildung 3: 14-day-realised-gradient, Quelle: glassnode

Fazit: Gute Ausgangslage für Bitcoin!

Das Fundament scheint gelegt für eine Fortsetzung des Bullenmarktes. Dies zumindest deuten die betrachteten On-Chain-Indikatoren an. Um den Bitcoin-Kurs allerdings über die 45.000 US-Dollar-Marke zu hieven, bedarf es möglicherweise eines Katalysators – sei es ein weiteres Land, dass den Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptiert oder positive Neuigkeiten bezüglich eines Spot-ETFs.

Eine Investmententscheidung allein aufgrund einzelner On-Chain-Indikatoren zu treffen, ist jedoch nicht ratsam. Nichtsdestotrotz können diese als eine Art Anhaltspunkt dienen, um sich grob zu orientieren, in welchem Marktzyklus man sich gerade befindet. Für größere Ungewissheit dürfte auch das weitere Vorgehen der US-amerikanischen Notenbank sorgen. Diese bewegt sich aktuell auf einem schmalen Pfad zwischen Inflationsbekämpfung und dem Verhindern einer möglichen Rezession. Der Ausgang ist noch ungewiss. In den vergangenen Monaten ließ sich allerdings eine starke Korrelation zwischen hochbewerten Technologie-Aktien und dem Kryptosektor beobachten. Ob dieser Trend nur vorübergehend war, bleibt ebenfalls abzuwarten.

Übrigens: Dem Lesen und Verstehen von On-Chain-Indikatoren haben wir eine ausführliche Story im neuen Kryptokompass gewidmet. Wer mehr erfahren will, kann sich die Ausgabe hier sichern.

Disclaimer: Der Artikel spiegelt lediglich die Meinung des Autors wider und ist nicht als Anlageberatung zu verstehen. Die Aussagen sind also nicht als Kauf- oder Verkaufsempfehlung zu interpretieren.

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