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Skandal um Kauflimits Bevormundung: Kanada schränkt Krypto-Handel massiv ein

In Kanada ist nun ein regulatorischer Skandal zum Vorschein gekommen. Ab sofort spricht der Staat bei Krypto-Investments mit und macht Vorgaben, wie viel in welche Kryptowährung investiert werden darf. Das sind die Hintergründe.

Sven Wagenknecht
 |  Lesezeit: 3 Minuten
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Beitragsbild: Shutterstock

| Kanada greift bei der Krypto-Regulierung hart durch.

Nicht Russland oder Indien, sondern das grundsätzlich liberale Kanada greift nun massiv in den Krypto-Handel ein. Die Ontario Securities Commission (OSC), ergo die regionale Wertpapieraufsicht von der Provinz Ontario, hat beschlossen, dass sich Krypto-Börsen und Broker ihren neuen Regularien unterwerfen müssen. Wer voll reguliert als Krypto-Händler agieren möchte, muss ab sofort Kauflimits für Kryptowährungen umsetzen. Die neue Regulierungsvorschrift gilt für folgende Regionen Kanadas: Manitoba, New Brunswick, Newfoundland and Labrador, Nova Scotia, Ontario, Prince Edward Island, Northwest Territories, Nunavut, and Yukon.

Kleinanleger aus diesen Regionen dürfen über offizielle Handelsplätze nur noch 30.000 Kanadische Dollar (CAD) pro Jahr in Altcoins investieren. Professionelle Anleger immerhin 100.000 Kanadische Dollar. Ausgenommen sind folgende Kryptowährungen, die Investoren weiter unbegrenzt kaufen können: Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Bitcoin Cash. Soweit die Fakten.

Kanada: Bevormundung, statt Verbraucherschutz

Dass der Staat nun die eigene Krypto-Portfoliostrategie vorgibt, ist ein Skandal. Unter dem Deckmäntelchen des Verbraucherschutzes möchte man so Anleger vor Fehlinvestitionen schützen. Dies ist nicht nur ein Eingriff in die Investorenfreiheit, die man in einem Land wie Kanada voraussetzen dürfte, sondern verleitet zu gefährlichen Fehlallokationen.

Indem die Behörde beispielsweise erklärt, dass Bitcoin Cash und Litecoin unbegrenzt gekauft werden können, ein Cardano oder Polkadot Coin hingegen nur für maximal 30.000 CAD pro Jahr, entsteht eine gefährliche Suggestion von Sicherheit. Unbedarfte Anleger könnten vermuten, dass es sich bei Bitcoin Cash um ein besonders vielversprechendes und sicheres Projekt handelt. Natürlich kann hier jeder einer anderen Meinung sein, aber Bitcoin Cash dürften nicht wenige Krypto-Investoren als eine gescheiterte Hard Fork klassifizieren. Anstatt Verbraucherschutz sendet man verehrende Signale an die Investoren. Mit ihrer “Whitelist” scheinen die Beamten im Krypto-Jahr 2017 hängen geblieben zu sein.

Kanadischer Verbraucherschutz: Mit Pennystocks und Hebelzertifikaten in die Insolvenz

Bedenkt man, dass kanadische Kleinanleger unbegrenzt in dubiose Pennystock-Aktien oder gehebelte Derivate investieren können, bei denen der Totalverlust zum Greifen nah ist, erscheint die neue Richtlinie besonders absurd.

Jeder Kleinanleger hat unzählige Möglichkeiten innerhalb von Minuten sein Hab und Gut zu verzocken, aber 35.000 CAD in beispielsweise Cardano (ADA) zu investieren, ist untersagt. Der Verdacht, dass man hier mit zweierlei Maß misst, drängt sich auf. Die Neutralität, wie sie vom Staat in diesem Kontext gefordert ist, wird über Bord geworfen. Man kann nur sehr stark hoffen, dass diese politisch motivierte Fehlentscheidung schnell revidiert wird.

Krypto-Spekulation für Pensionskassen weiter erlaubt

Umso zynischer ist es, dass die kanadische Pensionskasse CDPQ 200 Millionen CAD abschreiben muss, da sie in Celsius investiert hat. Als institutioneller Investor ist ihr diese Spekulation im Krypto-Lending-Bereich auch weiterhin erlaubt. Die oben skizzierten Vorgaben gelten nur für Kleinanleger und professionelle Anleger.

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