Zukunft ohne Bargeld Bank of England gibt CBDC-Pläne preis
Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

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Die Bank of England hat einen Bericht veröffentlicht, in dem sie sich zur Einführung einer digitalen Zentralbankenwährung positioniert. Eine endgültige Entscheidung zur Umsetzung einer entsprechenden Währung steht allerdings noch aus.

Die Bank of England erklärt sich in einem 57-seitigen Bericht zur Einführung einer digitalen Zentralbankenwährung (Central Bank Digital Currency, CBDC). In dem Discussion Paper geht die Zentralbank Englands auf Risiken und Chancen einer entsprechenden Währung ein und präsentiert ein potenzielles CBDC-Modell.


Bargeld hat ausgedient

Neben zahlreichen Zentralbanken weltweit, von denen die chinesische am weitesten fortgeschritten zu sein scheint, lässt sich nun auch die Bank of England bei der Umsetzung einer CBDC in die Karten schauen. Dem Bericht nach bestehe die Dringlichkeit einer CBDC-Einführung in der zunehmenden Digitalisierung des Zahlungsverkehrs. Diese Umstellung bedingt eine allmähliche Ablösung des Bargelds als bislang beliebtestes Zahlungsmittel durch digitale Zahlungsalternativen.

Die Zentralbanken stehen demnach in der Verantwortung, auf diese gesamtgesellschaftliche Entwicklung mit der Einführung einer digitalen Währung zu reagieren. Die rückläufige Nutzung von Bargeld mit einem gleichzeitigen Anstieg der Debitkarten-Nutzung überlässt das Feld der Finanzdienstleistungen zunehmend Unternehmen in privater Hand, die auch die Rolle als Emittenten erfüllen.

Als „vertrauenswürdige Emittenten“ müssten die Zentralbanken daher elektronisches Geld als Ergänzung zum Bargeld herausgeben, wie Mark Carney, Governor der Bank of England, erklärt:

Es ist jetzt an der Zeit, weiter in die Zukunft zu schauen und zu überlegen, welche Art von Geld und Zahlungen benötigt werden, um den Bedürfnissen einer zunehmend digitalen Wirtschaft gerecht zu werden. Wir befinden uns mitten in einer Revolution im Zahlungsverkehr. Banknoten – die zugänglichste Form des Geldes der Bank – werden weniger häufig für Zahlungen verwendet. Gleichzeitig haben FinTech-Firmen damit begonnen, den Markt zu verändern, indem sie neue Geldformen und neue Zahlungsarten anbieten.

Erfolgten 2006 noch 63 Prozent des Zahlungsverkehrs in bar, betrug das Volumen der Barzahlungen 2018 nur noch 28 Prozent. Mit der rückläufigen Bargeld-Nutzung geht ein Anstieg von Zahlungen mit Debitkarten und digitalen Bezahlmöglichkeiten einher.


Mögliches CBDC-Modell

Der Bericht geht sowohl auf die Chancen sowie Risiken einer digitalen Zentralbankenwährung ein. Risiken bestehen folglich für Geschäftsbanken, da Verbraucher ihre Einlagen in eine CBDC transferieren könnten. Dies würde sich auf die Kreditvergabe von Banken auswirken, was wiederum die Finanzstabilität gefährden und die Kontrolle der Geldpolitik beeinträchtigen könnte.

Die Vorteile liegen indes auf der Hand. Die Zentralbank kann in den Markt des digitalen Zahlungsverkehrs eingreifen und behält somit ihre regulatorische Wirkmacht. In dem Bericht erörtert die Bank auch ein mögliches CBDC-Modell. So soll die Zentralbank die Infrastruktur für eine CBDC betreiben, die neben dem RTGS-System (Real Time Gross Settlement) läuft. Die Herausgabe der Währung an die Verbraucher würde jedoch über Dienstleister erfolgen, die als Schnittstelle zwischen Bank und Nutzer fungieren:

 

Ob das Core Ledger letztlich auf Blockchain-Basis läuft oder nicht, sei noch nicht beschlossene Sache. Trotz der Vorteile und Potenziale der Technologie, hat die Bank Bedenken hinsichtlich der Skalierbarkeit, des Datenschutzes und der Sicherheit.

Die Pläne sind zwar in einem fortgeschrittenen Stadium. Entschieden hat sich die Zentralbank jedoch noch nicht für die Herausgabe einer CBDC. Der aktuelle Bericht ist daher als Blaupause zu lesen. Ob und wann die Bank of England eine digitale Zentralbankenwährung herausgibt, lässt sich derzeit nicht vorhersagen. Aber die Planungen schreiten voran.


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